Brand

Deutschland: Massiver Schaumeinsatz bei Großfeuer in Dachfabrik

Pinneberg (Deutschland): Sachschaden in Millionenhöhe ist in der Nacht zu Dienstag, 17. August 2010, bei einem Großfeuer in einem Dachbaustoffwerk in Pinneberg entstanden. Dabei brannte eine Produktionshalle…

… der Firma Binné & Sohn an der Mühlenstraße vollständig nieder. Den mehr als 200 Einsatzkräften von vier freiwilligen Feuerwehren, dem ABC-Zug des Kreises Pinneberg, dem Technischen Hilfswerk Pinneberg sowie Rettungsdienst und DRK gelang es aber in einem mehrstündigen Einsatz, ein Übergreifen der Flammen auf eine direkt angebaute Lagerhalle sowie auf weitere Gebäude des eng bebauten Firmengeländes zu verhindern. Personen wurden nicht verletzt.

Trotz des hohen Sachschadens zog Einsatzleiter Uwe Kuhlmann am frühen Morgen ein erstes, den Umständen entsprechend positives Fazit. „Wir haben gehalten, was wir halten konnten“, sagte er. Bereits auf der Anfahrt zur Einsatzstelle war von der Pinneberger Hochbrücke aus heller Feuerschein zu sehen gewesen. Die Flammen schlugen meterhoch in den Nachthimmel. „Durch den massiven Drehleitereinsatz haben wir das Feuer gut in Griff bekommen“, so der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Pinneberg, der außerdem den Einsatz von Druckluftschaum als maßgeblich für den Löscherfolg bezeichnete. Die erhaltenen Werte dürften die Schadenssumme bei weitem übersteigen.

Kuhlmann hatte unmittelbar nach der ersten Lage auf Sicht Vollalarm für die FF Pinneberg geben lassen sowie eine zweite Drehleiter aus Halstenbek angefordert. Wenig später folgten die Alarme für die FF Appen sowie die FF Elmshorn mit einem Teleskopmastfahrzeug. „Hier half nur Klotzen, nicht kleckern“, so Kuhlmann. Leichte Probleme gab es mit der Wasserversorgung. Aus dem städtischen Wassernetz wurden vier Leitungen von Hydranten gespeist. Außerdem wurden vier weitere Pumpen an der Pinnau in Stellung gebracht. Der Fluss fließt unmittelbar an der vom Brand betroffenen Produktionshalle vorbei.

Der massive Einsatz von Wasser und Druckluftschaum sowie später auch Schwerschaum brachte den gewünschten Erfolg. Das Feuer war innerhalb von zwei Stunden unter Kontrolle, die offenen Flammen weitestgehend niedergeschlagen. Da aber die Stahlkonstruktion nachgab, stürzten das Hallendach und die zur Pinnau zeigende Außenwand ein. Unter den Trümmern hielten sich viele Brandnester. Weil weitere Einstürze zu befürchten waren, konnte die Halle von den Einsatzkräften nicht betreten werden.

Ab 6 Uhr wurden nach und nach die auswärtigen Kräfte von der Einsatzstelle entlassen. Die Nachlöscharbeiten für die FF Pinneberg werden sich noch den Vormittag über hinziehen. Immer wieder flammt das Feuer auf.

Wegen des großen Bedarfs an Schaummittel wurden in zwei Touren 2200 Liter Schaummittel direkt von einem Hersteller aus Hamburg geholt. Der Schlauchwagen des Kreisfeuerwehrverbandes Pinneberg brachte neue Atemluftflaschen und Schläuche zur Einsatzstelle.

Im Einsatz:
FF Pinneberg: 70 Kräfte und 13 Fahrzeuge FF Halstenbek: 31 Kräfte, sechs Fahrzeuge FF Appen: 42 Kräfte, sechs Fahrzeuge FF Elmshorn: 20 Kräfte, sechs Fahrzeuge ABC-Dienst Kreis Pinneberg: 20 Kräfte, sechs Fahrzeuge THW Pinneberg: 20 Kräfte, fünf Fahrzeuge Rettungsdienst: RTW, OrgL DRK Pinneberg: KTW Polizei und Kripo Einsatzleiter: Uwe Kuhlmann, Wehrführer FF Pinneberg.

Nachtrag:Nach fast zwölf Stunden hat die Feuerwehr die Löscharbeiten bei dem Großbrand des Dachbaustoffwerks Binné & Sohn an der Mühlenstraße in Pinneberg beendet. Gegen 13 Uhr rückte das letzte Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Pinneberg von der Einsatzstelle ab. Bei dem Feuer war eine Produktionshalle zerstört worden. Der Sachschaden geht in die Millionen. Zuletzt hatten in den Vormittagsstunden noch 15 ehrenamtliche Helfer versucht, Brandnester unter dem eingestürzten Dach der Halle ausfindig zu machen und abzulöschen. Am Mittag war es so weit, dass keine Gefahr mehr von der Glut ausging, die sich unweigerlich noch in Teilen unter dem Schutt festgesetzt hat. Für die FF Pinneberg war es das größte Feuer seit dem Brand der Lagerhalle des Edeka-Fleischwerkes im Ortsteil Waldenau im April 2004.

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