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Deutschland: 450.000 Euro Waldbrand-Spezialfahrzeug bei Düsseldorfer Feuerwehr

Düsseldorf (Deutschland): Die Feuerwehr hat ein neues Spezialfahrzeug im Einsatz, um Waldbrände effektiver zu bekämpfen.

Plötzlich drehte der Wind und die Flammen schossen in Richtung der Einsatzfahrzeuge. Großes Glück hatten die Feuerwehrmänner vor vier Jahren ,als ein Feld in Wittlaer großflächig brannte. Gerade noch rechtzeitig konnten sie sich und die Einsatzfahrzeuge in Sicherheit bringen. Und die Zahl solcher Flächenbrände steigt durch den Klimawandel: Während 2008 nur 68 Bodenfeuer gelöscht werden mussten, waren es 2009 schon 118. Diese Zahl ist 2010 schon Mitte August fast erreicht. „Auf diese gewachsenen Anforderungen haben wir jetzt reagiert“, sagt Feuerwehrdezernentin Helga Stulgies.

Für 450.000 Euro wurde ein Speziallöschfahrzeug angeschafft, das hauptsächlich für Waldbrandbekämpfung und bei Sturmschäden eingesetzt werden soll. Es ist auf einem Unimog-Fahrgestell aufgebaut, das große Steigungen und fast jeden Bodenbelag meistert. „Im Gegensatz zu einem normalen Lkw hat dieses Gestell eine Portalachse, das heißt, das Achsrohr verläuft radversetzt, dadurch gewinnt man an Bodenfreiheit“, erklärt Ulrich Cimolino, Leiter der Technikabteilung bei der Feuerwehr. Der 14 Tonnen schwere Wagen hat außerdem eine Dachluke, durch die der Beifahrer während der Fahrt löschen kann. Ein weiterer markanter Unterschied zu normalen Einsatzfahrzeugen: Die wichtigen Leitungen sind mit einem feuerfesten Material überzogen. „Bei einem Leck in einer herkömmlichen Bremsleitung aus Kunststoff, die diesen Überzug nicht hat, schließen die Bremsen automatisch und das Fahrzeug kann nicht mehr bewegt werden“, sagt Cimolino, beim neuen Wagen könne man über teils versteckte Glutnester fahren, ohne ein Leck überhaupt erst zu riskieren.

An der Vorderseite des neuen Tanklöschwagens ist eine Winde mit einem 60 Meter langen Stahlseil angebracht, die mit einer Zugleistung von fünf Tonnen nicht nur am Boden liegende Bäume, sondern auch das Fahrzeug wegziehen kann. Der Druck in den Reifen kann während der Fahrt abgelassen, aber auch wieder erhöht werden, dadurch ist eine bessere Anpassung an den Boden möglich. Aber nicht nur das Äußere des Fahrzeugs hat einiges zu bieten: Im Innern liegen mehrere 19-Liter-Wasserrucksäcke bereit, mit denen die Feuerwehrmänner an steilen Hängen und im Unterholz mobil sind und dort löschen können. Mit an Bord ist auch eine Kettensäge für Einsätze mit Sturmschäden, ein Navigationsgerät, das alle Waldwege verzeichnet und eine so genannte Wiedehopfhacke, die den Boden auflockern kann, um Glutnester zu finden.

Bei all den Besonderheiten ist es nicht verwunderlich, dass eine besondere Schulung notwendig ist, bevor die Einsatzkräfte das Fahrzeug nutzen. „Pro Person dauert die etwa zehn Stunden“, meint Andreas Zingsheim. Er ist stellvertretender Löschgruppenführer in Hubbelrath. Dort ist das Fahrzeug auch seit einer Woche untergebracht, denn von da aus ist der Weg zu Düsseldorfs größten Waldstücken, wie dem Gerresheimer Wald, am kürzesten.

Der Westen

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