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Oö: Linz-Land wächst zu stark: Bei Feuerwehren brennt der Hut

Bez. Linz-Land (Oö): Die Bevölkerungszahlen in Linz-Land steigen und steigen, damit auch das Gefahrenpotenzial durch Verkehrsunfälle oder Brände. Nicht jedoch die Zahl der Feuerwehrmitglieder. Mancherorts sind die Feuerwehren bereits jetzt unter der Soll-Stärke.

53 aktive Mitglieder zählt die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Enns mit mehr als 11.000 Einwohnern. Um 26 weniger, als sie laut Brandbekämpfungsverordnung haben sollte. Und ein Alarmsignal. „Ja, die Soll-Stärke erfüllen wir nicht mehr“, sagt Kommandant Franz Hava. Allerdings: die Tageseinsatzbereitschaft schon. „Die 16 Leute, die es zur Besetzung eines Löschzuges braucht, haben wir noch.“ Durch die geringe Mitgliederzahl kämen die Kameraden allerdings häufig zum Einsatz.

Feuerwehr auf der Straße: Für ihr Anliegen gehen die Ennser Feuerwehrleute jetzt auf die Straße. Unter anderem bei einer Roadshow wollen sie sich und ihre Arbeit präsentieren und vor allem Junge anwerben. Denn in den kommenden Jahren stehe auch noch ein Generationswechsel ins Haus, so Hava. Zusätzlich wird es auf der Messe Enns einen Info-Stand geben.
Doch nicht nur Enns, auch die Freiwilligen Feuerwehren Traun, Pasching, Kronstorf und Hargelsberg liegen mit ihrer aktiven Mitgliederzahl bereits unter dem Soll. Und der Ausblick auf die kommenden Jahre ist nicht rosig.
„Die Problematik ist, dass der Zentralraum noch einiges an Zuzug bekommen wird“, sagt Bezirksfeuerwehrkommandant Wolfgang Lehner. Die Zahl der Ehrenamtlichen steige jedoch nicht im selben Ausmaß: Während die Bevölkerung in Linz-Land von 2001 bis 2009 um acht Prozent angewachsen sei, hätten die Feuerwehren nur um fünf Prozent zugelegt.

Fürchten müsse sich die Bevölkerung aber nicht, betont Lehner. Schließlich würden im Notfall Nachbarfeuerwehren mitalarmiert. „Es herrscht nirgendwo akuter Handlungsbedarf. Aber im Ehrenamt ist sowieso alles zu spät, wenn akuter Handlungsbedarf herrscht.“ Es gehe darum, zukunftsorientiert zu handeln.

Jugend und Integration: Vor allem setzt die Feuerwehr auf die Jugendarbeit. Und die funktioniere gut, so Lehner. Allerdings meist nur, bis die Jungen das heimische Nest verlassen und auf eigenen Füßen stehen. Dann würden sie oft wegziehen. „Man müsste also in Zukunft verstärkt versuchen, ihnen eine Rutsche zu legen zu den Feuerwehren in ihrer neuen Heimatgemeinde“, sagt der Bezirkskommandant.
Ein weiteres Thema könnte Integration sein, etwa in Traun. Konkrete Pläne gebe es zwar noch nicht, so Lehner, dazu müsse es noch Gespräche geben. Die Freiwilligen Feuerwehren könnten hier aber einen aktiven Beitrag leisten.

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