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Unwetterwarnung für Österreich -> 26. Mai 2009

Noch liegt drückend heiße Luft über Österreich, in Lienz wurde am Montag, 25. Mai 2009, mit 32,2 Grad sogar ein neuer Hitzerekord für Mai aufgestellt. Bereits am Dienstagabend – 26. Mai 2009 – zieht aber eine Kaltfront von West nach Ost über Österreich und wird die sehr energiereiche Luft umwälzen und damit heftige Gewitter auslösen.

Nur selten zeigen die Unwetterindikatoren so hohe Werte wie am Dienstag. Am frühen Abend werden die Gewitter von Westen her wahrscheinlich Salzburg erreichen, dann zwischen 20.00 und 22.00 Uhr Oberösterreich und um etwa Mitternacht schließlich den Osten.


Zamag-Unwetterkarten per 18.00 Uhr am 26. Mai 2009

Gefahr von Hagel und Sturm: Dabei können sich Gewitterböenfronten ausbilden – mit der Gefahr von Hagel und Sturm. Die Windspitzen können bei solchen Wetterlagen stellenweise 100 km/h überschreiten und durch ihr plötzliches Einsetzen gefährlich sein.

ZAMAG-Wetterkarten hier auf Fire-World (siehe auch in der Mitte der rechten Menüleiste)

Analyse von Skywarn:
Die Gewitterlage erreicht am heutigen Tag mit einer Kaltfrontpassage ihren Höhepunkt in Österreich. Ein markanter Kurzwellentrog nähert sich von Westen Österreich an, das darin eingebettete Bodentief zieht mit seiner Kaltfront im Laufe des späten Abends und in der Nacht über Österreich hinweg und führt zu einem Temperaturrückgang um 15-20K in 850hPa.
Präfrontal wird nochmals sehr heiße, in der Grenzschicht absolut sehr feuchte Luft über Österreich geführt, während in der Höhe trockene Luft für starke Temperaturabnahmen sorgt. Die resultierende Labilitätsenergie bewegt sich österreichweit im Bereich von 1000-2000 J/kg, im instabilsten Fall bzw. vom Boden gehoben können es auch bis über 3000 J/kg werden. Moderate, hochreichende Windscherung von 10-15 m/s begünstigt gemeinsam mit dem „alpine Pumping“ am Alpenrand bzw. im Hügelland die Entwicklung von Richtungs- und leichter Geschwindigkeitsscherung. Westlich von Salzburg ist die Windscherung am Größten, jedoch stellt sich hier untertags noch eine Südföhnströmung ein, die Gewitterbildung zunächst unterdrückt. Mit einem von Südwesten hereinziehenden Vorticitymaximum bilden sich jedoch im Westen sowie über Südbayern am späten Nachmittag die ersten, isolierten Gewitter, die aufgrund der recht trockenen Grenzschicht/Talatmosphäre ein erhöhtes Potential für Downbursts besitzen, auch Hagel bis 4cm Durchmesser ist möglich.
Am Abend und in der ersten Nachthälfte deutet der sich verschärfende horizontale Temperaturgradient, ein sich intensivierendes, niedertroposphärisches Starkwindband und die Unterstützung durch den dynamischen Hebungsantrieb auf eine Gewitterlinie hin, die von Südostbayern weiter nach Salzburg und in den Donauraum voranschreitet und gegen Mitternacht Wien und das Marchfeld erreicht. In dieser Gewitterlinie sind verbreitet schwere Downbursts mit Orkanböen, Starkregen und Hagel zu erwarten.
Ein weiterer Schwerpunkt ist in Kärnten, im steirisch-niederösterreichischen Hügelland bis ins Südburgenland zu erwarten, wo zunächst tageszeitgetriebene Gewitter entstehen. Jedes Gewitter besitzt aufgrund der hohen Energiewerte und der Windscherung Superzellenpotential. Hierbei sind alle Facetten von Gewittern möglich: Blitzreichtum, Großhagel bis über 5cm, im Extremfall bis über 7cm, Orkanböen, Starkregen. Die Gewittertätigkeit nimmt hier am Abend/erste Nachthälfte mangels synoptischen Hebungsantriebs vorübergehend ab und lebt mit der Kaltfrontpassage in abgeschwächter Intensität wieder auf.

Die Hauptunsicherheiten bestehen in der Dauer des Föhns im Westen und ob/wann sich die Gewitterlinie im Norden entwickelt.

Skywarn Austria

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