D: „Xaver“: FW Altenholz in Bereitschaft / Dach kracht in Wohnzimmerfenster

Altenholz (D): Nachdem Ende Oktober das Orkantief „Christian“ im gesamten Land Schleswig-Holstein für große Schäden und hohe Einsatzzahlen bei den Feuerwehren gesorgt hatte, gab es nur wenige Wochen später eine erneute Unwetterwarnung.
Der Deutsche Wetterdienst hatte für Donnerstag, den 5. Dezember 2013, erneut eine Unwetterwarnung herausgegeben. Die Warnung vor Sturmtief „Xaver“ sah bis zum Freitagabend Sturm-bis Orkanböen und teilweise starken Schneefall vor und versetzte das gesamte Land in Alarmbereitschaft. Auch dieFeuerwehr Altenholz, die in Verbindung mit dem Orkan Ende Oktober an fast 40 Einsatzstellen im Ortsgebiet über mehrere Stunden gebunden war, hat sich intensiv auf die anstehende Unwetterlage vorbereitet. Schon frühzeitig wurden daher seitens der Führungskräfte der Ortswehr Altenholz diverse Vorkehrungen für das Orkantief, das am frühen Nachmittag auf das Ortsgebiet treffen sollte, getroffen. So wurden die Kameradinnen und Kameraden vorab auf ein Vorgehen im Ernstfall mit mehreren, parallel stattfindenden Einsätzen eingestimmt und eine Voreinteilung auf strategische Posten begonnen. Durch die rechtzeitige Information konnten die Feuerwehrfrauen und -männer auch ihre Arbeitgeber auf einen möglichen Dauereinsatz und nötige Freistellungen hinweisen und so zeitnah abklären, inwieweit sie für den Einsatz zur Verfügung stehen. In frühzeitigen Gesprächen wurden weiterhin die Kompetenzen und Verantwortungen mit dem Bürgermeister sowie dem Bauhof abgeklärt. Am Donnerstag, den 5. Dezember, wurde von der Ortswehrführung ein Stabsraum in der Feuerwache zur Koordination eingerichtet und umfangreiches Schreib- und Kartenmaterial für eine mögliche Großzahl an Einsatzstellen vorbereitet. Nach und nach fanden sich bis zu 23 Einsatzkräfte –ohne eine Alarmierung seitens der Rettungsleitstelle– in der Feuerwache ein, sodass ein sofortiges Ausrücken im Alarmfall mit drei Löschgruppenfahrzeugen, dem Gerätewagen-Logistik und dem Einsatzleitwagen sichergestellt werden konnte. Dank des guten Ausbildungsstandes konnte die Einteilung der Kräfte so erfolgen, dass auf jedem Einsatzfahrzeug mindestens ein speziell ausgebildeter Motorkettensägenführer der Besatzung angehörte.

Nachdem alles Organisatorische geklärt wurde hieß es für die Feuerwehrfrauen und -männer der Ortswehr Altenholz warten. Zum Zeitvertreib wurde im Schulungssaal gemeinsam ein Film geschaut. Nachdem sich abzeichnete, dass sich die Lage im Ortsgebiet nicht verschlimmern würde, wurde die Wachbereitschaft gegen 18 Uhr nach einer gemeinsamen Verpflegung durch den Ortswehrführer Marcus Baum (36) aufgelöst. „Das alle Kameradinnen und Kameraden ohne eine konkrete Alarmierung freiwillig in die Feuerwache zur Bereitschaft gekommen sind zeugt von einer klasse Einstellung!“, so der Wehrführer stolz über die Bereitschaft seiner Truppe sich für die Sicherheit der Altenholzer Bürgerinnen und Bürger einzusetzen. Nachdem es auch im weiteren Verlauf des Abends zu keiner Alarmierung gekommen war, wurden die Funkmeldeempfänger der Altenholzer Einsatzkräfte um kurz vor 20 Uhr ausgelöst. Mit dem Alarmstichwort „Blechdach einer Tankstelle droht wegzufliegen“ wurde die Feuerwehr zur Technischen Hilfeleistung alarmiert. Mit einer Anzahl von 38 Einsatzkräften war ein schlagkräftiges Team zur Stelle. Sofort konnten zwei Löschfahrzeuge und der Einsatzleitwagen zur Einsatzstelle ausrücken und erste Maßnahmen treffen. Bei der Erkundung zeigte sich, dass besagtes Wellblechdach der Tankstelle im Ortsteil Klausdorf durch den Wind vom Dach abgedeckt worden war und auf ein angrenzendes Grundstück geweht worden war. Das ca. 10×15 Meter große Dach war dabei unglücklicherweise in die Wohnzimmerfenster eines Wohnhauses gekracht und hatte diese beschädigt. Etwa eine Stunde waren die Einsatzkräfte daraufhin im Einsatz das Dach vor weiterem wegfliegen zu sichern und die Fenster provisorisch zu schließen.
