D: Zwei Großeinsätze nach Brandstiftungen im gleichen Hochhaus in Ratingen

Ratingen (Deutschland): Am vergangenen Wochenende kam es unabhängig voneinander zu zwei Kellerbränden in ein und demselben Hochhaus an der Erfurter Straße in Ratingen-West, die jeweils zu Großeinsätzen von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Polizei führten.
Am Samstagmorgen des 26.01.2013, gegen 01.10 Uhr, wurde der erste Brand gemeldet. In einem Kellerflur des Hochhauses Nr. 19 waren abgestellte Polster in Brand geraten. Die starke Rauchentwicklung des Feuers breitete sich durch Flure und das Treppenhaus bis in die 7. Etage des Gebäudes aus, welches deshalb von der Feuerwehr komplett evakuiert wurde. 16 Bewohner mussten dabei über Drehleitern ins Freie gebracht werden. 21 Personen erlitten insbesondere Rauchgasvergiftungen, 8 davon mussten in umliegende Krankenhäuser gebracht werden.

66 Hausbewohner wurden zeitweise in einer benachbarten Schule untergebracht und versorgt. Das Feuer im Keller konnte schnell gelöscht, das Haus wieder rauchfrei gemacht werden. Durch den Brand wurde aber ein Stromverteiler im Keller so stark beschädigt, dass das gesamte Gebäude stromlos geschaltet werden musste. Die Erneuerung und Wiederherstellung der Energieversorgung wurde vom Eigentümer des Gebäudes sofort veranlasst, dauert jedoch am heutigen Tag noch immer an.
Am Montagmorgen des 28.01.2013, gegen 00.20 Uhr, kam es zum zweiten Brand im gleichen Haus. Wieder brach ein Feuer, dieses mal in einem anderen Kellerbereich aus, in dem Sperrmüll gelagert ist. Auch dieser Brand führte wieder zu einer starken Verrauchung des Hochhauses, welches einige Bewohnern nach dem ersten Brand wieder bezogen hatten, obwohl die Stromversorgung noch nicht wieder hergestellt ist. 54 Personen mussten erneut evakuiert und in der benachbarten Schule untergebracht und versorgt werden. 18 Personen wurden von Rauchgasen verletzt, 7 Patienten mussten in umliegende Krankenhäuser gebracht werden.

Die zwei Brandorte im Keller des Gebäudes wurden von der Polizei nach dem Ende der Löscharbeiten sofort beschlagnahmt. Kriminalpolizeiliche Untersuchungen zu den Brandursachen sowie erste Befragungen aller Hausbewohner und weiterer Zeugen wurden unmittelbar begonnen. Die polizeilichen Ermittlungen zum dringenden Tatverdacht von zwei schweren Brandstiftungen dauern seitdem intensiv an.
Am heutigen Tage, 28.1.2013, wurden die zwei Brandorte von Ermittlern des Kommissariat 11 in Mettmann genauer untersucht. Dabei kamen die Brandexperten zu dem bereits zuvor erwarteten Ergebnis, dass beide Feuer von bislang noch unbekanntem Täter vorsätzlich gelegt wurden. Der dadurch entstandene Gebäude- und Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf mindestens 80.000,- Euro.

Bisher liegen den polizeilichen Ermittlern noch keine konkreten Hinweise zu Identität und Motiv des oder der Täter vor. Strafverfahren wegen schwerer Brandstiftung sind eingeleitet.
