Deutschland: Feuerwehrfahrzeuge -> ein Millionengeschäft
Konstanz (Deutschland): Die Beschaffung von Fahrzeugen für die Freiwilligen, Betriebs-, Flughafen- und Berufsfeuerwehren ist in Deutschland ein großes Geschäft: Das Marktvolumen liegt nach vorsichtigen Schätzungen bei mehreren hundert Millionen Euro im Jahr.
In Konstanz wurde seit 2003 mehr als eine Million Euro für Feuerwehrautos ausgegeben. Im Jahr 2001 wurde ein Löschgruppenfahrzeug LF 16 ausgeschrieben und 2003 angeschafft. Es kostete mehr als 200.000 Euro.
2007 wurde ein Drehleiterfahrzeug von der Firma Ziegler für rund 654.000 Euro erworben. Im Herbst 2011 sollen zwei Löschgruppenfahrzeuge LF 20 in Dienst gestellt werden. Die Ausschreibung ist abgeschlossen, die beiden Fahrzeuge sollen zusammen etwa 470.000 Euro kosten. Die Beladung wird teils aus dem Bestand zusammengestellt.
Alte Feuerwehrfahrzeuge werden oft in anderen Ländern weiterverwendet
Wenn in Konstanz ein Fahrzeug ausgemustert wird, bietet die Feuerwehr es verschiedenen Firmen an, die auf die Herrichtung und den Weiterverkauf spezialisiert sind. Unter anderem sind ehemalige Konstanzer Feuerwehrautos heute in Brasilien und auf dem Balkan eingesetzt. Der Erlös hält sich nach oft 25-jähriger Nutzung allerdings in Grenzen. Oft sind es nur einige tausend Euro, die noch erzielt werden können.
Deutschland ist für die Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen ein wichtiger Markt
Die Struktur mit Freiwilligen Feuerwehren in jedem Ort und die hohe Wertschätzung der Arbeit der Feuerwehr führt dazu, dass in Deutschland die Flotte von Feuerwehrautos meist recht jung ist und die Kommunalpolitiker den Wünschen der Wehren entsprechen, wenn immer dies möglich ist. Kritiker befürchten nun, dass nach dem Einschreiten des Kartellamts Lieferanten unter Druck kommen und einige möglicherweise aufgeben müssen. Dies wäre für den Wettbewerb ebenfalls schädlich.
Obwohl Feuerwehrautos teuer sind, hält sich die Belastung für die Steuerzahler in Grenzen
Im Jahr 2010 hat die Feuerwehr Konstanz der Stadtkasse Kosten in Höhe von 1,83 Millionen Euro verursacht. Darin enthalten sind nicht nur Fahrzeuge und Betriebsmittel, sondern auch die Personalkosten für die hauptamtlichen Feuerwehrleute sowie die Ausgaben für die Weiterbildung und der Unterhalt für die Feuerwachen Steinstraße und Paradies und die Gerätehäuser in den Bodanrück-Vororten. Pro Einwohner lag der Zuschuss für die Feuerwehr im vergangenen Jahr laut dem Haushaltsplan bei 22,36 Euro. Zum Vergleich: Für das Stadttheater wurden laut Verwaltung pro Einwohner 49,56 Euro aufgewendet, für die Sporthallen und –plätze 27,32 Euro und für die Bäder 26,26 Euro.
