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Deutschland: Feuerwehr löschte letztes Jahr 56 Großbrände in Essen

Essen (Deutschland): Essens Feuerwehr zog Bilanz für das vergangene Jahr 2010: Es gab 56 Großbrände und weniger Fehlalarme als im Vorjahr. Ein wichtiger Beschluss: es bleibt bei der 54-Stunden-Woche für Feuerwehrleute. Das spart rund 4,5 Millionen Euro.

Der Essener Feuerwehr bleibt es auch in diesem Jahr erspart, für andere Behörden die Kohlen aus dem Feuer holen zu müssen: Trotz aller EU-Vorschriften gilt bis 2013 eine 54-Stunden-Woche mit einer Zulage von 20 Euro pro Mann und Schicht. Hätte die Wehr – wie zunächst vom Innenministerium geplant – ihre Dienstpläne auf 48 Stunden umstellen müssen, wäre es eng geworden, finanziell als auch personell.

Zwei Brandtote
90 zusätzliche Feuerwehrleute hätten auf einem leergefegten Markt geeigneter Kandidaten erst einmal gefunden und neu eingestellt werden müssen. Womit auf die Stadt Mehrkosten in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro zugekommen wären, ohne dass damit auch nur ein Deut mehr an Sicherheit eingekauft worden wäre, wie Feuerwehrchef Ulrich Bogdahn bei der gestrigen Vorstellung – 11. April 2011 – des Jahresberichts 2010 stellvertretend für die Truppe von der Eisernen Hand deutlich machte. Ein heißes Eisen: „Dieses Thema hat so viel Unruhe in die Feuerwehrwelt gebracht wie sonst kein anderes.“

Als wäre die Einsatzbilanz nicht schon aufregend genug: Zwei Menschen kamen durch Brände ums Leben: Am 24. April starb ein Bewohner einer Awo-Seniorenwohnung an der Germaniastraße. Am 2. Oktober verbrannte eine junge Frau nach einem Unfall auf der Gelsenkirchener Straße in ihrem Auto. Im Jahr zuvor waren drei Brandtote zu beklagen. 125.536 Einsätze fuhr die Feuerwehr. Das waren 2234 mehr als 2009. 114.815 davon hatten der Rettungsdienst und Krankentransport zu bewältigen.

Weniger Fehlalarme als im Vorjahr
In 2612 Fällen waren Feuer zu löschen, wobei die Zahl der Brandeinsätze um 39 abnahm gegenüber dem Vorjahr. 56 Großbrände hielten die Wehr in Atem. Zwei der Einsätze dürften in besonderer Erinnerung geblieben sein: Das verheerende Feuer bei der Firma Cartonplast an der Karnaper Straße, das 2500 Tonnen Kunststoff vernichtete und die Feuerwehr 80.000 Euro allein für den Schaum kostete. Bis zu 100 Kräfte waren dort im Einsatz. Besonders nervig waren für die Blauröcke aber die wiederkehrenden Brände auf dem unübersichtlichen Gelände an der Ripshorster Straße in Dellwig: Dort brannte es am 13. April, am 4. Oktober und 16. Dezember lichterloh.

Als erfreulich bezeichnete Bogdahn den anhaltenden Rückgang der Fehlalarme von 1121 in 2009 auf 656 im vergangenen Jahr. Dass ein Notruf von einem Handy seit Mitte 2009 nur noch mit SIM-Karte möglich ist, zeige die erhoffte Wirkung.

Die Feuerwehr hat ein Budget von 60 Millionen Euro, und „an der Sicherheit wird nicht gespart“, versicherte Stadtkämmerer Lars Martin Klieve.

Der Westen

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