Technisch

Nö: 1000 Feuerwehrmitglieder im Bezirk Hollabrunn im Einsatz

Hollabrunn (Nö): 83 Feuerwehren aus dem Bezirk Hollabrunn sowie fünf Feuerwehren aus dem Mistelbacher Bezirk stehen den Betroffenen helfend zur Seite.

Update 08. August 2010 22.40 Uhr

Im Bezirk Hollabrunn sind am 07. August seit 07.22 Uhr unzählige Feuerwehrmitglieder mit Sicherungsmaßnahmen, Auspumparbeiten und Aufräumarbeiten beschäftigt.

Besonders betroffen sind die Orte Zellerndorf sowie Hadres. Es wurde Katastrophenalarm an der Pulkau gegeben. Die Pulkau ist in Jetzelsdorf 4,64m weiter steigend (Stand 20.30 Uhr). Der Durchfluss ist größer als der eines 100 jährigen Hochwassers.

In Alberndorf, Hadres und Untermarkersdorf sind 101 Objekte durch Überschwemmungen betroffen bzw. von Hochwasser bedroht. In Jetzelsdorf, Peigarten, Pernersdorf und Pfaffendorf-Karlsdorf wurden zusätzliche Einsätze gemeldet. Für den Einsatzschwerpunkt Hadres wurde eine Einsatzleitung in Haugsdorf eingerichtet. Es wurden zwei Bachkronen in Obritz und Hadres aufgebrochen um eine Entlastung zu schaffen und die Ortschaften vor großen Überschwemmungen zu bewahren. Zusätzlich wurden Sandsäcke zum Schutz von Objekten aufgestapelt. In den betroffenen Objekten wurden mit den Auspumparbeiten begonnen. 24 Feuerwehren mit 307 Mitglieder werden dort vor Ort koodiniert.

In Zellerndorf wurden ca. 90 Objekte überflutet. 25 Feuerwehren führten auch hier Sicherungsmaßnahmen und Schutzmaßnahmen durch. Mit den Auspumparbeiten wurde begonnen.

Der Damm des Grunder Teichs wurde mit Sandsäcken erhöht sowie der Dammüberfluss abgedichtet um Hetzmannsdorf vor Überflutungen zu bewahren. Aufgebracht wurden über 5.000 Sandsäcke. Im Einsatz standen hier vier Feurwehren mit 5 Fahrzeuge und 38 Mitgliedern.

Die Arbeiten in Pleißing-Waschbach konnten bereits beendet werden. Der Prutzendorferbach war über die Ufer getreten. Dort haben sechs Feuerwehren Auspumparbeiten und Aufräumarbeiten in der Schule, im Musikheim, in der Kirche und in fünf Einfamilienhäuser durchgeführt.

In Frauendorf, Sitzendorf und Gaindorf haben mehrere Feuerwehren bei den Unwettereinsätzen den Betroffenen geholfen. Auch Göllersdorf war betroffen, dort standen drei Feuerwehren im Einsatz.

Der Präsident des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes Komm.Rat Josef Buchta hat sich vor Ort in Zellerndorf und in Hadres persönlich ein Bild der Lage gemacht. „Von unseren Feuerwehren wird derzeit Unmenschliches geleistet. Unsere Freiwilligen leisten mit allen verfügbaren Mitteln eine sehr professionelle Hilfe. Das was machbar ist, wird gemacht“, zeigte sich der Landesfeuerwehrkommandant zufrieden, bedauert jedoch dass nicht alle Objekte geschützt werden konnten: „Auf der einen Seite wurden Sicherungsmaßnahmen durchgeführt, doch das Wasser sucht sich ihren Weg und kommt dann leider von den anderen Seite.“

Der Hollabrunner Bezirksfeuerwehrkommandant Johann Thürr fasst die Dramatik im Bezirk in wenigen Worten zusammen: „In Zellerndorf sind alle Betroffenen verzweifelt. Da die Pulkau in Haugsdorf weiter steigt, werden wir in einer Stunde das gleiche Problem leider auch in Hadres haben. Dort wird trotz aller Bemühungen die Pulkau über die Ufer treten. Alle Vorsorgemaßnahmen wurden seitens der Feuerwehr unternommen, doch manche Bürger verstehen den Ernst der Lage nicht. Von der Feuerwehr mühsam aufgestapelte Sandsäcke wurden beispielsweise von einem Hausbesitzer wieder entfernt. Unsere Feuerwehrmitglieder geben ihr Letztes, um Schäden für Hab und Gut abzuwenden.“

Eingesetzt wurden insgesamt 88 Feuerwehren mit rund 1000 Mitgliedern. Einige Feuerwehren waren mit mehreren Fahrzeugen an verschiedenen Einsatzorten eingesetzt.

Derzeit spitzt sich auch die Lage an der Schmida zu. In Roseldorf wurde eine Platte aus dem Überlauf gerissen. Sicherungsmaßnahmen sind leider nicht möglich. Der Damm dürfte halten. Die Schmida ist in Eggenburg derzeit im Fallen.

Abschlussbericht des BFKDO Hollabrunn
Geballte Hilfe: 100 Prozent für die Bevölkerung

Alle Feuerwehrkameraden des Bezirkes haben gemeinsam die Wassermassen der Pulkau bekämpft. Überflutungen der Orte Alberndorf, Hadres, Obritz, Untermarkersdorf und Zellerndorf konnten trotz aller Anstrengungen nicht ganz verhindert werden.

100 Prozent ist für die Feuerwehrkameraden des Bezirks Hollabrunn kein Schlagwort, sondern sie haben 100 Prozent in allen Bereichen gegeben. 110 Feuerwehren des Bezirkes (alle verfügbaren Feuerwehren) sowie 18 Feuerwehren aus anderen Bezirken mit Spezialgeräten standen in den letzten beiden Tagen im Einsatz.

Bis zu 9000 Kubikmeter Wasser pro Stunde wurden von den Pumpen und Aggregaten allein von den Hollabrunner Wehren gefördert. Keller, Häuser, Schächte sowie Aufstauflächen wurden aus- und abgepumpt, gleichzeitig haben rund 600 Feuerwehrmitglieder die Aufräumarbeiten erledigt.

Das Bezirksfeuerwehrkommando, die betroffenen Abschnittsfeuerwehrkommanden, eingeteilten Zugskommandanten der Katastrophenhilfszüge des Bezirkes sowie die Disponenten der Bezirksalarmzentrale Hollabrunn sorgten für die koordinierte Hilfe der vielen angerückten Feuerwehren. Die sehr geforderten Mitarbeiter der Bezirksalarmzentrale trugen ihres dazu bei, die erforderlichen Mannschaften und Geräte gezielt und schlagkräftig einzusetzen. Zu Spitzenzeiten standen im Bezirk 91 Feuerwehren gleichzeitig im Einsatz. Die flächendeckende Bereitschaft für anfallende Einsätze war trotzdem immer gewahrt.

Der Damm des Grunder Teichs konnte durch die Sicherungsarbeiten so aufgestockt werden, damit Hetzmannsdorf vor Überflutungen geschützt wurde. Der Damm in Roseldorf hat gehalten, somit wurde das Schmidatal vor nochmaligen Überflutungen bewahrt.

Für die Feuerwehr Hadres konnte nach 30 Stunden Dauereinsatz um 13.54 Uhr Einsatzende gegeben werden. Gegen 20.00 Uhr wurden die Arbeiten auch in Zellerndorf vorerst abgeschlossen. Die verbleibenden Arbeiten werden nach dem erforderlichen Rückgang des Wasserpegels unverzüglich ab den Morgenstunden durchgeführt. Eingesetzt wurden seit gestern früh 128 verschiedene Feuerwehren (manche mehrmals) mit rund 1700 Mitgliedern.

Präsident des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes Komm.Rat Josef Buchta verschaffte sich ständig persönlich ein Bild der Lage vor Ort: „Ab Mitternacht können die Großpumpenanlagen aus Alberndorf, Obritz und Untermarkersdorf abgezogen werden. In Alberndorf werden die Pumparbeiten der Hollabrunner Feuerwehren noch mindestens bis Mitternacht andauern.“

Derzeit werden rund 7.000 Kubikmeter Wasser pro Stunde im Pulkautal abgepumpt.
Gleichzeitig wurden 13 Großpumpen sowie Großpumpenanlagen mit jeweils 200, 210 sowie 900 Kubikmeter pro Stunden aus ganz Niederösterreich eingesetzt. Allein die 15 Großpumpen vom Landesfeuerwehrverband förderten rund 5.400 Kubikmeter pro Stunde. Daher konnten nun viele Feuerwehren mit den Unterwasserpumpen noch vor der kommenden Arbeitswoche einrücken. „Es hat sich wieder gezeigt, dass Niederösterreich auch für solche Situationen bestens gerüstet ist. In kürzester Zeit stehen alle notwendigen Ausrüstungen und Spezialgeräte im Einsatz. Unsere Freiwilligen haben für unsere Bevölkerungen hervorragende Leistungen erbracht“, stellte Buchta die Notwendigkeit solcher Spezialgeräte unter Beweis.

Oberbrandrat Johann Thürr, Bezirksfeuerwehrkommandant, begründet die erfolgreiche Arbeit der Feuerwehr in kurzen Worten: „Ich bin sehr stolz, dass man sich auf alle unsere Freiwilligen Feuerwehren hundertprozentig verlassen kann. Die rasche und unermüdliche Hilfe unserer Kameraden hat mich sehr beeindruckt. Die Mitglieder haben nicht nur hervorragende Arbeit geleistet, sondern zeigten sich auch bei der Umsetzung der Befehle sehr diszipliniert.“

Doch auch die noch bevorstehenden restlichen Auspump- und Aufräumarbeiten werden den Feuerwehrkameraden noch viel Arbeit abverlangen. Diese Arbeiten werden aber ebenfalls problemlos erledigt werden, ist sich der Chef der Hollabrunner Feuerwehren sicher: „Der Erzgeiz alles für die Geschädigten zu geben ist bis jetzt ungebrochen. Einen herzlichen Dank möchte ich allen meinen Kameraden für die gute Zusammenarbeit und die hervorragenden Leistungen aussprechen.“

BFKDO Hollabrunn

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