Deutschland: Sechs Tote bei Flugzeugunglücken
Deutschland: Bei zwei Rundflügen sind am Wochenende – 22. und 23. August 2009 – auf der Schwäbischen Alb und in Hamburg insgesamt sechs Menschen ums Leben gekommen. In der Nähe von Ellwangen im Ostalbkreis stieß am Sonntagnachmittag bei einem Volksfest ein Hubschrauber, der sich mit vier Menschen an Bord auf einem Rundflug befand,
… mit einem Kleinflugzeug zusammen und explodierte. Die vier Insassen wurden dabei getötet. Der Pilot des Kleinflugzeuges machte eine Bruchlandung und erlitt schwere Verletzungen. In Hamburg stürzte ein Wasserflugzeug in ein Hafenbecken und riss ein Ehepaar in den Tod.
Der Unfall in Baden-Württemberg ereignete sich nach Angaben der Polizei Aalen nur wenige hundert Meter von einem Volksfest entfernt, wo sich zum Zeitpunkt des Absturzes nach groben Schätzungen 1.000 Besucher aufhielten, wie Polizeisprecher Bernhard Kohn der Nachrichtenagentur AP sagte. Nach bisherigem Ermittlungsstand waren Personen am Boden nicht in Gefahr.
Hubschrauber stürzt ab und brennt aus: Nach Angaben des Sprechers kamen sich die Maschinen zu nahe und kollidierten. Der Hubschrauber, mit dem Piloten und drei weiteren Insassen an Bord, stürzte sofort ab und brannte aus. Die andere Maschine vom Typ Cessna war nicht mehr manövrierfähig und kam im Gleitflug zu Boden. Der Vorfall ereignete sich gegen 15.20 Uhr auf dem Flugplatz Erpfental. Die Cessna hatte laut Polizei gerade einen oder zwei Fallschirmspringer abgesetzt und befand sich auf dem Rückflug.
Der Flugplatz befindet sich knapp einen Kilometer nördlich der Ortschaft Erpfental. Es handelt sich um einen Sonderlandeplatz, der über eine etwa 800 Meter lange Grasbahn verfügt. Auf ihm dürfen jegliche Art von Segelflugzeugen, Motorseglern, Ultraleicht- und Motorflugzeugen bis zu einem maximalen Abfluggewicht von 2.000 Kilogramm starten und landen. Am Wochenende fand dort das Herbstfest statt.
Erst vor zwei Wochen kam es in New York zu einem ähnlichen Unfall: Dabei stieß ein Kleinflug mit einem Hubschrauber zusammen, mit dem Rundflüge für Touristen veranstaltet wurden. Insgesamt wurden neun Menschen getötet: Drei an Bord des Flugzeuges sowie fünf italienische Touristen und der Pilot im Hubschrauber. Die Wracks stürzten in den Fluss Hudson.
Hamburger Pilot kann sich retten: Bereits am Samstag stürzte in Hamburg ein Wasserflugzeug in ein Hafenbecken. Dabei kam ein Ehepaar ums Leben. Der 42-jährige Pilot konnte sich retten und erlitt einen Schock. Die Unfallursache war auch am Sonntag noch unklar. Das Landeskriminalamt und die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung nahmen ihre Ermittlungen auf.
Bei den Todesopfern handelt es sich um ein 52 und 57 Jahre altes Ehepaar aus der Nähe von Bremen. Sie waren zu Besuch in Hamburg und hatten den Rundflug gebucht. Die Maschine vom Typ Cessna 206 überschlug sich am Samstag gegen 12.55 Uhr bei einem Landemanöver. Ob die Cessna regulär im Baakenhafen landen sollte oder ob es sich um eine Notlandung handelte, war zunächst unklar. Der Pilot war auch am Sonntag nicht vernehmungsfähig.
Als die Feuerwehr kurz nach 13.15 Uhr eintraf, trieb die Maschine kopfüber im Hafenbecken. Der Pilot hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits gerettet. Das Ehepaar war unter Wasser eingeschlossen. Polizeibeamte, Augenzeugen und der Pilot versuchten vergeblich, die angeschnallten Opfer zu retten. Erst Taucher konnten die zwei schließlich aus dem Flugzeug herausholen. Trotz Reanimation starben sie im Krankenhaus.
Bei den Unfallermittlungen könnte das ausgefahrene Fahrwerk eine wichtige Rolle spielen. Es wird nur ausgefahren, wenn die Maschine an Land den Boden berühren soll und nicht bei einer Wasserung. Es sei aber unklar, ob die Räder vor dem Überschlag ausgefahren gewesen seien oder dies beim Unfall passiert sei, sagte Polizeisprecherin Karina Sadowsky.
