Oö: Feuerwehrfahrzeug mit eingelegtem Gang gestartet -> Durch Tor gefahren
Puchenau (Oö): Ein Unfall mit einem Feuerwehrauto hat sich am Freitagabend, 12. Juni 2009, in Puchenau (Bezirk Urfahr-Umgebung) ereignet. Ein Feuerwehrmann wollte das Fahrzeug von außen starten und übersah, dass der Gang eingelegt war.
Vom Trittbrett aus wollte der 21-Jährige am Freitagabend das im Zeughaus geparkte Fahrzeug starten. Er übersah dabei jedoch, dass bei dem Lastwagen der Gang eingelegt war. Das Fahrzeug machte einen „Sprung“ nach vorne, durchstieß dabei das geschlossene Garagentor und rammte danach einen vor dem Zeughaus geparkten Pkw. Der 21-Jährige wurde zwischen Fahrzeug und Garagentor eingeklemmt und verletzt. Er wurde ins Linzer Unfallkrankenhaus gebracht. Der Sachschaden dürfte beträchtlich sein.
Interview der Oö. Nachrichten:
Dramatische Minuten im Feuerwehrhaus: Markus Hehenberger wollte ein Feuerwehrauto vom Trittbrett aus starten. Doch der Gang war eingelegt, das Auto fuhr los. Der 21-Jährige wurde eingeklemmt, musste mit durchs geschlossene Tor fahren – ohne das Auto stoppen zu können.
OÖN: Herr Hehenberger, wie ist der Unfall passiert?
Hehenberger: Wir hatten eine Übung, als es plötzlich ein technisches Problem gab. Wir haben eine Pumpe nicht aus dem Auto herausgebracht. Wir holten den Gerätewart.
OÖN: Und um zur Pumpe zu gelangen, mussten Sie das Feuerwehrauto starten.
Hehenberger: Genau. Ich sag zum Gerätewart: „Ich start dir schnell das Auto“, stell mich auf das Trittbrett und greife mit der rechten Hand zum Zündschlüssel. Leider habe ich übersehen, dass der Gang eingelegt war. Ich hab gestartet und das Auto ist sofort losgefahren.
OÖN: Wie schnell?
Hehenberger: Es werden sieben, acht km/h gewesen sein.
OÖN: Wieso haben Sie nicht gebremst?
Hehenberger: Ich wollte, aber es war zu spät. Ich habe den Federspeicher (entspricht der Handbremse beim Auto, Anmerkung) nicht mehr erreichen können. Dann wurde ich eingezwickt. Das Feuerwehrauto fuhr an einer Säule vorbei, dadurch wurde die Tür immer weiter gegen meinen Körper gedrückt.
OÖN: So mussten Sie hilflos mitansehen, wie das Auto durch das geschlossene Tor des Feuerwehrhauses fuhr.
Hehenberger: Ja. Erst als wir draußen waren, konnte ich die Tür aufmachen. Ich bin dann auf den Boden gefallen, aufgestanden, hineingesprungen und habe den Federspeicher angezogen.
OÖN: Was ging Ihnen durch den Kopf?
Hehenberger: Ich hab’ nur geschaut, dass ich das Auto anhalten kann. Dann war das Chaos eh schon perfekt.
OÖN: War es wie ein Film, den man nicht stoppen kann?
Hehenberger: Ungefähr so. Man fährt durch die Tür und kann nichts dagegen tun. Als ich das Tor springen gesehen habe, war klar, das wird ein Riesenschaden. Und niemand konnte mir helfen. Danach haben mich meine Kameraden sofort geschnappt und mich verbunden. Ich hatte ziemliche Schmerzen.
OÖN: Was wurde verletzt?
Hehenberger: Das rechte Schulterblatt ist angeknackst, das rechte Schlüsselbein ist gebrochen, die Lunge leicht gequetscht.
OÖN: Machen Sie sich Vorwürfe?
Hehenberger: Ich habe viel darüber nachgedacht. Der Kommandant ist froh, dass mir nicht mehr passiert ist. Den Sachschaden kann man richten, sagt er.
OÖN: Bleiben Sie weiterhin Feuerwehrmann?
Hehenberger: Natürlich. Mit Leib und Seele!
