Nö: Tödlicher Brand in Semmering -> Schwere Vorwürfe gegen Feuerwehr
Semmering (Nö): Der oberste Feuerwehrchef des Bezirkes hatte eine böse Vorahnung. Deswegen sei der gesamte Einsatz auch penibel dokumentiert worden.
Der Großbrand am Semmering, bei dem am Mittwoch, 10.12.2008, eine 60-jährige Frau ums Leben kam und ihr 26-jähriger Sohn lebensgefährlich verletzt wurde, hat ein Nachspiel: Angehörige der Verunglückten erheben schwere Vorwürfe gegen die Einsatzkräfte. „Die Feuerwehr hat tatenlos zugesehen wie meine Ex-Frau in den Tod stürzte“, sagt Kurt Peutl und will rechtlich gegen die Freiwilligen-Organisation vorgehen.
Es waren dramatische Szenen, die sich Mittwochfrüh in der sogenannten Vecsei-Villa abspielten. Um 9.39 Uhr meldete der 26-jährige Torsten D.-Sch. via Notruf den Brand im Haus. Ihm und seiner Mutter Eleonore D.-Sch. war bereits der Fluchtweg ins Freie abgeschnitten. Die beiden flüchteten ins Dachgeschoß. Als das erste Fahrzeug der Feuerwehr Semmering um 9.56 Uhr am Brandort eintraf, stand die Villa bereits in Brand. Die 60-jährige Frau war in etwa 12 Meter Höhe aus einem Fenster auf die Dachschräge geklettert, wo sie sich an einem Vorsprung festklammerte. Der 26-jährige Sohn folgte ihr. Beide waren schließlich am Ende ihrer Kräfte und stürzten mehr als zehn Meter in die Tiefe.
Was tat die Feuerwehr in dieser Situation? Die zweiteilige Schiebeleiter (Standard-Ausrüstung) war für einen Rettungseinsatz zu kurz. Der Versuch, sich durch das Haus bis zu den Eingeschlossenen vorzukämpfen, scheiterte an den Flammen. „So brutal das klingt – man ist in so einer Situation zum Zuschauen degradiert“, sagt Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Huber und nimmt seine Männer in Schutz: Nach Prüfung aller Fakten könne er kein Fehlverhalten feststellen.
Das sieht der Ex-Mann der Verunglückten anders. Fuchsteufelswild stellte Kurt Peutl am Donnerstag verantwortliche Feuerwehrleute in Semmering zur Rede. Es soll dabei auch zu einem Handgemenge gekommen sein. Peutl wirft den Einsatzkräften vor, bei den Abstürzen tatenlos zugesehen zu haben. „Vier oder fünf Feuerwehrmänner werden es doch schaffen, den Aufprall abzufedern?“
Drehleiter:
Ein Luftkissen oder eine Drehleiter hätte die Tragödie verhindern können. Damit ist die Semmeringer Feuerwehr jedoch nicht ausgerüstet – trotz viel Hotellerie und hoher Bauten. Die nächste Drehleiter befindet sich in Gloggnitz. Als diese am Einsatzort eintraf, war die 60-Jährige bereits tot. Nun ist der Staatsanwalt am Zug. Der Hergang wird jetzt genau überprüft.
Todesopfer bei Hausbrand in Semmering (Fire-World-Bericht)
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