Deutschland: Tankwagen verlor in Herdecke über Domdeckel große Mengen Heizöl
Herdecke (Deutschland): Großer ABC-Einsatz zu Mittag des 2. Dezember 2008 in der Herdecker Innenstadt: Ein Lastkraftwagen der mit Heizöl beladen war hatte große Teile der Straßen kontaminiert.
Durch das aufmerksame Verhalten der Polizei sowie dem schnellen Eingreifen der Feuerwehr Herdecke konnte ein größerer Umweltschaden verhindert werden. Als Polizeihauptkommissar Ralf Bährens um kurz nach Zwölf von der Wetteraner Polizeiwache los fuhr, stieg ihm sofort intensiver Ölgeruch in die Nase. Auf dem Weg nach Herdecke hatte er schnell die Ursache gefunden: Ein mit 12.000 Litern Heizöl beladener LKW verlor aus dem Domdeckel (Dach) literweise gefährliches Heizöl.

Das Öl schwappte in den Kurven regelrecht aus dem undichten Domdeckel heraus und platschte auf die Straße. Zum Glück wurde kein Fußgänger oder Fahrzeug von dem Öl getroffen. Ralf Bährens versuchte den 39- jährigen Fahrer aus Bochum anzuhalten, was ihm aber erst am Herdecker Rathaus gelang. Parallel informierte er die Herdecker Feuerwehr, die mit einem ABC-Zug ausrückte.

Sofort dichteten die Herdecker Blauröcke mehrere Abwasserkanäle ab, um eine Umweltgefahr zu verhindern. „Dies gestaltete sich sehr schwierig, da es während des Einsatzes stark regnete“, so ein Feuerwehrsprecher. Nur geringe Mengen liefen in die Kanalisation. Die Untere Wasserbehörde sowie das Klärwerk wurden umgehend unterrichtet, sahen aber durch die geringe Menge keine weitere Gefahr.
Weiterhin pumpten die Blauröcke etwa 200 Liter Öl aus dem defekten Fahrzeug ab und verhinderten so ein weiteres Austreten. Währenddessen wurden viele Straßen in der Innenstadt mit Tonnen von Bindemittel abgestreut. Mit mehreren Streuwagen waren 25 Einsatzkräfte im Dauereinsatz. Zwei Kehrmaschinen fegten das kontaminierte Bindemittel wieder auf. „Insgesamt wurde über eine Tonne Bindemittel eingesetzt. Einen größerer Umweltschaden konnte hier verhindert werden“, so Einsatzleiter Lars Wendt

Durch den großen Umweltschutzeinsatz kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt. Auf den Halter des Fahrzeuges kommt nun ein Kostenbescheid der Feuerwehr zu. Die Herdecker Feuerwehr war mit sieben Fahrzeugen über dreieinhalb Stunden für die Umwelt im Einsatz. Die Ursache für die undichten Domdeckel ist bisher unbekannt. Die Schutzpolizei ermittelt.
