Wien: Wackeliger Turmdrehkran -> Intensiveinsatz und Häuser evakuiert
Wien: Zu einer Baustelle in die Hietzinger Hauptstraße wurden die Kräfte der Berufsfeuerwehr Wien am 25. November 2007 um 8.48 Uhr alarmiert. Im Hinterhof eines Gebäudes befindet sich eine Baugrube…
… mit ca. 50 x 20 x 3,5 Meter und einem Böschungswinkel von beinahe 90°. Mittig an der Baugrubenlängsseite befindet sich unmittelbar am Baugrubenrand ein Turmdrehkran mit einer Höhe von rund 28 Meter, einer Ausladung von rund 25 Meter und einem Gewicht von rund 18 Tonnen sowie einem Gegengewicht von rund 34 Tonnen .
„Wackeliger“ Untergrund: Der Turmdrehkran steht mit seinen Achsen auf vier Betonsockeln, wobei bereits zwei Sockel ca. 40cm frei raus über den Baugrubenrand hinausragten. Bei der Erkundung durch die Feuerwehr wurde ebenfalls festgestellt, dass im Bereich des Drehkranzes und hinter den beiden vorderen Achsen des Turmdrehkrans vermutlich nachträglich ein Betonstreifen zur besseren Lastverteilung errichtet worden ist. Das Erdreich in unmittelbarer Umgebung des Krans wies bereits parallel entlang der Längsseite der Baugrube Risse auf. Es wurde daraufhin der Permanenzingenieur, die zuständige Baufirma sowie sowie ein Mitarbeiter einer Kranfirma an den Einsatzort bestellt.
Nach Auskunft von des an eingetroffenen und zuständigen Bauleiters wurde das Streifenfundament in einer Tiefe von ca. vier Meter normal der Baugrube verlaufend errichtet. Gemeinsam mit dem Permanenzingenieur wurde weiters festgestellt, dass zwischen den beiden Streifenfundamenten vermutlich ein vorhandenes Loch vor Baubeginn mit Bauschutt gefüllt worden sein dürfte, was wiederum auf lockeres und nicht verdichtetes Erdreich schließen ließ.
Gefahr in Verzug: Da keine eindeutigen Aussagen über das Fundament des Turmdrehkrans gemacht werden konnten und aufgrund der vorherrschenden Wetterlage (laut ZAMG Windstärken bis 70 km/h) nicht ausgeschlossen werden, dass der Kran in die Baugrube stürzt. Aufgrund von Gefahr in Verzug wurden durch die Bewohner des im Hinterhof angrenzenden Hauses gewarnt. Weiters wurde die Evakuierung dreier Gebäude veranlasst! Die evakuierten Personen wurden derweilen in einem Bus der Wiener Linien betreut.
Maßnahmen am Kran: Der Turmdrehkran wurde mit den Mitarbeitern einer Fachfirma eingebremst. Von weiteren Feuerwehrkräften wurde mittels vorhandenen Baumaterials das Auflager für die Dreigurtstützen in der Baugrube als Lastverteilung errichtet. Auf dieses wurden zwei Dreigurtstützen, Stahl mit einer Länge von rund 3,30 Meter, zur Unterstützung des Baukrans zwischen der Baugrube und dem Kransockel aufgestellt. Nach diesen Sicherungsmaßnahmen konnte der Kran von der Fachfirma teilweise abgebaut (Zusammenlegen des Auslegers, Einfahren des Turmes und Entfernung sämtlicher Gegengewichte). Die Sicherung durch die Dreigurtstützen blieben bis auf weiteres aufrecht.
Nach der Information an die evakuierten Bewohner, dass sie die Wohnungen wieder betreten dürfen, konnte die Feuerwehr wieder einrücken. Einsatzende: 12.55 Uhr.
