Bayern: Eishalle durch Schneedruck eingestürzt – Weiteres Opfer gefunden
Bad Reichenhall (D): Am dritten Tag nach dem Einsturz der Eissporthalle sind in Bad Reichenhall zwei weitere Jugendliche tot geborgen worden. Die Helfer hatten zuvor mit schweren Spezialbaggern Teile des eingestürzten Dachs abgetragen.
Eine Frau und ein Mädchen würden noch unter dem Schutt vermisst, sagte der Polizeidirektor auf einer Pressekonferenz am Mittwoch, dem 4. Jänner 2005, in Bad Reichenhall. Sie seien noch nicht geortet, und es gebe auch kein Lebenszeichen von ihnen.
Am Vortag waren 11 der vermutlich insgesamt 15 Verschütteten tot geborgen worden. Es handelt sich um zwei Knaben und fünf Mädchen im Alter zwischen neun und zwölf Jahren, einen männlichen und einen weiblichen Jugendlichen im Alter von 14 und 15 Jahren sowie zwei Frauen im Alter von 40 und 41 Jahren. Alle Opfer stammten aus der Umgebung von Bad Reichenhall und Traunstein.
Rund 140 Helfer sind weiter dabei in den Trümmern nach den Verschütteten zu suchen. Die Arbeiten würden mit grosser Vorsicht durchgeführt, «auch wenn die Hoffnung sehr, sehr gering ist», weitere Überlebende zu finden, sagte ein Verantwortlicher. Zirka 40 Prozent der Eisfläche seien jetzt zugänglich. Dazu mussten grosse Teile der Eingangsseite des Sportstadions mit Spezialbaggern entfernt werden.
Die Bergungsarbeiten verliefen nicht einfach. Ein Bagger stützt das Dach, der andere reisst es Stück für Stück ab. Statiker sind ständig vor Ort. Weil einer der beiden Bagger ausgefallen war, mussten die Arbeiten in der Nacht mehrere Stunden unterbrochen werden. Die Helfer hoffen, die Bergung im Laufe des Mittwochs abschliessen zu können.
Die Bevölkerung von Bad Reichenhall gedachte am Dienstagabend der Opfer der Einsturz-Katastrophe. Mit Kerzen und Fackeln in der Hand versammelten sich Einwohner und Urlauber auf dem Rathausplatz. Viele hatten Tränen in den Augen. Einige bekreuzigten sich. Die Glocken der umliegenden Kirchen läuteten 20 Minuten lang zum Zeichen der Trauer. Nach dem stillen Gedenken steckten die Menschen die brennenden Kerzen und Fackeln in den Schneewall um den Rathausbrunnen.
In Berlin sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel: «Das grausame Schicksal, das insbesondere Kinder und junge Menschen erlitten haben, die einen unbeschwerten Ferientag mit ihren Familienangehörigen verleben wollten, bewegt mich und bewegt uns alle in ganz besonderer Weise.»
