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Oö: Aufregung um ORF-Beitrag: „Vereinsmeier“ verdienen mehr

Oberösterreich: Während viele Feuerwehrleute oft Probleme haben, überhaupt zu Einsätzen ausrücken zu dürfen, ohne Urlaub oder Zeitausgleich nehmen zu müssen, will die Johannes Keppler-Uni herausgefunden haben, dass vereinsaktive Menschen um bis zu 15% mehr verdienen!

Vor allem die Feuerwehrleute wissen, wie schwierig es heute oft ist, Beruf und Einsatzdienst regeln zu können. Nicht jeder Dienstnehmer sieht es gerne, wenn ein Mitarbeiter Mitglied einer Feuerwehr oder gar der örtlichen Feuerwehr ist. Vor allem in letzterem Fall wird gerne der Wunsch herangetragen, dass der Mann / die Frau auch zu Einsätzen freigestellt werden mag.

Die einen Dienstnehmer dulden dies, andere wiederum nur, wenn sich der Betroffene für die Zeit Urlaub oder Zeitausgleich nimmt. Andere wiederum haben zudem auch – unter vorgehaltener Hand – kaum Freude, überhaupt Mitarbeiter aufzunehmen, die beispielsweise in der Feuerwehr aktiv sind. Bekanntlich besteht bei der Feuerwehr kein im voraus eingeteilter Journaldienst, sondern permanent Dienst auf Abruf bzw. eben sofortiger Einsatz per Personenrufempfänger etc.

Für entsprechende Aufregung sorgt daher ein am 29. November 2005 in der Sendung „Bundesland Heute“ (ORF Oberösterreich) ausgestrahlter Beitrag, der aussagen soll, dass „Vereinsmeier“ berufliche Vorteile haben, in dem sie bis 15% mehr verdienen.
Es stellt sich vielerorts die Frage, welche Gruppen diese Studie tatsächlich untersucht hat oder die tatsächlichen Problematiken in irgend einer Form „übersehen“ worden sind… Bei den Feuerwehrleuten – die im Filmbeitrag auch vorkommen – herrscht jedenfalls Verwunderung und verständliche Aufregung über diese Berichterstattung…

Feuerwehr ist KEIN Verein: Ergänzend sei auch darauf hingewiesen, dass die Feuerwehr kein Verein ist! Unterschied dazu ist, dass die Aufgaben der Feuerwehren per Gesetz geregelt sind!

Der Beitrag im TV:
Zitat in der Sendung Oberösterreich heute vom 29. November 2005: Landsleute, die sich ehrenamtlich bei einem der unzähligen Vereine engagieren, verdienen um bis zu 15 Prozent mehr in ihrem eigentlichen Job. Das wollen Wissenschafter der Linzer Johannes Kepler Universität herausgefunden haben. Wie lukrativ ist das Ehrenamt also wirklich. Wir haben uns mit einigen eifrigen Vereinsmeiern darüber unterhalten.

Der Beitrag im Internet zum nochmaligen Ansehen

Der Online-Beitrag:
Vereinsmeiererei zahlt sich aus: Einer Studie der Uni Linz zu Folge verdienen ehrenamtlich tätige Bürger in OÖ durchschnittlich um 15 Prozent mehr. Je mehr ehrenamtliche Arbeit geleistet wird, desto höher der Mehrverdienst. Der nahe liegende Verdacht, dass Leute, die mehr Geld haben, es in Vereinsmeierei investieren, hat sich laut Studie nicht bestätigt.
Universitätsprofessor Franz Hackl, Martin Halla und Gerald Pruckner vom Institut für Volkswirtschaftslehre entdeckten aber, dass in der Vereinsarbeit vieles aufgebaut wird, das auch im Beruf von Nutzen sein kann: Etwa Organisationsgeschick und der richtige Umgang mit Menschen.

Die Folgerung der Wissenschafter: „Ehrenamtlich Tätige können vielfach andere berufliche Wege einschlagen, wo sie einfach mehr verdienen.“ Auch der Netzwerkgedanke spiele eine Rolle: Über die Vereinsarbeit würden Kontakte geknüpft und Kunden gewonnen. Dabei komme es nicht auf die Anzahl der Vereine an. Nach Ansicht der Studienautoren ist es sogar lukrativer, sich auf nur eine ehrenamtliche Tätigkeit zu konzentrieren, diese dann aber ordentlich zu betreiben.
Für Vereine oder Organisationen, wie etwa das Rote Kreuz oder die Freiwillige Feuerwehr, sei das eine wichtige Erkenntnis beim Werben neuer Mitglieder, sagen die Forscher.

51 Prozent der Österreicher sind in Organisationen oder Vereinen ehrenamtlich tätig. Im angelsächsischen und skandinavischen Bereich sind es rund 30 Prozent. Der Prozentsatz ist in Österreich auf dem Land größer als in der Stadt.
Der Mehrverdienst durch ehrenamtliche Tätigkeit ist übrigens nicht überall so hoch wie in Österreich: In den USA etwa profitieren nur die Männer. Dabei beläuft sich der Mehrverdienst auf zwei bis drei Prozent.
ORF Oberösterreich

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