Nö: Vier schwer Verletzte bei Zugsunfall bei Gramatneusiedl
Gramatneusiedl (Nö): Ein schweres Zugsunglück hat sich Dienstagmittag, 26. Juli 2005, bei Gramatneusiedl (Bezirk Wien-Umgebung) ereignet. Ein Güter- und ein Personenzug stießen zusammen.
Bei dem Zugsunglück westlich des Bahnhofs Gramatneusiedl (Richtung Himberg) stürzten drei Personen- und drei Kesselwaggons um. Die beiden Züge waren seitlich touchiert. Laut ersten Berichten der Einsatzkräfte des Roten Kreuzes und des ÖAMTC soll der Unfall vier schwer und neun leicht verletzte Personen gefordert haben. An der Unfallstelle waren vier Rettungshubschrauber, vier Notarztwagen und zahlreiche Rettungsautos im Einsatz. Wie es zu dem Unglück kam, ist noch ungeklärt. Drei Waggons des Personenzuges entgleisten bei dem Zusammenstoß und stürzten um.
Nach dem Zugsunglück musste sich die Feuerwehr mit schwerem Gerät zu den Opfern vorgekämpft, bevor die Eingeschlossenen befreit werden konnten. „Ich habe einen Knall gehört, dann ist der Waggon seitlich links umgekippt und dahingeschlittert. Es war wahnsinnig viel Staub im Waggon, weil dabei die Fenster aufgeschlitzt worden sind.“
So schilderte ein bei dem schweren Zugunglück von Gramatneusiedl (Bezirk Wien-Umgebung) fast unverletzt gebliebener Fahrgast im Gespräch mit der APA, der Austria Presse Agentur seine Eindrücke.
Der Burgenländer aus dem Bezirk Neusiedl am See hatte sich in der oberen Etage des zweistöckigen „Wiesel“-Waggons befunden, als der Personenzug einen Güterzug touchierte. „Ich war im ersten Waggon, dort, wo die schwer Verletzten gefahren sind. Die Verletzten dürften aber unten mitgefahren sein. Ich selbst habe nur eine Beule an der linken Kopfseite abbekommen.“ „Ich befand mich fast allein in der oberen Etage des Waggons. Beim Zusammenstoß wurde ich auf die gegenüberliegende Sitzbank geschleudert und habe mich dort festgekrallt“, erzählte der Nordburgenländer. Nachdem die Garnitur zum Stillstand gekommen war, suchte er einen Weg nach draußen.
„Zuerst habe ich eine Tür gefunden, aber der Waggon liegt ja flach, man konnte nicht raus. Dann habe ich ein oben liegendes Fenster zerschlagen und bin rausgeklettert. Einige jüngere Leute sind mir auf diese Weise nach draußen gefolgt. Dann haben wir gerufen: ‚Wer hat Handys? Schnell Feuerwehr und Rettung rufen!‘ Nach 20 Minuten oder einer halben Stunden waren die Helfer da.“
„Den ersten der blutüberströmten Schwerverletzten haben die Helfer gegen 12.25 Uhr aus dem Waggon geborgen“, berichtete der Augenzeuge von seinen Beobachtungen.
