Feuerwehren im Überflutungs-Dauereinsatz
Österreich: Die starken Regenfälle der vergangenen Tage haben in Teilen Österreichs nun zu ersten Überschwemmungen geführt. In Salzburg herrscht seit Montagmittag, 11. Juli 2005, Katastrophenalarm.
Besonders kritisch ist die Situation dort entlang der Salzach und der Saalach. Beide Flüsse erreichten bereits äußerst kritische Pegelstände. Die Hochwasser führende Salzach bedroht akut den Ort Mittersill im Pinzgau. In der Gemeinde wurden Dämme aus Zehntausenden Sandsäcken errichtet, um Gebäude vor dem Wasser zu schützen. Das Bundesheer schickte Soldaten, um die Bevölkerung und die Gemeinden zu unterstützen – mehr dazu in salzburg.ORF.at
Im Wald im Pinzgau ist eine Siedlung bedroht – hier muss mit schwerem Gerät gegen die Wassermassen vorgegangen werden, die einen Damm auszuhöhlen drohen. In der Umgebung der Gemeinde ist die Salzach bereits an mehreren Stellen über die Ufer getreten.
In Oberösterreich standen Feuerwehren und freiwillige Helfer bereits seit der Nacht auf Montag im Dauereinsatz. Mehrer Flüsse und Bäche waren dort über ihre Ufer getreten. Im Raum Perg und Steyr mussten die Helfer immer wieder ausrücken, Entspannung ist bisher nicht in Sicht. In Garsten wurde sogar der Wachturm des Gefängnisses evakuiert.
Auch aus Niederösterreich wurde am Montag aus einigen Gebieten eine kritische Situation gemeldet. Am Kamp galt im Bereich von Gars Hochwasserstufe 1. Seit den Morgenstunden in Alarmbereitschaft, waren die Feuerwehren dort unterwegs, um die Ufer zu „bewachen“. Überflutungen blieben bisher allerdings aus, so der Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos für Niederösterreich, Jörg Würzelberger. Noch sei man „meilenweit“ von der Situation im August 2002 entfernt, als ein Jahrhundert Hochwasser im Kamptal schwere Verwüstungen anrichtete. Kritisch stellte sich die Situation am Montag trotzdem in Zwettl dar, wo die Zwettl über die Ufer zu treten drohte: „Es ist ganz knapp“, so Würzelberger.
In Tirol kam es zu vereinzelten Murenabgängen. Im Bezirk Kitzbühel verschüttete Montagfrüh ein Erdrutsch die Bundesstraße B161 auf zwanzig Metern Länge. Die Mure war rund zehn Meter breit und hatte stellenweise eine Höhe von 1,5 Metern.
In Wien wurde Montagmittag der Hochwasserdienst einberufen. Zu diesem Zeitpunkt betrug der Pegelstand der Donau in Klosterneuburg 513 Zentimeter, Tendenz steigend.
Laut aktuellen Prognosen soll der Pegel am Nachmittag etwa auf 5,30 Meter steigen, hieß es. Gefahr drohe dadurch aber nicht. Zum Vergleich: Die Wasserdurchflussmenge beim Jahrhundert-Hochwasser im Jahr 2002 war drei Mal so groß.
