250 Feuerwehrleute bei Katastrophenschutzübung
Spielberg (Stmk): Am 09. Oktober 2004 probten rund 250 Feuerwehrmänner aus dem Bezirk Knittelfeld den Ernstfall. Übungsannahme war ein schweres Gewitter mit Hagelstürmen während einer Großveranstaltung am ehemaligen Gelände des A 1 Ringes Austria.
Die alljährliche FuB Übung (Feuerlösch- und Bergebereitschaft) unter der Leitung des F.u.B. Kommandanten Abschnittsbrandinspektor Johann Neumann (FF St. Margarethen) gliederte sich wie folgt:
Durch den Gewittersturm schlug ein Blitz in das Wirtschaftsgebäude der Familie Schindelbacher ein. Die um 23:02 Uhr alarmierte Feuerwehr Spielberg rückte mit 4 Fahrzeugen zum Einsatzort aus, wo nach Erkunden der Lage durch den Einsatzleiter Abschnittsbrandinspektor Stefan Rinofner Alarmstufe III ausgelöst wurde.
Die laut Alarmierungsrichtlinien der Stufe III des Bezirksfeuerwehrverbandes Knittelfeld alarmierten Feuerwehren Stadt Knittelfeld, Apfelberg, Sachendorf, Betriebsfeuerwehr ATB Spielberg rückten zum 23:05 Uhr zum Einsatz aus. Aufgrund einer Großveranstaltung am A 1 Ring Austria, befand sich neben den Wirtschaftsgebäude ein Campingplatz mit über 1.000 Campern. Durch Schaulustige ereignete sich ein folgenschwerer Verkehrsunfall im Bereich des Einsatzortes.
Ein durch den Sturm ungeknickter Baum fiel auf einen Pkw, dabei wurden 2 Personen im Fahrzeug lebensbedrohlich eingeklemmt. Fast zeitgleich schlug ein weiterer Blitz in den angrenzenden Wald ein und setzte diesen in Brand. Der für die Luftraumüberwachung eingesetzte Hubschrauber wurde beauftragt, die Lage des Waldbrandes aus der Luft zu kontrollieren.

Rechts: Löscharbeiten bei dem abgestürzten Hubschrauber.
Wenige Minuten nach dem Start meldete der Pilot des Hubschraubers den Ausfall des Heckrotors. Durch den starken Sturm stürzte der Hubschrauber im Bereich der Campingplatz ab und fing Feuer. Der Einsatzleiter der FF Spielberg, Abschittsbrandinspektor Stefan Rinofner, entschied sich um 23:50 Uhr die F.u.B/KHD 49 Knittelfeld anzufordern. Die Feuerwehren Bischoffeld, Sachendorf und Betriebsfeuerwehr der ÖBB, (Einsatzabschnittsleitung ‚Wasserbezug‘ mit Einsatzabschnittsleiter Hauptbrandinspektor Maximilian Koini – FF Sachendorf), stellten den unter schwierigsten Bedingungen einen Wasserbezug (Höhenunterschied ca. 30 Meter im steilen Gelände) für die Tanklöschfahrzeuge Spielberg, Knittelfeld, Apfelberg und Sachendorf her.
Insgesamt wurden bei dieser Katastrophenschutzübung ca. 200.000 Liter Wasser aus dem ca. 600 Meter entfernten Ingeringbach gefördert. Die Feuerwehr St. Margarethen, Rachau, Betriebsfeuerwehr ATB Spielberg und Glein waren für das Freimachen der Verkehrswege und dem Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen sowie Absperrmaßnahmen verantwortlich. (Einsatzabschnittsleitung ‚Verkehrsunfall‘ unter der Leitung vom Hauptbrandinspektor Werner Scherz – FF Rachau)
Die Wasserversorgung für den Hubschraubercontainer der Feuerwehr Scheifling waren die Feuerwehren Preg, Kobenz und Seckau eingeteilt. Laut dem Einsatzabschnittsleiter ‚Waldbrand Berg‘ Hauptbrandinspektor Harald Schaden (FF Zeltweg Stadt) wurden mit dem Hubschrauber 18 Mann, 1 Tragkraftspritze, 50 Schläuche div. Schanzwerkzeug und ca. 50.000 Liter an Löschwasser an die Brandstelle geflogen. Die für den Waldbrand benötigten Utensilien wurden beim Landeplatz fachmännisch für den Flugbetrieb, unter der Leitung des Einsatzabschnittsleiters ‚Waldbrand Thal‘ Leonhard Reiter – FF Seckau unter größter körperlicher Anstrengung vorbereitet und auf die Trage des Hubschraubers verladen.

Rechts: Der Atemschutztrupp Spielberg beim Retten der Tiere während des Wirtschaftsgebäudebrandes .
Für die Rettung der Hubschrauberpiloten wurde eigens der Rettungshubschrauber des Bundesheeres vom Stützpunkt Zeltweg angefordert. Die Bergung wurde durch die Mannschaft des Flughafenlöschfahrzeuges vom Militärflughafen Zeltweg unter der Leitung vom Vizeleutnant Josef Götschl (Flughafenfeuerwehr Zeltweg) perfekt organisiert und durchgeführt.
Die Feuerwehr Kleinlobming war mit einem Kleinlöschfahrzeug für die Wasserversorgung des Flughafenlöschfahrzeuges 5000 verantwortlich, wobei hier 15.000 Liter an Wasser aus einem Bach gefördert wurden. Beim Wirtschaftsgebäudebrand konnte um 05:50 Uhr und beim Waldbrand um 12:45 Uhr ‚Brand aus‘ geben werden. Insgesamt waren bei diesem Einsatz 251 Mann mit 28 Fahrzeugen und 2 Hubschraubern 13 Stunden freiwillig und unentgeltlich im Einsatz um für zukünftige Großveranstaltungen am Ring gewappnet zu sein.
