Mix

Deutschland: Digitalfunk kommt und kostet…

Cuxhaven (Deutschland): „Die unendliche Geschichte“ nennt Wilfried Wrede vom Ordnungsamt des Landkreises Cuxhaven das Thema Digitalfunk. Doch nun ist ein Ende abzusehen. Ende 2011 sollen in einer Sammelbestellung die neuen Funkgeräte für die Feuerwehren angeschafft werden.

Wilfried Wrede informierte die Politiker in Beverstedt über die Änderungen für die Samtgemeinde und den Fortschritt des Projekts.

Die fehlenden oder zu schwachen Verschlüsselungsmöglichkeiten für den Analogfunk – dessen Anfänge schon 1919 erfolgten – machen die digitale Technik erforderlich. Künftig funken die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (kurz BOS), zu denen Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst gehören, auf dem Sicherheitsstandard des Verfassungsschutzes. Bei der Entwicklung hinkt Deutschland aber allen anderen Ländern in Europa hinterher. Obwohl die eigens gegründete Bundesanstalt für Digitalfunk zur Fußball-WM 2006 den Betrieb testete, ist eine flächendeckende Nutzung erst in den nächsten Jahren abzusehen.

„Der Ausbau im Landkreis Cuxhaven ist für das dritte Quartal 2011 terminiert“, erklärt Wilfried Wrede. Wegen der Geheimhaltung darf er die Standorte der Funkmasten nicht preisgeben. „Wir werden Standorte der Mobilfunkbetreiber nutzen“, verrät er aber. „Nur vier neue Standorte müssen im Kreis errichtet werden“, ergänzt er.

Für die Samtgemeinde Beverstedt bedeutet dies, dass die bisherigen Funkgeräte in den Feuerwehrfahrzeugen ersetzt werden müssen und die Ausbildung der Feuerwehrleute erneuert werden muss. Die Samtgemeinde Beverstedt hat bereits beschlossen, für 2011 fünf Geräte anzuschaffen, um erste Erfahrungen im Testbetrieb zu sammeln. „Im Herbst 2011 wollen wir dann eine Sammelbestellung vom Landkreis starten. Dann können die Kommunen einen günstigen Preis für die Restbeschaffungen erzielen“, erläutert Wrede.

Auf die Frage der Politiker „Welche Kosten kommen auf uns zu?“, antwortete Wilfried Wrede: „Die Kosten für ein Fahrzeugfunkgerät liegen zwischen 800 und 1000 Euro. Dazu kommt noch der Einbau mit rund 500 Euro.“ Beverstedts Gemeindebrandmeister Klaus Tienken ergänzte: „Wir haben 27 Feuerwehrfahrzeuge in der Samtgemeinde.“

2012 soll der Betrieb des Digitalfunks dann starten. „Aber der analoge Funk bleibt solange erhalten, bis ausreichend Probezeit mit der neuen Technik erfolgt ist“, macht Wrede deutlich.

Wenn die Abschaltung erfolgt, wird die digitale Technik neben dem Funkverkehr auch die Alarmierung der Einsatzkräfte übernehmen. Hier überraschte der Experte die Politiker mit den Kosten: „Zwischen 150 und 230 Euro kostet ein Funkmeldeempfänger.“ Die bisherigen Melder oder Pieper kosten mehr als 500 Euro pro Gerät.

Nordsee Zeitung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert