Technisch

Stmk: Polizei-Hubschrauber abgestürzt -> 2 Tote, 1 Verletzter (Deutschlandsberg)

Deutschlandsberg (Stmk): Zum Absturz eines Polizeihubschraubers kam es am Nachmittag des 10. März 2009 kurz vor 14.30 Uhr im Stadtgebiet von Deutschlandsberg. Aus bislang unbekannter Ursache hatte der Hubschrauber des Innenministeriums ein Haus gestreift und war am Uferweg abgestürzt.
Update per 17. März: 2. Opfer verstorben!

BM Helmut Neubauer von der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Deutschlandsberg, welcher sich in unmittelbarer Nähe zum Unglücksort aufhielt, eilte sofort zum Wrack und rettete mit Hilfe weiterer Passanten die drei Insassen aus dem Hubschrauber (ein Insasse starb laut Info des ORF im Krankenhaus). Von Seiten der Bezirksalarmzentrale der Feuerwehr wurden die Feuerwehren Deutschlandsberg und Wildbach zum Einsatz alarmiert. Da aus dem Hubschrauber Kerosin ausgetreten war, wurde sofort eine großräumige Absperrung der Unglücksstelle durchgeführt und die Überreste des Hubschraubers mit einem Schaumteppich überzogen, um einen Brandausbruch auszuschließen.

Das Rote Kreuz, welches mit einem Großaufgebot an Sanitätern und zwei Rettungshubschraubern im Einsatz stand, versorgte parallel dazu die drei Schwerverletzten. Die beiden Feuerwehren stehen derzeit noch mit sechs Fahrzeugen und 27 Mann im Einsatz, die Polizei ermittelt zur Zeit die Unfallursache.

Bezirks-Feuerwehrverband Deutschlandsberg

ORF-Bericht:
Im Stadtgebiet von Deutschlandsberg ist am Dienstag, dem 10. März 2009, ein Polizeihubschrauber abgestürzt. Einer der Insassen erlag seinen schweren Verletzungen – zwei weitere schweben in Lebensgefahr. Der „Libelle“-Hubschrauber vom Typ Ecureuil stürzte gegen 14.40 Uhr ab und schlug direkt neben der Praxis eines Kinderarztes am Stadtrand in der Nähe des Laßnitzufers auf. Er soll kurz davor ein Haus gestreift haben, sagte Bezirkspolizeikommandant Alois Herzog. Ein 26-jähriger Bauarbeiter beobachtete den Absturz: „Die Maschine hat über unserer Baustelle einen Bogen gemacht. Wir dachten, sie landet auf dem nahen Sportplatz. Dabei streifte sie das Haus, hat plötzlich an Höhe verloren und es nicht mehr über die Bäume geschafft.“ Es habe beim Aufschlag einen „dumpfen Knall“ gegeben.

Bei den Insassen handelt es sich um den Piloten, einen Exekutivbeamten und einen Bergretter, wie Bezirksrettungskommandant Klaus Zotter mitteilte. Einer der drei starb nach dem Absturz, die beiden anderen sollen lebensgefährlich verletzt sein. Laut Rudolf Gollia vom Innenministerium würden am späten Nachmittag die Angehörigen der Opfer verständigt. Bis dies geschehen sei, werde es verständlicherweise keine Hinweise auf die Identität der Verunglückten geben. „Das Wrack hat glücklicherweise nicht zu brennen begonnen“ so Zotter. Dennoch herrschte zunächst Explosionsgefahr wegen des ausgeflossenen Kerosins. Das Gebiet wurde von Polizei und Feuerwehr abgesperrt.

An Gebäuden gab es keine Schäden. Außer den Insassen gab es keine weiteren Verletzten. Es sei ein „großes Glück“, dass nicht mehr passiert sei, so ein Rotkreuz-Sprecher. In Deutschlandsberg findet gerade der „40-Märtyrer-Kirtag“ statt. Vier Notärzte waren sofort an der Absturzstelle, ebenso zwei Rettungshubschrauber des ÖAMTC.
Beamte des Landeskriminalamtes (LKA) Steiermark seien an der abgesperrten Unglücksstelle, um „Beweisstücke zu sichern und die Unfallursache zu ermitteln“, so Gollia. Es sei davon auszugehen, dass auch eine Flugunfallkommission eingesetzt werde, doch liege dies in der Zuständigkeit des Verkehrsministeriums.
Mit Hilfe des Hubschraubers sollte eine Suchaktion nach einem Abgängigen vorbereitet werden. Die Maschine sei deshalb im Uferbereich der Laßnitz eingesetzt gewesen, die Suchaktion hätte laut Herzog am Mittwoch starten sollen

ORF Steiermark

Bergung des Hubschraubers am 11. März 2009:
Nachdem gestern Abend und in der Nacht noch die Erhebungen der Flugunfallkommission nach dem Absturz des Polizeihubschraubers bis 22.00 Uhr dauerten, wurden die Arbeiten heute um 07.00 Uhr morgens fortgesetzt. 25 Mann der Einsatzeinheit der Polizei bewachten während der Nacht die Absturzstelle, die Feuerwehr Deutschlandsberg sorgte in dieser Zeit mit elf Mann für die Ausleuchtung und den erforderlichen Brandschutz. Heute morgen wurden dann um 07.00 Uhr die weiteren Arbeiten durchgeführt. Am Vormittag wurde zunächst die Unfallstelle vermessen, dazu kam auch die Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Deutschlandsberg zum Einsatz, um Aufnahmen aus der Luft von der Unfallstelle zu machen.
Den Einsatzkräften der Feuerwehr bereiteten zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich die aus dem Hubschrauber ausgetretenen rund 150 l Kerosin Sorgen, deshalb wurde von Einsatzleiter ABI Karl-Heinz Hörgl bereits am Vormittag der Chemiealarmdienst des Landes Steiermark verständigt.

Um 13.00 Uhr waren die Erhebungen vor Ort so weit abgeschlossen, dass mit der Bergung des Helikopters begonnen werden konnte. Dieser wurde mit einem Kran der Feuerwehr auf einen Anhänger verladen, das Wrack wird zur weiteren Untersuchung nach Wien überstellt.

In weiterer Folge traf die Sachverständige des Chemiealarmdienstes ein. Da sich der Unglücksort direkt neben der Laßnitz befindet wurde ein ausbaggern des Erdreichs angeordnet. Um ein weiteres versickern bei eventuellem Regen zu verhindern wurde das kontaminierte Erdreich von der Feuerwehr auf Anweisung mit Planen abgedeckt. Wie stark die Kontamination ist und wie viel Erdreich ausgebaggert werden muss wird sich erst morgen im Laufe der Arbeiten feststellen lassen.

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Deutschlandsberg stand heute mit fünf Fahrzeugen und 14 Mann zur Unterstützung der Polizei und bei den Aufräumarbeiten im Einsatz. Nach rund 25 Stunden konnte der Einsatz seitens der Feuerwehr abgeschlossen werden.

Bezirks-Feuerwehrverband Deutschlandsberg
Freiw. Feuerwehr Deutschlandsberg

Zweites Opfer an den Verletzungen erlegen:
Der Hubschrauberabsturz in Deutschlandsberg am vergangenen Dienstag hat ein zweites Todesopfer gefordert: Ein 49-jähriger Polizist vom Posten Deutschlandsberg erlag am Montag, dem 16. März 2009, seinen schweren Verletzungen. Der Hubschrauber war im Zuge der Vorbereitung auf eine Suchaktion am Ufer der Laßnitz abgestürzt, nachdem er an Höhe verloren und ein Hausdach gestreift hatte. Der Pilot des Helikopters war kurz nach dem Unfall verstorben; beim dritten Insassen, einem 52-jährigen Polizeibeamten aus der Obersteiermark, bestand keine Lebensgefahr. Das Wrack wird derzeit bei der Flugunfallkommission in Wien untersucht. Das Triebwerk war erst Anfang März gewechselt worden – mit der davor generalüberholten Turbine wurden bis zum Unglück neun Flugstunden absolviert.

ORF Steiermark

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