Oö: Nach Schneedruck drohen jetzt Überschwemmungen
Oberösterreich: In Ulrichsberg, Bruck-Waasen und Julbach stürzten am 9. März 2006 wegen Schneedrucks Dächer ein. Sturm fegte mit bis zu 70 km/h über Oberösterreich. An 10. und 11. März 2006 drohen Überflutungen.
Johann und Friederike Moser und ihre beiden Kinder wurden gestern um 4.20 Uhr in ihrem Haus in Schindlau bei Ulrichsberg „durch einen Rumpler“ aus dem Schlaf gerissen. Das Dach auf der Südseite war eingestürzt. Der Stadl wurde dem Erdboden gleichgemacht. Dabei hatte der Sohn des 49-jährigen Hausbesitzers erst vor zwei Wochen das Dach abgekehrt.
Hallendach brach ein: Gestern Nachmittag brach das Dach einer bereits aus Sicherheitsgründen gesperrten Firmenhalle unter der Schneelast zusammen. Kurz darauf stürzte auch in Julbach neben dem Feuerwehrzeughaus das Dach eines unbewohnten Hauses ein. Die Schäden sind beträchtlich. Verletzt wurde in allen drei Fällen niemand. In Unterweißenbach hingegen stürzte der Tischler Klaus H. (19) beim Abschaufeln eines Hausdaches vier Meter ab und musste mit einem Rettungshubschrauber zum Krankenhaus Freistadt geflogen werden. Hallstatt und Obertraun waren gestern wegen Lawinengefahr auf dem Straßenweg nicht erreichbar.
Die Feuerwehr war erneut in weiten Teilen Oberösterreichs unterwegs, um einsturzgefährdete Dächer abzuschaufeln oder abzustützen. Jetzt werden die fleißigen Helfer auch noch zum Kellerauspumpen gerufen werden. Deutliche Plusgrade könnten heute und morgen in Teilen Vorarlbergs und Oberösterreichs jede Menge Schmelzwasser „produzieren“. Laut Wetterdienst „Meteomedia“ seien überschwemmte Straßen und Keller nicht auszuschließen. Wirklich gefährlich dürften die Wassermengen aber nicht werden.
Kein Frühling in Sicht: Denn am Samstag bricht die nächste Kaltfront herein, die sich auch am Sonntag im gesamten Bundesgebiet hartnäckig festsetzen wird. Die Schmelzwasserproblematik wird sich dadurch ganz von selbst lösen. Allerdings ist damit auch die Frage nach dem Frühlingsbeginn deutlich beantwortet. Chefmeteorologe Manfred Spatzierer sagt: „In absehbarer Zeit ist keine Erwärmung in Sicht.“
