Oö: Vom 3-Achs-Heckkran zum 4-Achs-WLF-K2 KS – neue Möglichkeiten bei der FF Alkoven
ALKOVEN (OÖ): Im zweiten Quartal 2026 begann bei der Freiwilligen Feuerwehr Alkoven im Bezirk Eferding eine neue Ära beim Kranstützpunkt. Nach fast 28 Jahren wurde das bisherige dreiachsige Kranfahrzeug durch einen schweren Vierachs-Wechsellader mit Kran ersetzt. Mit dem neuen WLF-K2 KS steht damit nicht nur wesentlich mehr Kranleistung zur Verfügung – auch das Containersystem erweitert die Möglichkeiten des Stützpunktfahrzeuges des Landes-Feuerwehrverbandes Oberösterreich erheblich.

Mit April 2026 begann bei der Freiwilligen Feuerwehr Alkoven im Bezirk Eferding eine neue Ära beim Kranstützpunkt. Nach fast 28 Jahren wurde das bisherige dreiachsige Kranfahrzeug durch einen schweren Vierachs-Wechsellader mit Kran ersetzt. Mit dem neuen WLF-K2 KS steht damit nicht nur wesentlich mehr Kranleistung zur Verfügung – auch das Containersystem erweitert die Möglichkeiten des Stützpunktfahrzeuges erheblich.

Vierachser mit 480 PS
Als Fahrgestell dient ein MAN TGS 35.480 8x2H-6 BL CH mit 480 PS und drei gelenkten Achsen. Bei Bedarf sorgt der hydrostatische MAN HydroDrive an der Vorderachse für zusätzliche Traktion. Gegenüber dem bisherigen Dreiachser wurde vor allem auch die Wendigkeit des Fahrzeuges deutlich verbessert.

74,7 Metertonnen und rund 30 Meter Reichweite
Herzstück des Fahrzeuges ist der unmittelbar hinter dem Fahrerhaus aufgebaute Palfinger PK 78002 SH-F mit einem Lastmoment von 74,7 Metertonnen. Der Hauptarm erreicht rund 18 Meter. Mit zusätzlichem Jib wächst der Arbeitsbereich auf etwa 30 Meter. Selbst dort verbleiben noch rund 730 Kilogramm Hubkraft.

Die elektronische Standsicherheitsüberwachung HPSC berücksichtigt die tatsächliche Stellung der bis zu 8,6 Meter breit ausfahrbaren Abstützung und passt den möglichen Arbeitsbereich entsprechend an. Dadurch kann der Kran auch bei eingeschränkten Platzverhältnissen mit teilweise ausgefahrenen Stützen betrieben werden.

Zwei Seilwinden für unterschiedliche Aufgaben
Neben dem Ladekran verfügt das WLF über zwei voneinander getrennte Seilwindensysteme. Eine hydraulische 34-kN-Seilwinde am Kran dient vor allem für Hebearbeiten. Im Fahrzeugheck befindet sich zusätzlich eine Rotzler-Einbauseilwinde mit 100 kN Zugkraft und 90 Metern Seil, die unter anderem für Fahrzeugbergungen oder das Heranziehen schwerer Lasten eingesetzt werden kann.

Vom Kranfahrzeug zum Logistiksystem
Der wesentliche konzeptionelle Unterschied zum Vorgänger findet sich hinter dem Ladekran. Ein Palfinger-Abrollkipper mit 15 Tonnen Hubleistung macht aus dem bisherigen Kranfahrzeug gleichzeitig ein Logistiksystem. Unterschiedliche Abrollbehälter können selbstständig aufgenommen, abgesetzt oder – abhängig von deren Bauart – abgekippt werden.

Standardmäßig gehört zum WLF-K2 KS ein langer Abrollbehälter Logistik. Dieser nimmt einen wesentlichen Teil des Kran- und Anschlagzubehörs auf und verfügt am Heck über eine Vertikalladebühne mit 1,5 Tonnen Tragkraft. Zusätzlich steht der FF Alkoven derzeit eine Mulde zur Verfügung, in der die Ausrüstung für die Ölwehr Donau untergebracht ist.
Umfangreiches Zubehör
Mit Arbeitskorb, Holzgreifer, Palettengabel, Schalengreifer sowie umfangreichen Anschlagmitteln lässt sich das Einsatzspektrum zusätzlich erweitern. Damit reicht die Bandbreite vom Heben schwerer Lasten über Räumarbeiten bis hin zur Aufnahme von Holz oder palettierten Gütern.

Bis zu 37 Tonnen Gesamtgewicht
Mit aufgezogenem Logistikbehälter bringt das WLF rund 32 Tonnen auf die Waage. Eine vom Landes-Feuerwehrverband beantragte Routengenehmigung ermöglicht ein höchstzulässiges Gesamtgewicht von 37 Tonnen.
Mehr als nur ein stärkerer Kran
Das neue WLF-K2 KS ist damit weit mehr als der leistungsstärkere Nachfolger des bisherigen Kranfahrzeuges. Kran, Jib, zwei Seilwindensysteme und Hakenlift verbinden sich zu einem vielseitigen Hebe-, Berge- und Logistiksystem für örtliche wie überregionale Einsätze.
Fünf Stück in Oberösterreich
In Obersterreich sind Fahrzeuge wie dieses auch bei den Freiw. Feuerwehren Braunau, Naarn und Micheldorf sowie der sich in ein paar Details unterscheidende Prototyp der Feuerwehr Enns stationiert.
Eine ausführliche Technikreportage mit zahlreichen Detailinformationen und Bildern zum WLF-K2 KS der Feuerwehr Alkoven gibt es auf der Webseite der FF Alkoven unter den Fahrzeugen.


