Bayern: Dachstuhlbrand kurz nach Jahresbeginn 2015 in München

München (Bayern): Kurz nach Mitternacht rückte die Feuerwehr München am 1.1.2015 zu einem Dachstuhlbrand in die Wilhelmstraße aus. Mehrere Anrufer meldeten Flammen auf dem Dach des dreistöckigen Wohnhauses.

Bei der Ankunft der ersten Einsatzkräfte brannte das Dach im Traufenbereich auf der Gebäuderückseite. Das Feuer breitete sich schnell unter der Blechbedachung auf die gesamte Dachlänge von 25 Meter aus. Zur Brandbekämpfung wurden zwei C-Rohre im Innenangriff eingesetzt. Parallel dazu ein weiteres C-Rohr von außen über das Nachbarhaus sowie ein C-Rohr über die Drehleiter.

Um an den brennenden Dachstuhl und die darüber liegende Verschalung zu gelangen, musste in dem gerade fertig renovierten Wohnhaus die komplette Rigipsverkleidung und Dämmung entfernt werden. Von außen wurde durch die Höhenretter das Blechdach gewaltsam geöffnet und entfernt.

Immer wieder fachte der Wind Glutnester an und ließ die Flammen wieder auflodern. Des weiteren gestalteten sich die Löschmaßnahmen durch die aufgeschütteten Schneemaßen und fehlende Anleitermöglichkeit im direkten Brandbereich als sehr schwierig.

Erstmalig wurde eine im Probebetrieb befindliche Drehleiter mit „Knickeinrichtung“ zum Einsatz gebracht. Diese wurde explizit nachgefordert, da es somit möglich war über den Dachfirst hinweg auf die Dachrückseite zu gelangen. In dem gerade komplett renovierten Wohnhaus war das Dachgeschoss sowie das dritte Obergeschoss noch nicht bewohnt. Die Bewohner der unteren Stockwerke waren zum größten Teil nicht Zuhause. Im Großraumrettungswagen wurden während der langwierigen Löschmaßnahmen acht Personen betreut. Die Löschmaßen und Nachlöscharbeiten dauern noch bis in den frühen Vormittag
an.

Die Gebäudestatik wird zur Zeit durch einen Statiker der LBK beurteilt. Allein bei diesem Großbrand waren circa 100 Einsatzkräfte im Einsatz. Es wurden während der Arbeiten weit über 50 Pressluftatmer verbraucht. Der Sachschaden wird auf mindestens 200.000€ geschätzt.
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Silvesterbilanz der Feuerwehr München:
Der Jahreswechsel 2014/15 sorgte wieder für ein erhebliches Alarmaufkommen bei der Feuerwehr und dem Rettungsdienst. Bis in die frühen Morgenstunden mussten die Einsatzkräfte der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr zu 155 Einsätzen (Vorjahr: 143) ausrücken. In den meisten Fällen hatten Feuerwerkskörper Müll- und Wertstoffcontainer in Brand gesetzt. Mehrere Balkone wurden durch fehlgeleitete Silvesterraketen in Brand gesetzt.
In der Wastl-Witt Straße (21.21 Uhr) konnte das Übergreifen der Flammen vom Balkon in die Wohnung im letzten Moment verhindert werden. Die Einsatzkräfte bekämpften das Feuer mit zwei C-Rohren im Außen- und Innenangriff. Der Schaden beläuft sich hier auf circa 5.000€. Ursächlich für ausgedehnte Zimmerbrände in der Sauerbruchstraße und in der Pettenkoferstraße waren ebenfalls Silvesterraketen.
In der Sauerbruchstraße (00.16 Uhr) drang eine Rakete in die mit Glas überbaute Loggia im zweiten Obergeschoss ein. Von dort aus breitete sich das Feuer in die Wohnung aus. Die Einsatzkräfte setzten zur Brandbekämpfung ein C-Rohr im Innenangriff, sowie ein zweites über die Drehleiter ein. Durch das Feuer brannten zwei Zimmer der Wohnung komplett aus.
Der Schaden wird auf mindestens 80.000€ geschätzt.
In der Pettenkoferstraße (00.21 Uhr) lag der Raketenkopf noch in mitten des komplett ausgebrannten Wohn- und Lesezimmers der Wohnung im zweiten Obergeschoss. Die Rakete durchschlug ein Fenster und explodierte im inneren der Wohnung. Über eine Schiebleiter und dem Treppenhaus wurde jeweils ein C-Rohr zur Brandbekämpfung vorgenommen. Der Sachschaden wird hier mit 50.000€ beziffert.
Ein Schaden von mindestens 10.000€ entstand bei einem Wohnzimmerbrand in der Zuger Straße (00.53 Uhr). Dort konnten die Bewohner gerade noch rechtzeitig aus der Wohnung flüchten. Das Feuer konnte schnell mit einem C-Rohr abgelöscht werden. Der Rauch breitete sich jedoch im gesamten Treppenhaus und in nahezu allen Wohnungen aus. Durch langwierige Belüftungsmaßnahmen konnte der Rauch aus dem Gebäude entfernt werden. Bei den aufgeführten Bränden wurden keine Personen verletzt.
Durch den Brand von mehreren 200 Liter Mülltonnen in der Senftlstraße (01.37 Uhr) zog sich ein circa 50-jähriger Mann schwere Brandverletzungen zu. Im Durchgangsbereich des Mehrfamilienhauses standen fünf Mülltonnen in Vollbrand. Einige Bewohner, darunter auch der Verletzte, versuchten den Brand mit Schnee zu bekämpfen. Um mehr Schnee in das Feuer werfen zu können, ging der Mann sehr nahe an das Feuer. Dabei zog er sich Verbrennungen an Händen, Armen und im Gesicht sowie eine Rauchgasvergiftung zu. Nach einer Erstversorgung vor Ort, wurde er in eine Klinik transportiert. Der Sachschaden des Brandes wird auf 10.000€ geschätzt.
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