Technisch

T: Wassereinbruch im Münsterertunnel der ÖBB

Stans (T): Bereits in den frühen Morgenstunden des 21. Oktober 2014 wurde die Feuerwehr Vomp nach Fiecht alarmiert, wo eine Pumpanlage zur Fortbringung von Quellwasser ausgefallen war und dieses in den Eisenbahntunnel zu sickern drohte.

In den frühen Morgenstunden entdeckte dann Kommandant Andreas Kröll aus Vomp im Notausgang 3 des Terfnertunnels im Gemeindegebiet von Stans, dass sich bereits Wasser seinen Weg in den Tunnel sowie den Rettungsschacht gebahnt hatte. Sofort ließ er die Wehren aus Stans und Schwaz mit diversen Geräten zum Abpumpen des Wassers alarmieren. Nach erster Erkundung stellte sich heraus, dass der gesamte Schacht mit Elektroverteilern vollgestellt ist, in welchen bis zu 640V Starkstrom enthalten ist.

Daraufhin wurde der Schacht einstweilen geräumt und bis zum Eintreffen eines ÖBB-Mitarbeiters gewartet. Dieser machte den Schacht stromlos, und nach geraumer Zeit war es auch möglich, den Fahrtunnel, wo eigentlich die Züge verkehren, für den Einsatz freizugeben. Der Bahnverkehr wurde daher indes auf die oberirdische Altbaustrecke umgeleitet. Bis zu diesem Zeitpunkt stand das Wasser schon über 150 cm hoch. Durch die große Tiefe des Schachtes – 5 Stockwerke bzw. 19 Meter – mussten erst große Pumpen herbeigeschafft werden, welche dieser enormen Herausforderung gewachsen sind.

Diese wurden von der Feuerwehr Kirchberg in Tirol sowie von mehreren privaten Firmen herangeschafft. Da im Schachtkopfgebäude der Strom abgeschaltet wurde, mussten ebenfalls zwei große Stromaggregate herbeigeschafft werden. Diese Aufgabe übernahmen die Feuerwehren aus Buch in Tirol und Eben am Achensee, wo solche speziellen Geräte stationiert sind. Während der Nachtstunden wurde die Arbeit der Pumpen ständig im Schichtbetrieb überwacht.

Die nächtliche Arbeit hat sich bezahlt gemacht. Der Gleiskörper im Eisenbahntunnel ist bereits frei von Wasser. Jetzt konzentriert sich die Arbeit auf das Auspumpen des Bereiches unter den Gleisen. Diese sind auf einem sogenannten Massefedersystem gelagert, welches Lärm und Vibrationen reduziert. In den Hohlräumen der Komponenten liegt der tiefste Punkt des betroffenen Tunnelbereiches. Hier sind nun zwei Tauchpumpen im Einsatz, welche das Wasser zum Rettungsschacht leiten.

Hier stehen die leistungsfähigen Großpumpen und fördern von dort 19 Meter in die Höhe ins Freie. Techniker der ÖBB haben bereits die Arbeit aufgenommen und sind mit speziellen Schienenfahrzeugen dabei, den entstandenen Schaden an den Infrastrukturanlagen zu erheben.

Am 22. Oktober 2014 gegen 16.00 Uhr waren die Wassermassen so weit abgepumpt, dass damit begonnen werden konnte, das im Einsatz befindliche Gerät wieder abzubauen. Unzählige Kabeltrommeln verschiedenster Größen, diverse kleinere und größere Pumpen sowie jede Menge Leuchtmittel konnten nun mittels eingebautem Kran aus dem Rettungsschacht nach oben gebracht werden.

Eine Großpumpe, welche bei einer privaten Firma angemietet wurde, verblieb noch im Schacht, da noch Wasser aus einem Störfallbecken übrig war. Diese Arbeit übernahmen jedoch die Mitarbeiter der ÖBB selbst. Gegen 18.00 waren alle Fahrzeuge wieder aufgerüstet und die Einsatzbereitschaft konnte an die Leitstelle gemeldet werden.

Zum Abschluss möchten wir uns nochmals bei allen beteiligten Feuerwehren, dem Bezirks- und Landesfeuerwehrkommando sowie bei den Mitarbeitern der ÖBB für die Zusammenarbeit und die unkomplizierte Abwicklung des Einsatzes bedanken.

Im Einsatz standen:
Freiwillige Feuerwehr Stans mit TLFA, LAST, LFB-A und MTF
Freiwillige Feuerwehr Vomp mit MTF, LAST, LFA-B und TLFA 2000
Freiwillige Feuerwehr Schwaz mit KDO1, LAST 1, LAST 2, WLF1 mit AB Wasser und AB Einsatzleitung, Hoftrac
Freiwillige Feuerwehr Buch mit LAST und STROMA 80KVA
Freiwillige Feuerwehr Eben am Achensee mit LF-A und STRMA 40KVA
Freiwillige Feuerwehr Strass i. Z. mit Großpumpenzubehör
Freiwillige Feuerwehr Kirchberg in Tirol mit LAST und E-Großpumpe
Landesfeuerwehrschule Tirol mit LAST
Bezirkskommando (Kommandant und Inspektor)
Polizei
ÖBB INFRA Einsatzleiter
ÖBB ASC mit zwei Spezial-Schienenfahrzeugen und mehreren Mitarbeitern

Insgesamt standen rund 80 Feuerwehrmitglieder im Einsatz.

http://www.ffstans.at/

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