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Nö: Offener Brief zeigt Ärger in Haag

Haag (Nö): Die Feuerwehren des Abschnittes Haag legten anschauliche Bilanz 2013 vor. Unmut äußerten Kameraden aber über zunehmende Finanzbelastung und „Urkunden“.

Neben einer beeindruckenden Leistungsbilanz der Feuerwehren des Abschnittes Haag brachten ihre Vertreter vor Behörden und Politikern beim Abschnittsfeuerwehrtag in Strengberg aber auch ihre Sorgen vor.

Zunehmende finanzielle Belastung der Feuerwehren
Abschnittskommandant Brandrat Josef Fuchsberger machte die zunehmende finanzielle Belastung der Feuerwehren deutlich. So steuerten 2013 zu den Feuerwehrausgaben des Abschnittes von 1,527 Millionen Euro die Gemeinden nur 527.000 Euro oder 35 Prozent bei. Rund eine Million Euro, also 65 Prozent, mussten die Feuerwehren selbst aufbringen. Doch es ist nicht in erster Linie die Höhe, die Fuchsberger Sorgen macht, sondern die Entwicklung. Im Jahre 2010 betrug der Anteil der Feuerwehren an den Ausgaben noch 52 Prozent, ein Jahr später bereits 58 und 2012 dann 61 Prozent.

„Die Gemeinden zwickt es natürlich auch, da sie hohe Sozialausgaben zu leisten haben“, räumt Fuchsberger auch Verständnis ein. Es komme auch immer auf die anstehenden Investitionen an, wie viel Geld locker gemacht werden kann und muss.

Auf große Zustimmung bei seinen Kameraden stieß der Kommandant der Feuerwehr St. Valentin, Abschnittsbrandinspektor Peter Spanyar, dann mit einem offenen Brief an die Politik. Darin kritisiert er unter anderem den unsensiblen und herabwürdigenden Umgang mit Auszeichnungen und Dankurkunden. „Nach den Hochwassereinsätzen 2002 und 2013 wurden von der Politik immer Auszeichnungen versprochen und es ist nichts gekommen“, erklärt Spanyar.

Am 30. November im Vorjahr wurden die neun Kommanden jener Feuerwehren im Bezirk, die 2013 unermüdlich im Hochwassereinsatz standen, nach Wien zu einer Dankveranstaltung geladen. Einige Personen anderer Hilfsorganisationen erhielten nach namentlicher Nennung Urkundenrollen von Bundespräsident Heinz Fischer und Sozialminister Rudolf Hundstorfer überreicht. Für die Feuerwehrvertreter gab es aber keine. Nach der Veranstaltung hieß es, die Dankesurkunden würden nachgereicht.

Feuerwehren erhielten billige Urkunden
Doch was die Feuerwehren im Anschluss erhielten, sorgte für einigen Unmut, vor allem bei jenen Florianis, die im Hochwassereinsatz standen. „Beim Bezirksfeuerwehrtag erhielten alle Feuerwehren Urkunden in billigen Farbkopien“, sagt Spanyar. Selbst Feuerwehren, die nicht im Hochwassereinsatz standen, wurden geehrt. Josef Fuchsberger merkt an: „Es wäre besser, man würde die Vergabe der Ehrungen künftig den Bezirkshauptmannschaften und in der Folge den Bürgermeistern überlassen. Die finden dann sicher passende Gelegenheiten für die Überreichung mit würdigen Urkunden.“

In einem professionell gestalteten Flyer haben die 17 freiwilligen und zwei Berufsfeuerwehren des Abschnittes auch ihren Dienst am Nächsten im Jahr 2013 anschaulich dargestellt. 1.672 Feuerwehrmitglieder rückten zu 1.528 Einsätzen aus, retteten 20 Menschen das Leben, löschten 113 Brände und beseitigten 231 Unfallwracks. Sie leisteten dabei 131.586 Arbeitsstunden und ersparten dadurch dem Staat – also jedem von uns – 2,6 Millionen Euro. Trockene Zahlen, hinter denen aber Angst, Schweiß und Tränen von Opfern und Helfern stehen.

Allein das Hochwasser 2013 erforderte 280 Einsätze mit 9.000 Stunden und 5.400 Kilometern, wobei 25.000 Sandsäcke gefüllt werden mussten.

Noe Nachrichten, 22. April 2014

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