Ktn: Polizist patzt Feuerwehr wegen Unwettereinsatzfahrt an
Klagenfurt (Ktn): Weil Feuerwehr zu schnell und zu laut zu einem Einsatz gefahren ist, beschwerte sich ein Polizist anonym. Kommandant sieht keinen Fehler.
Überflutete Keller aufgrund der starken Niederschläge Anfang des Jahres 2014 hielten Mieter und Eigentümer von Wohnungen und Häusern in Klagenfurt auf Trab. Auch die Feuerwehren standen im Dauereinsatz. Sie mussten doppelt so oft wie üblich ausrücken.
So auch am 23. Februar 2014 um 10.29 Uhr. Da wurde die Freiwillige Feuerwehr St. Martin mit drei Fahrzeugen zu einem Einsatz in die St. Ruprechter Straße gerufen – der Keller eines Hauses stand einen Meter unter Wasser. Mit Blaulicht überquerten die Einsatzfahrzeuge die Kreuzungen in Klagenfurt. Doch das missfiel einem Polizisten, der an diesem sonnigen Sonntag seinen sportlichen Aktivitäten im Bereich der Steinernen Brücke nachging. Er beschwerte sich anonym bei der Berufsfeuerwehr über die rücksichtslose Fahrweise und überhöhte Geschwindigkeit des Lenkers des Löschzuges.
Klärendes Gespräch: Die Beschwerde erreichte schlussendlich auch die FF St. Martin. „Wenn die Berufsfeuerwehr Blaulicht für die bevorstehende Einsatzfahrt für notwendig hält, sind wir verpflichtet sicher und schnell zum Einsatzort zu gelangen, um noch größeren Schaden zu verhindern – egal ob es sich um Brand, Verkehrsunfall oder Hochwasser handelt!“, rechtfertigt sich der beschuldigte Lenker (Name der Redaktion bekannt). Lukas Arnold, Kommandant der FF St. Martin, sieht kein fehlerhaftes Verhalten und bestätigt, dass sein Kollege ein erfahrener und vorausschauender Fahrer ist. Der Betroffene sei auch bereit, ein klärendes Gespräch mit dem Polizisten zu führen und bittet ihn, mit der FF St. Martin in Kontakt zu treten.
Grundsätzlich ist jede Einsatzfahrt laut der Straßenverkehrsordnung mit Blaulicht und Folgetonhorn zu fahren. „Die Verantwortung obliegt aber jedem Fahrer selbst. Auch wir müssen uns trotz Blaulicht an die Straßenverkehrsordnung halten und unter erhöhter Vorsicht in Kreuzungen einfahren“, sagt Gottfried Strieder, Chef der Berufsfeuerwehr. Bei einem möglichen Unfall sei auch ein Einsatzfahrer nicht vor Konsequenzen gefeit.
