D: Dramatischer Wohnungsbrand in Hattingen: Zwei Frauen tot
Hattingen (Deutschland): Am Donnerstag, dem 17. April 2014, meldete ein Bewohner um kurz nach sieben einen ausgelösten Rauchmelder und Brandgeruch in einem Mehrfamilienhaus in Hattingen Holthausen.
Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte schlugen bereits Flammen aus den Fenstern der Wohnung in der vierten Etage. Durch gezielte Informationen eines Bewohners sollten in der betroffenen Wohnungen noch zwei Personen sein. Sofort wurde an der Gebäudevorderseite eine Drehleiter in Stellung gebracht.
Weitere Trupps bahnten sich den Weg durch den Treppenraum zur Brandwohnung. Diese brannte bereits in voller Ausdehnung. Durch den dichten Brandrauch konnten die vorgehenden Einsatzkräfte die Wohnung nur bei „null Sicht“ durchsuchen. Um die vermissten Personen so schnell wie möglich aufzufinden, setzte die Einsatzleiterin mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz gleichzeitig ein.

Parallel dazu evakuierten weitere Einsatzkräfte die 16 Wohnungen des Mehrfamilienhauses. Von der Gebäuderückseite konnte eine zweite Drehleiter in Stellung gebracht werden. So konnte die Einsatzstelle in zwei Abschnitte eingeteilt werden.
In der Brandwohnung wurde eine bewusstlose Person aufgefunden, die umgehend durch den Notarzt im Rettungswagen reanimiert wurde. Kurze Zeit später fanden die Einsatzkräfte auch die zweite vermisste Person in der Wohnung. Auch diese war bewusstlos und wurde ebenfalls im Rettungswagen durch einen weiteren Notarzt reanimiert. Trotz der schnellen Rettung sowie der intensiven Reanimationsversuchen, mussten diese nach einiger Zeit erfolglos abgebrochen werden, so dass die Notärzte den Tod der beiden Frauen (46 und 74 Jahre) feststellte.
Unterdessen führten die Einsatzkräfte weiter die Brandbekämpfung durch. Die aus dem Gebäude evakuierten Personen wurden durch den Rettungsdienst betreut und untersucht. „Ein Bewohner, der noch versucht hatte, die beiden Frauen aus der Wohnung zu retten wurde mit einer Rauchgasvergiftung in ein Hattinger Krankenhaus gebracht“, so Feuerwehrsprecher Jens Herkströter. Zur Untersuchung der weiteren Bewohner wurden Rettungskräfte aus Wuppertal und Hagen alarmiert die vor Ort direkte Messungen durchführen konnten. So wurde die Einlieferung einer Vielzahl von Personen in die umliegenden Krankenhäuser vermieden. Die Untersuchungen ergaben hier keine Indikationen für eine stationäre Aufnahme. Die weitere Betreuung der 20 Personen wurde den nahen Räumlichkeiten der AWO durchgeführt. Neben Kräften des Rettungsdienstes waren hier auch drei Notfallseelsorger tätig.
Aufgrund des massiven Bedarfs von Feuerwehrkräften an der Einsatzstelle, wurden im Verlauf des Einsatzes alle freiwilligen Einheiten der Feuerwehr Hattingen alarmiert und vor Ort eingesetzt. Ingesamt waren hier sieben Trupps unter schwerem Atemschutz tätig.
Um den Grundschutz im Stadtgebiet aufrecht zu halten, besetzten Kräfte der Feuerwehr Witten die Hattinger Hauptwache.

Um kurz nach 10.30 Uhr rückten die letzten Einsatzkräfte zur Hauptwache ab. Hier fand für die am Einsatz beteiligten eine Nachbesprechung statt. Feuerwehrchef Tomas Stanke lobte unermüdlichen Einsatz der Kräfte vor Ort. An der Einsatzstelle konnte er erkennen, dass jede eingesetzte Kraft hoch motiviert war und die Lage sehr besonnen abgearbeitet hat. So konnte erreicht werden, dass eine Vielzahl von Personen gerettet werden konnte und eine weitere Brandausbreitung verhindert wurde. Auch die Zusammenarbeit der rd. 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst hat vorbildlich funktioniert.
