USA: Heftige Waldbrände der Sierra Nevada bedrohen SF’s Infrastruktur
Kalifornien (USA): Trotz Großeinsatzes hat die Feuerwehr im Kampf gegen einen gewaltigen Brand in der kalifornischen Gebirgsregion Sierra Nevada kaum etwas ausrichten können.
Die Feuersbrunst ist außer Kontrolle. Dem Sender CNN zufolge war der verheerende Brand, der inzwischen den berühmten Yosemite-Nationalpark erreicht hat, auch am Samstagabend (Ortszeit), 24.8.2013, nur zu fünf Prozent unter Kontrolle.
Der Brand bedroht auch die Stromversorgung von San Francisco, das etwa 320 Kilometer vom Feuergebiet entfernt liegt. San Francisco bezieht laut Medienberichten den größten Teil seines Wassers aus dem Yosemite-Gebiet. Dort ist ein großer Stausee, von dem das Feuer am Samstag noch mehrere Kilometer entfernt war. Aber es seien bereits Schäden an der Strominfrastruktur entstanden, teilte die zuständige Behörde mit. Weitere Schäden könnten zu Störungen bei der Elektrizitäts- und Wasserversorgung führen. Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown rief den Notstand für San Francisco aus.
Einen Lichtblick gab es aber: Dank etwas günstigerer Winde breitete sich das Flammenmeer am Samstag langsamer aus als in den vergangenen Tagen. Auch blieb es weiter in sicherer Entfernung vom berühmten Yosemite-Tal, der Hauptattraktion in dem Nationalpark. Das Tal zieht mit seinen spektakulären Granitfelsen und Wasserfällen jährlich Millionen Besucher an. Damit ist der Tourismus in dem Park bisher wenig betroffen.
Über 400 Quadratkilometer verwüstet: Insgesamt sind den Flammen bisher mehr als 400 Quadratkilometer Wald- und Buschland zum Opfer gefallen. Am Samstag waren CNN zufolge 2.600 Feuerwehrleute im Einsatz. Etwa 4.500 Gebäude – Häuser oder auch kleinere Schuppen – waren laut InciWeb bedroht, einer Webseite, die Informationen von verschiedenen Bundesbehörden sammelt. Zahlreiche Ortschaften und Campingplätze in der Sierra Nevada wurden bereits evakuiert. Hunderte Bewohner und Touristen flüchteten vor dem Flammenmeer.
Ungewöhnlich viele Waldbrände: Gouverneur Brown hatte bereits am vergangenen Donnerstag den Notstand für den am schwersten betroffenen Bezirk Tuolumne erklärt. Danach hatte sich das Feuer binnen eines Tages auf die doppelte Fläche ausgebreitet. Nach einem regenarmen Winter toben in dem trockenen Westen der USA in diesem Sommer ungewöhnlich viele Waldbrände. Das Feuer war aus noch ungeklärter Ursache am Samstag vergangener Woche westlich von Yosemite ausgebrochen. Am Freitag griffen dann die Flammen auf den nordwestlichen Rand des Yosemite-Parks über.
