Nö: „Versoffenes Feuerwehr-Gesindel“: Ärztin „petzt“ bei Landesregierung
Mühlbach (Nö): „Ich habe den Vorfall in der Landesregierung gemeldet. Das kommt aber keiner Anzeige gleich“, berichtet Gemeindeärztin Judith Vanek, die vergangene Woche ein, wie sie sagt, „scheußliches Erlebnis“ mit der Feuerwehr von Hohenwarth- Mühlbach hatte (Fireworld berichtete).
Zur Erinnerung: Vor der Florianifeier kam es zum Eklat. Die Feuerwehrmänner sagen, sie seien von der Ärztin wüst beschimpft worden, als diese die Absperrung zur Seite stellen wollte. Vanek hingegen berichtet, sie sei auf dem Weg zu einer Patientin gewesen, die Feuerwehr hätte behindert und zusätzlich wäre sie von einem Gast bedroht worden. Vanek will diesen Vorfall nicht auf sich beruhen lassen. „Ich erwarte mir schon eine Reaktion“, wartet die Medizinerin noch auf Antwort vom Land. Außerdem erzählt sie, dass ihre Beziehung zu den Mühlbachern allgemein eher negativ behaftet sei und sie dort nur wenige Patienten habe. Trotzdem wollte sie sogar an der Florianifeier teilnehmen. „Nach dem Patientenbesuch hätte ich dort vorbeigeschaut. Das ist immer gemütlich, ich wäre gerne geblieben.“ Doch jetzt würden die Feuerwehrmänner die Tatsachen verdrehen. „Von einem Aufmarsch war keine Spur, sie waren ja noch beschäftigt, die Bänke aufzustellen.“ Eine Tatsache, für die die Florianijünger laut Vanek „gar keine rechtliche Genehmigung“ gehabt hätten. Die Feier sei offiziell nicht angemeldet gewesen.
„Lassen Image nicht kaputtmachen!“
Die NÖN berichtete in Ausgabe 19 über den Clinch der Ärztin Judith Vanek mit der Mühlbacher Feuerwehr am Rande der Florianifeier. In einem offenen Brief wendet sich nun Unterabschnittskommandant Horst Kunert an die Ärztin:
Sehr geehrte Frau Doktor!
„Ich lasse mir das Image der Freiwilligen Feuerwehren des Unterabschnittes Hohenwarth-Mühlbach durch Ihre Aussage vom „besoffenen Gesindel“ in der Öffentlichkeit nicht kaputtmachen. Wir sind alle ehrenamtliche Mitarbeiter und opfern unsere Freizeit dafür, um unseren Mitbewohnern in jeder Notlage zu helfen.
Nun zum Sachverhalt: Ich selbst habe die Straße abgesichert, um meine Feuerwehrkameraden, die Musikkapelle, die Ortsbevölkerung und vor allem die Kinder vor eventuellen Rasern zu schützen. Wie sich gezeigt hat, eine vernünftige Entscheidung. Die Straße war nur so lange abgesichert, bis wir mit unserem Marschblock zur Florianimesse in den Schlosspark unterwegs waren.
Sie haben sehr wohl mit einem Feuerwehrkameraden gesprochen. Er hat Sie darauf aufmerksam gemacht, Sie mögen mit Ihrem Auto bitte fünf Meter zurückfahren, damit wir mit unserem Marschblock abmarschieren können. Worauf es zu Ihrem Ausraster: „Die Feuerwehr ist ein versoffenes Gesindel“ gekommen ist.
Ein anwesender Ortsbewohner hat Sie daraufhin angesprochen, ob Ihr Auftritt dem Niveau einer Akademikerin entspreche. Der Augen- und Ohrenzeuge war ebenfalls nicht betrunken.
Als Sie daraufhin erwidert haben, Sie müssen einen dringenden Krankenbesuch machen, hat ein weiteres Feuerwehrmitglied mit freundlichen Worten zu Ihnen gesagt: „Sie können jederzeit fahren, das wird sicher kein Problem sein“.
Sie haben aber dieses Angebot nicht angenommen, sondern sind mit weiteren Bemerkungen in die andere Richtung gefahren. Laut Aussage eines anwesenden Ortsbewohners musste dieser zur Seite springen, um von Ihnen nicht zu überfahren werden.
Ich habe nach Ihrem entnervten Auftritt mit Ihrer Patientin gesprochen und diese hat gemeint, dass Sie Ihren Hausbesuch immer mit dem Besuch des Gottesdienstes verbinden. Laut Angaben der Patientin überprüfen Sie deren Blutverdünnung und Einstellung. Handelt es sich dabei um einen Notfall?
Ihre Behauptung von einer Bedrohung und eventueller Morddrohung konnte bei einer Befragung der anwesenden Personen von keinem Beteiligten bestätigt werden.
Für mich stellt sich also die Frage, was Sie motiviert haben könnte, sich zu so einer niederträchtigen Behauptung hinreißen zu lassen. Es gab bei dieser Feier keinen einzigen betrunkenen Gast, was von allen Anwesenden bestätigt werden kann.
Frau Doktor Vanek! Meine Ausführungen entsprechen in allen Punkten der Wahrheit. Falls Sie Ihre Drohung tatsächlich umsetzen und mich als Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Mühlbach sowie des Unterabschnittes Hohenwarth-Mühlbach anzeigen wollen, so müssen Sie damit rechnen, dass alle Zeugen ihre Aussagen vor Gericht beeiden werden.
Was immer Sie an diesem Tag geritten haben mag, so darf ich Ihnen versichern: Wir stehen unseren Mitbürgern, im Gegensatz zu vielen anderen unserer Gesellschaft, im Ernstfall zu jeder Tages- und Nachtzeit sowie bei noch so widrigen äußerlichen Verhältnissen, immer helfend zur Seite.
Es grüßt Sie, Horst Kunert,
FF-Kommandant in Mühlbach
http://www.fireworld.at/cms/story.php?id=45311&menu=4 -> Nö: Ärztin rastet aus, weil „versoffenes Feuerwehr-Gesindel“ Straße sperrte
