Deutschland: 1,3 Millionen für neue Leitstellentechnik in Lübeck
Lübeck (Deutschland): Die Räume und Möbel stammen aus den 80er Jahren, die Technik ist 16 Jahre alt. Dabei muss Lübecks Feuerwehr-Leitstelle rund um die Uhr funktionieren, sonst sind Menschenleben in Gefahr. Nach jahrelanger politischer Diskussion soll die Technik jetzt für 1,3 Millionen Euro erneuert werden.
Die Diskussion um die Leitstelle läuft in der Lübecker Politik seit Jahren. Einen Beitritt zur Regionalleitstelle in Bad Oldesloe wollte die Hansestadt nicht, jetzt ist es zu spät für einen solchen Schritt. Dort müsste sonst ein komplett neues Gebäude errichtet werden. Auch ein Anschluss an die Polizei ist nicht mehr möglich. Deren neue Leitstelle ist fertig und die Polizei ist damit beschäftigt, die Anlage zu optimieren und Fehler zu beseitigen. Frühestens in fünf Jahren hätte am dort Zeit, sich um einen Anschluss der Lübecker Feuerwehr zu kümmern.
Die Lage in Lübeck ist dramatisch: Seit 1984 gab es immer wieder Ergänzungen der Technik, aber der Kern ist noch original. Immer wieder falle einer der vier Funktische aus, berichtete Feuerwehr-Chef Oliver Bäth im Mai vergangenen Jahres im Sicherheitsausschusss der Bürgerschaft. Ob dadurch Notrufe nicht angenommen werden konnten, ist nicht bekannt. Die alte Technik registriert so etwas nicht. Außerdem klingeln ab und zu die Telefone ohne ersichtlichen Grund. Bäth verglich die Leitstelle mit einem alten Auto. „Manchmal knackt und quietscht es.“
Jetzt hat ein Gutachter die Leitstelle untersucht. Sein Ergebnis: Die Kosten für eine Modernisierung liegen bei 1.297.576 Euro. „Um die ausfallträchtige Technik der Einsatzleitstelle schnellstmöglich zu ersetzen, ist das Vergabeverfahren dringend einzuleiten“, mahnt die Feuerwehr die Politik.
Dabei wird es aber nicht bleiben. Im Jahr 2015 rüsten die Feuerwehren landesweit auf Digitalfunk um. Alleine die neuen Funkgeräte für die Feuerwehr in Lübeck dürften knapp eine Million Euro kosten. Die Digitalfunklizenz schlägt mit rund 500.000 Euro zu Buche.
