Nö: Eklat nach Gemeinderatssitzung – 15 Rücktritte bei der Feuerwehr Wolfsthal
Wolfsthal (Nö): Nach einer Gemeinderatssitzung in Wolfsthal kam es zum Eklat. Ein Großteil der Feuerwehrmitglieder legte die Funktionen zurück.
Fünfzehn Mitglieder Freiwilligen Feuerwehr Wolfsthal, inklusive Kommandant Harald Hauk sowie sein Stellvertreter Andreas Niefergall, legten im Anschluss an die letzte Gemeinderatssitzung im alten Jahr ihre Funktionen zurück. Sprichwörtlich „das Fass zum Überlaufen“ hat diese für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Wolfsthal gebracht. Nachdem zum wiederholten Mal mündliche Versprechen abgeschmettert beziehungsweise ignoriert worden wären, bekräftigt der ehemalige Kommandant Harald Hauk, sei für den Großteil der Mitglieder klar geworden, so können und wollen sie ihre Funktionen nicht mehr ausführen, und übergaben Bürgermeister Gerhard Schödinger ihre Rücktrittsschreiben. Dieser Rücktrittswelle vorangegangen war ein Treffen der Feuerwehrmitglieder mit Bürgermeister Schödinger und den Gemeinderäten unter dem Motto „Wohin geht die Feuerwehr in Zukunft?“. Hier wurden mehrere Anliegen der Feuerwehr an den Gemeinderat herangetragen, die teilweise schon seit Jahren im Raum stünden, und wie Hauk erklärt, auch bereits versprochen, will heißen, per Handschlag zugesagt worden seien. Zu diesen Anliegen gehörten der Feuerwehrhaus-Neubau, Ankauf von Feuerwehrauto, Alarmierungseinrichtungen, Löschwasserversorgung, Einrichtungen für die Feuerwehrjugend und dergleichen. Hauk und Niefergall betonen: „Dieser Schritt war für uns alle keine spontane und vor allem keine leichte Entscheidung. Aber wenn man jahrelang gegen Windmühlen kämpft, kann man irgendwann nicht mehr“, so Christoph Kollmann, der ehemalige Leiter des Verwaltungsdienstes.
„Dass kostenaufwendige Projekte nicht immer gleich umgesetzt werden können oder andere Projekte dazwischen kommen können, war uns immer bewusst. Wofür wir auch meistens einen Plan B hatten“, so Hauk. Ein Beispiel sei der Neubau des Feuerwehrhauses, wo als Plan B bis zur Umsetzung die Benützung eines Teils des Musikhauses angedacht gewesen wäre.
Aber der Vorschlag eines Gemeinderates, statt mit einem neuen Feuerwehrauto solle man mit dem Traktor ausfahren, sei dann doch eine recht bittere Aussage gewesen, erzählt Hauk. „Die Differenz betreffend der Anschaffung eines Fahrzeuges, welches aber gesetzlich nicht gefordert ist, als auch betreffend der sofortigen Errichtung eines neuen Feuerwehrhauses berechtigen das Kommando nicht, mit dem Rücktritt die Bevölkerung und die Gemeinde in Geiselhaft zu nehmen. Es ist verantwortungs- und vor allem rücksichtslos gegenüber unserer Bevölkerung, mit der Sicherheit der Gemeinde zu spielen, nur um Bürgermeister und Gemeinderat Schaden zuzufügen“, nimmt Bürgermeister Schödinger dazu Stellung. Auch dass die Feuerwehr Wolfsthal finanziell und ausrüstungsmäßig bestens ausgestattet sei, bekräftigt Schödinger. Am 8. März wird es eine neuerliche Mitgliederversammlung geben. Hauk und Niefergall sind jedoch der Meinung, dass unter den gegebenen Umständen keine Rückkehr in die alten Funktionen für sie möglich sei, aber beide weiterhin mit Stolz und Freude als aktive Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Wolfsthal für das Wohl und die Sicherheit der Bevölkerung im Einsatz bleiben wollen.
