Stmk: Frohbotschaft für Österreich -> Iveco-Magirus-Werk Kainbach bleibt
Kainbach bei Graz (Stmk): 60 Mitarbeiter beim Feuerwehrausrüster werden doch nicht gekündigt. Für Standort-Chef Richard Reder „ein wundervolles Weihnachtsgeschenk.“
Es ist nicht überliefert, ob er am Standort schon „Santa Klauser“ genannt wird, fest steht aber: Der neue Verantwortliche für die gesamte Iveco-Gruppe des Fiat-Konzerns, der Oberösterreicher Andreas Klauser, hatte bei seinem vorweihnachtlichen Antrittsbesuch beim Feuerwehrspezialisten Iveco Magirus (früher Lohr) in Kainbach eine überraschende Botschaft im Gepäck. „Die im Sozialplan vereinbarten Freisetzungen finden nun nicht statt, wir sind gerade dabei, das Geschäftsmodell für Feuerwehrfahrzeuge neu zu ordnen und setzen dabei auch auf den Standort Kainbach.“ Das heißt, unter der 81-köpfigen Belegschaft gibt es keine betriebsbedingten Kündigungen. Jene 60 Mitarbeiter, die nach ursprünglichen Plänen noch heuer bzw. zur Hälfte 2013 abgebaut hätten werden sollen, behalten ihre Jobs.

Für Standort-Chef Richard Reder „ein wundervolles Weihnachtsgeschenk.“ Hatte es im Mai 2012 noch geheißen, dass im Zuge der Konzern-Neuordnung die Produktion der Feuerwehrfahrzeuge zum Stammsitz Ulm verlagert werde und in Kainbach nur noch eine Rumpfmannschaft für Service zuständig sein sollte, hat der neue Iveco-Chef Klauser nun kurz vor Jahresende 2012 andere Pläne: „Natürlich werden Komponenten aus Ulm kommen, aber hier könnten die Fahrzeuge maßgeschneidert für die Anforderungen in Österreich, Südtirol, Schweiz und Slowenien endgefertigt werden.“ In Österreich hat man 35 Prozent Marktanteil.
Strategie: aus Alt mach Neu
Wobei der Oberösterreicher, der als Chef der Traktorenmarken Case und Steyr sowie nun Iveco für weltweit 42.000 Mitarbeiter verantwortlich zeichnet, zu Bedenken gibt: „Das soll kein Persilschein sein, dass der Herr Klauser kommt und die Welt ist in Ordnung. Aber ich bin vom Know-how und der Qualität des Standortes beeindruckt und guter Dinge.“ Nicht zuletzt aufgrund der dicken Auftragsbücher, die bis in den Herbst 2013 reichen. Auch neue Strategien gibt’s: Aufgrund des chronischen Geldmangels der Kommunen will man sich auf die Revitalisierung alter Feuerwehrautos spezialisieren. So habe man im Haus viele Kompetenzen, wenn’s um technische Upgrades oder das Versiegeln von Fahrzeugen gegen Wasser und Rost geht.
An die Politik will Klauser nicht mit Förderwünschen („Das Geschäft muss sich selbst tragen“) herantreten, sehr wohl aber mit dem Hinweis, „mit ihren Aufträgen an einen Betrieb der Region heranzutreten und so zu helfen, den Standort abzusichern.“
Der Kainbacher Bürgermeister Manfred Schöninger zeigt sich jedenfalls „hocherfreut“ über den Meinungsumschwung beim „wichtigen Arbeitgeber“, den man noch vor wenigen Jahren mit 1,8 Millionen beim Hallenbau unterstützt habe. „Auch die Region rundherum profitiert vom Betrieb, weil ja Feuerwehrleute aus ganz Österreich immer wieder für mehrere Tage ins Werk kommen.“
