Deutschland: Feuerwehr Hesselbach muss Kleinbus selbst bezahlen
Hesselbach (Deutschland): Die Feuerwehr Hesselbach darf sich einen Mannschaftsbus anschaffen; das hat der Gemeinderat von Üchtelhausen beschlossen. Allerdings nur zu den Konditionen, die zuvor schon für die Kollegen aus Üchtelhausen gegolten haben: Der Verein muss das Fahrzeug selbst finanzieren. Dem Votum war war eine emotionale Debatte im Gremium vorausgegangen.
Bürgermeisterin Birgit Göbhardt hatte das Thema auf die Tagesordnung gesetzt, weil Informationen die Runde machten, dass die Hesselbacher Wehr im Vergleich zur Üchtelhäuser benachteiligt werde. „Dem ist nicht so“, sagte sie. Denn es sei nie beschlossen worden, dass die Hesselbacher Wehr einen Kleinbus bekommt.
Eine andere Wahrnehmung hatte dagegen Michael Kneuer: Nach den Diskussionen im Haupt- und Finanzausschuss habe er den Eindruck gehabt, „das mit dem Bus geht klar“. Dies habe man auch in Feuerwehrkreisen so gesehen, was dort für Beruhigung gesorgt habe. Göbhardt argumentierte, dass sie immer deutlich gemacht habe, dass die Hesselbacher eine solche Anschaffung selbst zahlen müssten. Die Üchtelhausener hatten für ihr gebrauchtes Fahrzeug über 6000 Euro aufgebracht. Sie zahlten auch den Unterhalt und den Sprit; die Gemeinde übernimmt nur die Versicherungsbeiträge.
Ihr Stellvertreter Harald Häusinger sprang Göbhardt bei: Bei der Anschaffung des neuen Löschfahrzeugs für Hesselbach sei das Modell LF 8 als überdimensioniert eingestuft und wahrscheinlich auch nicht vom Landratsamt genehmigt worden. Deswegen habe man sich für ein TSF-W entschieden. Der Haken dabei: Dort könne nur eine Staffel mit sechs Wehrleuten mitfahren statt einer Gruppe mit neun, wie Florian Grebner erläuterte.
In die Diskussion schaltete sich als Zuhörer Kreisbrandmeister Johannes Grebner ein: Er erachtete es für sinnvoll, dass die Mannschaft im Ernstfall zusammen ausrücken könne, anstatt dass Einzelne im Privatautos hinterherfahren. Deswegen plädierte er für den Bus.
Bürgermeisterin Göbhardt versagte sich den Hinweis nicht, dass die Hesselbacher Wehr selbst das größere Fahrzeug nicht gewollt habe. Außerdem müsse man mit Blick auf den Haushalt registrieren, dass auch für Ebertshausen noch ein TSF-W angeschafft werden soll. Selbst unter den jetzigen Umständen könne die Hesselbacher Wehr ausrücken: „Der Brandschutz ist zu jeder Zeit gewährleistet.“
In eine ganz andere Stoßrichtung zielten Fred Conrad und Ingo Göllner: auf eine langfristige Konzeption für einen ortsübergreifenden Brandschutz. Wenn die Hesselbacher zusammen mit Hoppachshof gemeinsam einen Bus anschaffen würden, wäre dies ein Schritt in Richtung übergreifender Feuerwehr, sagte Conrad. Göllner erinnerte an einen Beschluss, dass Kreisbrandrat Georg Vollmuth die Organisation des Brandschutzes im Gremium erläutern soll.
Nachdem die Wehr Hesselbach Unterlagen eingereicht hatte und einen gebrauchten Kleinbus für 3500 Euro im Visier hat, drängte Göbhardt auf einen Grundsatzbeschluss. Dies wiederum überraschte Kneuer und Bernd Höhn mangels entsprechender Tischvorlage.
Dem Antrag zufolge muss die Wehr das Fahrzeug auf eigene Kosten beschaffen; die Gemeinde übernimmt wie im Fall Üchtelhausen die Versicherungsbeiträge. Florian Grebner, Michael Langer, Michael Kneuer und Stefan Pfister stimmten gegen den Grundsatzbeschluss. Wobei Grebner in einer Erklärung deutlich machte, nicht die Anschaffung, sondern die Bedingungen der Finanzierung abzulehnen.
Anmerkung von Fireworld.at:
In Österreich sind Feuerwehren „Körperschaften öffentlichen Rechts“, da die zugrundeliegenden Aufgaben per Geetz geregelt sind.
