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Deutschland: Feuerwehr-Jubiläumsfest abgesagt und Gäste ausgeladen

Mühlacker (Deutschland): Es hätte eigentlich ein rauschendes Fest werden sollen. Am 24. November 2012 – so war der Plan – wollte die Freiwillige Feuerwehr Mühlacker ihr 150-jähriges Bestehen feiern und an all die zurückliegenden Jahre und Ereignisse erinnern.

Doch zu alledem wird es nicht kommen. Der Festakt ist abgesagt, die Gäste sind bereits wieder ausgeladen. Die Gründe für die Absage der Jubiläumsfeier sind ebenso simpel wie einleuchtend, und doch werfen sie kein gutes Bild auf die Umstände, unter denen die Feuerwehr Mühlacker derzeit agieren muss.

In dem Schreiben an die Feuerwehren im Enzkreis, in dem der Senderstädter Abteilungskommandant Matthias Donath die Absage der Jubiläumsfeier begründet und das der PZ vorliegt, ist von der hohen Termindichte zu lesen und der immensen Einsatzbelastung, die es den Mitgliedern der Wehr unmöglich machten, zusätzlich auch noch ein großes Fest auszurichten. Unter der Hand ist aus Feuerwehrkreisen jedoch zu vernehmen, dass die Absage auch mit der momentanen Gesamtsituation in Mühlacker in Bezug auf die Feuerwehr zusammenhänge. Seit Monaten ist bereits bekannt, in welch schlechtem Zustand sich die dringend sanierungsbedürftige Feuerwache am Käppele befindet. Im vergangenen Winter saßen die Feuerwehrleute ununterbrochen in der Kälte, da die Heizung ausgefallen war. Zudem kroch aus den Rohren der maroden Sanitäreinlagen der Gestank nach oben und dringend notwendige Reparaturen wurden – wenn überhaupt – nur notdürftig ausgeführt. So erzählen es mehrere Mitglieder der Feuerwehr unisono.

Nach PZ-Informationen keimt bei einigen Feuerwehrleuten nun zwar Hoffnung, dass das angekündigte Gutachten, das von einem externen Sachverständigenbüro im Zuge der Fortschreibung des Feuerwehrbedarfplans erstellt wird, wirklich alle Missstände ans Tageslicht befördert. Doch was dann tatsächlich geschieht, wenn erst einmal alle Probleme aufgelistet sind, steht für die Feuerwehrleute auf einem anderen Blatt. „Es ist kein Geheimnis, dass eine neue Feuerwache sicherlich die beste Lösung wäre, aber Mühlacker hat kein Geld oder steckt es lieber in andere Projekte wie den Mühlehof“, klagt ein Feuerwehrmann.

Bürgermeister Winfried Abicht reagiert auf die Absage der Jubiläumsfeier und den Unmut der Feuerwehrleute im Hinblick auf die schwierige Situation in der Hauptfeuerwache mit Verständnis. „Uns allen im Rathaus ist es bewusst, dass die Feuerwehr an der Grenze ihrer Belastbarkeit ist. Nicht nur, was den Zustand der Wache betrifft, sondern auch im Hinblick auf die Einsätze, die geleistet werden müssen.“ Eben dieser Sachverhalt habe die Verwaltung und den Gemeinderat dazu bewogen, sich des Themas ernsthaft anzunehmen und durch das Bedarfsplan-Gutachten Fakten geliefert zu bekommen, wie es um die Wehr insgesamt bestellt ist. „Dass wir dringend etwas ändern müssen, ist klar“, sagt Abicht, der sich von dem Gutachten auch Rückschlüsse darauf erhofft, inwieweit die teils unterschiedliche Belastung der einzelnen Ortswehren besser verteilt werden kann. „Es ist derzeit so, dass die Abteilung Mühlacker die Hauptlast der Einsätze trägt“, erklärt Abicht. Künftig soll die Belastung für alle Freiwilligen möglichst gleich sein, um eine Überforderung zu vermeiden.

Pforzheimer Zeitung

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