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Deutschland: Nach tödlichem Unfall -> Feuerwehr Hamburg überprüft Ausbildung

Hamburg (Deutschland): Die Hamburger Feuerwehr will aufgrund des tödlichen Unfalls in Hamburg-Tonndorf ihr Ausbildungskonzept überdenken.

Im Juli 2011 war ein Feuerwehrfahrzeug mit einem Linienbus zusammengestoßen. Zwei Menschen starben, mehr als 20 wurden verletzt. Der Fahrer des Einsatzwagens, ein 28-jähriger Feuerwehrmann, war vor wenigen Tagen zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden, weil er bei Rot zu schnell in eine Kreuzung fuhr.

„Nicht in Aktionismus verfallen“
Feuerwehr und Polizei hatten das Urteil mit großem Interesse erwartet. Der Unfall habe bei der Feuerwehr einen emotionalen Schock und Diskussionen über die Ausbildung ausgelöst, sagte Feuerwehrsprecher Manfred Stahl NDR.de. „Aber wir wollen auch nicht in Aktionismus verfallen. Die Feuerwehr wird mögliche Veränderungen im Ausbildungskonzept genau überprüfen – inwieweit erhöht sich dadurch tatsächlich die Verkehrssicherheit?“ Dabei gebe es verschiedene Ansatzpunkte in der theoretischen und praktischen Ausbildung.

Fahrsimulator für die Feuerwehr?
„Wir prüfen derzeit, ob wir künftig Fahrsimulatoren einsetzen können. Denn je mehr unsere Einsatzkräfte trainieren, umso besser werden sie“, ergänzte Stahl. Aber dazu seien finanzielle Mittel nötig – so ein Gerät koste mehr als 100.000 Euro. Zudem werde beispielsweise geprüft, ob Feuerwehrleute vor der ersten Einsatzfahrt noch mehr Fahrten als bisher ohne Alarm absolvieren sollen. Doch trotz aller möglichen Maßnahmen werde ein gewisses Unfallrisiko bei Einsatzfahrten bestehen bleiben. In dem aktuellen Fall prüfe die Behörde derzeit, ob gegen den Unfallfahrer ein Disziplinarverfahren eingeleitet werde.

Polizei: „Wir sind in der Ausbildung gut aufgestellt“
Die Polizei sieht keine Notwendigkeit für Änderungen in der eigenen Ausbildung. „Wir sind sehr gut aufgestellt, hier sind keine Nachbesserungen nötig“, sagte ein Sprecher. Die Hamburger Hochbahn, zu der der beteiligte Linienbus gehört, wollte zu Auswirkungen des Unfalls auf ihr Ausbildungskonzept nicht Stellung nehmen.

NDR

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