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Deutschland: Prozess nach Fw-Unfall mit 2 Toten -> Busfahrer sagte aus

Hamburg (Deutschland): Im Hamburger Prozess um den schweren Unfall zwischen einem Fahrzeug der Berufsfeuerwehr und einem Linienbus hat der Busfahrer als Zeuge ausgesagt.

Bei dem Zusammenstoß im Stadtteil Tonndorf vor gut einem Jahr waren zwei Buspassagiere ums Leben gekommen und 23 Menschen teils schwer verletzt worden. Der 37-jährige Busfahrer sagte am Donnerstag vor dem Landgericht, dass der Fahrer des Feuerwehrautos die Sirene erst spät eingeschaltet habe. Zunächst habe er nur das Blaulicht gesehen, so der Chauffeur. Als er das Martinshorn hörte, habe es schon geknallt: „Tatütata – und dann Krach. Die Zeit war so kurz, dass ich nicht mehr reagieren konnte.“ Er selbst sei bei Grün vom Busbahnhof auf die Straße gefahren. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 28-jährigen Feuerwehrmann, der am Steuer des Löschfahrzeuges saß, fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vor.

Busfahrer sollte zunächst ebenfalls auf Anklagebank
Der Busfahrer sollte ursprünglich ebenfalls angeklagt werden. Das Gericht eröffnete das Verfahren aber nur gegen den Fahrer des Löschfahrzeugs. Ein neues Gutachten zur Hörbarkeit des Martinshorns hatte den Busfahrer entlastet. Der 37-Jährige erschien trotzdem mit einem Anwalt vor Gericht. Der Unfall habe ihn stark mitgenommen, sagte der Zeuge am Donnerstag, 16. August 2012. Er könne keine Buslinien mehr fahren, die durch Tonndorf führen. Der Busfahrer war nach dem Zusammenstoß mehrere Monate krank geschrieben. Auch jetzt sei er noch in psychologischer Behandlung, sagte der Mann.

Anwalt: Wollte der Fahrer Verspätung aufholen?
Der Anwalt des Angeklagten versuchte, den Busfahrer in ein anderes Licht zu tauchen, wie NDR 90,3 berichtete. Er stellte Beweisanträge, die belegen sollen, dass der Busfahrer eine Verspätung auf der Linie 9 wieder aufholen wollte und deshalb möglicherweise nicht so aufmerksam auf die Kreuzung gefahren sei. Die Verspätung gab der Busfahrer zu, aber sein Fahrverhalten habe das nicht beeinflusst, sagte der 28-Jährige.
Der Angeklagte schwieg erneut. Er machte sich während der Aussage des Busfahrers Notizen.

Feuerwehrmann äußert sich bisher nicht
In dem Prozess geht es vor allem darum, wann der Feuerwehrmann das Martinshorn des Fahrzeuges angeschaltet hatte. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, er habe die Sirene erst kurz bevor er mit etwa Tempo 50 bei Rot über eine Ampel fuhr eingeschaltet. Am ersten Prozesstag vor einer Woche hatte die Zeugenvernehmung von drei Feuerwehrbeamten keine Klarheit in die Frage gebracht. Sie konnten sich nach eigenen Angaben nicht genau erinnern. Der Fahrer hatte sich nicht zur Sache äußern wollen.

NDR

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