Ktn: Unwetter 2012 -> Fünf KAT-Züge unverzichtbar
Kärnten: 2012 bringt einen starken Anstieg von Unwettereinsätzen. Landesfeuerwehrkommandant hält fünf Katastrophenzüge trotz Vorbehalten von Gemeinden und Wirtschaftskammer für unverzichtbar.
Sie trotzen Blitz, Donner und Starkregen. Sie schaufeln, pumpen und zerschneiden umgestürzte Bäume. Über 1000 Feuerwehrmänner und -frauen standen alleine am vergangenen Wochenende im Umwettereinsatz. „Es war heftig“, resümiert Landesfeuerwehrkommandant Josef Meschik. Heftig wie bereits die Wochen zu vor. „Die Gewitter kommen immer öfter wellenartig, rollen über Täler oder oft nur über einige wenige Orte hinweg. Mit einer Heftigkeit, wie wir sie früher eigentlich nicht so gekannt haben“, sagt Meschik.
Die Konsequenz: Allein heuer hat die Landesalarm- und Warnzentrale als Dreh- und Angelpunkt der Einsatzkoordination bereits 186 Einsätze zum Szenario „Hochwasser“ registriert. Am Wochenende waren es binnen 24 Stunden 78. Für Meschik ist es „geradezu unverständlich“, warum der Gemeindebund und die Wirtschaftskammer ein Veto gegen die Aufstellung von insgesamt fünf Feuerwehr-Katastrophenzügen eingelegt haben. Die Einrichtung der Züge ist im Feuerwehrgesetz verankert, die Umsetzung lässt auf sich warten. „Wir haben erste, ganz hervorragende Ergebnisse des Katastrophenzuges Klagenfurt (Stadt und Land)“, so Meschik. Die Übungstätigkeit auch auf internationaler Ebene ist zum Leistungsbeweis für das hohe Niveau der Kärntner Feuerwehren geworden. Die hohe Einsatzdichte gerade am vergangenen Wochenende zeigte aber auch eine seit Jahren ungelöste „Baustelle“ auf: Bei der Freistellung von Feuerwehrmännern und -frauen gibt es noch immer keine einheitliche für Arbeitgeber wie für Arbeitnehmer befriedigende Lösung. „Es kommt vor, dass Kameraden auf dem Gelände der Firma, bei der sie selbst arbeiten, Unwetterschäden beseitigen – in der Freizeit und unentgeltlich. Am Wochenende. Trotzdem müssen sie am Montag wieder zur Arbeit, wie alle anderen auch“, so Meschik. „Wir brauchen zum Thema den Dialog mit konkreten Ergebnissen. Die Freiwilligkeit ist ein zu kostbares Gut, als dass sie durch unzureichende Rahmenbedingungen untergraben wird und dadurch vielleicht eines Tages komplett aufhört“, warnt Meschik.
Für die Unwettereinsätze sind die Feuerwehren übrigens durch die ständige Erweiterung und Modernisierung der technischen Gerätschaften bestens gerüstet. Meschik: „Es zeigt sich, dass gerade in diesem Bereich eine zentrale, bezirksübergreifende Vorratshaltung große Vorteile bringt. Das ist eine der ganz großen Stärken der Katastrophenzüge. Und die Praxis zeigt, dass jeder Kamerad und jede Kameradin mit den gleichen Geräten gleich arbeiten kann. Ob in Lavamünd oder in Heiligenblut.“
