Technisch

Wien: Aufwändiger Schadstoffeinsatz in der Lacknergasse

Wien, 17. Bezirk: Schadstoffalarm für die BF Wien um 12.55 Uhr des 6. Juli 2012 in der Lacknergasse. Bei Eintreffen der Feuerwehr wurde diese von zwei Arbeitern einer Installateurfirma empfangen, die angaben, …

… dass sie zu einem „Gasgeruch“ gerufen wurden. Beim Aufsuchen der Arbeitsstelle im Keller mussten sie direkt beim Stiegenabgang den sofortigen Rückzug antreten, da ein beißender, stechender Geruch wahrnehmbar war. Die Ersterkundung im Hauseingang bestätigte der Feuerwehr vor allem im Innenhof deren Angaben.
Daraufhin wurden durch die Kräfte Hilfeleistungslöschfahrzeug und Universallöschfahrzeug Hernals sowie 2. Rüstlöschfahrzeug Döbling unter Atemschutz die Adressen
– Lacknergasse 35 und 37,
– Rokitanskygasse 18 und
– Blumengasse 70
kontrolliert und anwesende Bewohner evakuiert. Am Evakuierungsplatz (Blumengasse 63) wurden ca. 20 Personen vom RD (mit K-Zug anwesend) untersucht; es waren keine Personen verletzt.

Das Hilfeleistungslöschfahrzeug Hernals erkundete unter Schutzstufe 3 die Kellerräumlichkeiten und fand eine teilweise demontierte Anlage vor. Während der Erkundung wurde mittels Dräger Simultantest anorganischer Stoffe, sowie dem GDA 2 und Dräger XAM 7000 gemessen, weiters wurden Proben zwecks Analyse genommen.

Im Zuge der Erkundung wurde festsgestellt, dass in der Oberfläche der teilweise demontierten Anlage Schwaden aufstiegen. Um diese Reaktion zu unterbinden, wurde die Anlage, da alle gemesenen Luftschadstoffe sauer waren, mit Bikarbonatlösung dekontaminiert und die Flüssigkeit mit Absodan des Wechsellader Schadstoffunfall aufgenommen. Zwecks Auswaschen der ausdampfenden Gase wurde direkt vor dem Hauseingang ein Hydroschild in Stellung gebracht, weiters ein Düsenschlauch im Innenhof. Da in einer Wohnung (zum Innehof liegend) das Fenster offen stand, musste über dieses Fenster in die Wohnung eingestiegen, das Fenster geschlossen, bereits eingedrungenes Wasser mittels Handtüchern am Boden aufgesaugt und die Wohnung straßenseitig zur Blumengasse über ein Fenster verlassen werden. Das Fenster wurde durch
das Rüstlöschfahrzeug Liesing geschlossen.

Nach Grobdekontamination der Anlage wurde die, zuvor von der Baufirma mittels Trennscheibe angeschnittene Welle mit der vorgefundenen Trennscheibe vollständig getrennt, die Einzelteile wurden gemeinsam mit dem Absodan in jeweils doppelte Palettensäcke verpackt und mittels Sondergerätefahrzeug in die Fernwärme Wien Werk Simmeringer Haide entsorgt.

Während der Arbeiten wurde die weitere Rohrführung nach der Wand des Anlagenraumes verfolgt und ein mittels Holzwand abgetrennter Kellergang gefunden, in dem mehrere zylindrische Tanks durch Schiebefenster erkannt wurden. Um eine mögliche weitere Gefährdung abschätzen zu können, wurde die Holzwand durch das Rüstlöschfahrzeug Am Spitz unter Schutzstufe 2 entfernt. Im Anschluss wurde durch das Rüstlöschfahrzeug Strebersdorf ein Tank mittels 8mm Bohrer angebohrt und die austretende Flüssigkeit in 6 Einweggebinden aufgefangen.

Durch das UMF wurden mögliche Dämpfe sowie die Flüssigkeit analysiert, flüchtige Komponenten wurden nicht gefunden. Weitere Analysen ergaben eine wässrige Lösung mit verschiedenen Salzen, jedoch keine akute Umweltgefährdung. Nachdem die oberhalb der Probebohrung stehende Flüssigkeit vollständig abgelaufen war, wurden die Einwegbehälter im Keller belassen, der Keller wurde mittels zweier fweig. Anlegearben und Sicherheitsschlössern verschlossen und gesperrt.

BF Wien

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