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Deutschland: Feuerwehr rettet niederländischen Trucker aus brennendem Lkw

Gyhum (Deutschland): Mit sehr schweren Verletzungen konnte am Mittwochvormittag, 23. Mai 2012, auf der A 1 in Höhe der Anschlussstelle Gyhum ein 57-jähriger niederländischer Kraftfahrer von der Feuerwehr nach einem Auffahrunfall aus seinem in Brand geratenen Sattelzug gerettet werden.

Vermutlich war der Niederländer unachtsam und hatte einen langsam vor ihm fahrenden rumänischen Sattelzug zu spät erkannt. Nach nur kurzem Bremsweg fuhr er voll auf den vorausfahrenden Lkw auf und wurde im Führerhaus eingeklemmt.

Zur Unfallzeit um 10.35 Uhr hatte es auf dem rechten Fahrstreifen der Hansalinie in Fahrtrichtung Bremen hinter der Anschlussstelle Bockel eine Tagesbaustelle wegen Markierungsarbeiten gegeben. Daher hatte sich auf dem Hauptfahrstreifen ein Lkw-Stau gebildet. Die beiden Überholfahrstreifen waren frei.

Ein 34-jähriger Rumäne hatte vorn rechtzeitig gebremst und fuhr langsam auf den Stau zu. Der 57-jährige Niederländer fuhr hinter dem Rumänen und bremste aus wesentlich höherer Geschwindigkeit erst wenige Meter hinter dem rumänischen Gespann. Er konnte nicht mehr ausweichen und fuhr voll in das Heck des rumänischen Sattelzuges, den er nach links über beide Überholfahrstreifen in die Mittelleitplanke schob. Dabei wurde der 38-jährige rumänische Beifahrer leicht verletzt. Der Niederländer wurde in seiner Sattelzugmaschine mit schwersten Brustverletzungen eingeklemmt.

Das total zerstörte Führerhaus des Niederländers fing nun im Bereich des Motors an zu brennen. Durch den Brand atmete der Trucker im Fahrzeugwrack Rauchgase aus dem Motorraum ein. Geistesgegenwärtige Ersthelfer leiteten sofort erste Löschmaßnahmen mit Feuerlöschern ein, bis die Feuerwehren aus Gyhum und Zeven die Löscharbeiten übernahmen und gleichzeitig mit schweren Spreizern den Fahrer aus seinem Führerhaus zu befreien versuchten. Dabei wurde der Schwerverletzte durch einen Notarzt und Rettungshelfer betreut.

Die Befreiung des Fahrers gelang unter erheblichen Anstrengungen erst nach einiger Zeit. Der Niederländer wurde mit einem Rettungswagen und Notarzt in das Rotenburger Diakoniekrankenhaus gebracht. Der Rettungshubschrauber Christoph Weser, der auf dem Heimflug von einem Rettungseinsatz zufällig an der Unfallstelle vorbei gekommen war, konnte daraufhin wieder starten.

Die Polizei geht von einer Schadenshöhe von rund 100.000 Euro aus. Der Verkehr in Richtung Bremen wurde an der Anschlussstelle komplett abgeleitet und über örtliche Umleitungsstrecken am Unfall vorbeigeführt. Dabei kam es auf den Nebenstrecken ebenfalls zu erheblichen Stockungen. In Richtung Hamburg wurde der zweite Überholfahrstreifen gesperrt, da der rumänische Sattelzug die Mittelleitplanke eingedrückt hatte. Der Verkehr konnte auf den verbliebenen Fahrstreifen an der Unfallstelle vorbeigeführt werden.

Weiterer Unfall: Etwa eine Stunde nach dem Unfall kam es zu einem weiteren Unfall, als der Fahrer eines spanischen Sattelzuges in Höhe der Anschlussstelle Bockel wendete und ein größeres Stück Leitplanke eindrückte. Der Spanier kümmerte sich nicht um den Schaden und fuhr in Richtung Rotenburg davon. In Höhe der Lentkaserne stoppten ihn zivile Fahndungskräfte der Polizei Rotenburg, die zufällig in anderer Sache dort unterwegs waren. Gegen ihn wird wegen Unfallflucht ermittelt. Wegen der Schadenshöhe ist sein Führerschein in Gefahr.
Neben Kräften der Autobahnpolizei Sittensen und der Rotenburger Wache waren rund 20 Feuerwehrleute aus Zeven und Gyhum mit fünf Fahrzeugen vor Ort im Einsatz.

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