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Deutschland: Iveco schließt Lkw-Produktion in Ulm – Brandschutz wird ausgebaut

Ulm (Deutschland): Iveco schließt Ulmer Magirus-Werk und verlagert Produktion nach Madrid – 670 Jobs gefährdet – Brandschutz soll ausgebaut werden.

Ulm steht unter Schock: Iveco Magirus schließt sein Werk für schwere Lastwagen im Donautal und verlagert die Produktion ins Schwesterwerk nach Madrid. Diese Entscheidung des Turiner Iveco-Managements hat das Unternehmen am Montagabend, 7. Mai 2012, bestätigt.

Von den 1100 Arbeitsplätzen im Montagewerk im Donautal gehen wahrscheinlich 670 verloren. Nach Informationen des Betriebsrats sollen die Jobs ohne Kündigungen sozialverträglich abgebaut werden. Ein Teil davon soll durch einen Ausbau der Magirus-Brandschutzsparte wieder aufgefangen werden. Ulms OB Ivo Gönner reagierte auf die Nachricht aus Turin betroffen: „Das ist ein schwerer Schlag für uns, damit geht ein Stück Ulmer Industriegeschichte zu Ende“.

Nach den Meldungen, dass die Daimler-Bustochter Evobus im Neu-Ulmer Werk mehrere hundert Arbeitsplätze streichen will, erreichte die Doppelstadt Ulm/Neu-Ulm gestern eine weitere Hiobsbotschaft: Iveco schließt sein Lkw-Montage-Werk im Donautal und verlagert die Produktion ins Schwesterwerk nach Madrid.

Die Ulmer Fabrik war seit bald drei Jahren nicht mehr ausgelastet und konnte sich nur durch Kurzarbeit über Wasser halten. Jetzt zog das Iveco-Management in Turin die Reißleine und verkündete das Aus für die Ulmer Lkw-Fertigung. Die Mitarbeiter wurden gestern in einer Betriebsversammlung über die Entscheidung der italienischen Konzernleitung informiert.

Ulms OB Ivo Gönner hatte hinter den Kulissen ebenso wie der Ulmer Betriebsrat versucht, die Entscheidung zur Werksschließung mit einer Denkschrift noch abzuwenden – vergeblich. „Für uns ist das ein schwerer Schlag, der uns schon in der Magengegend trifft“, äußerte Gönner seine Betroffenheit. Mit dem Aus für den Traditionsstandort im Donautal geht für den OB „auch ein Stück Ulmer Industriegeschichte zu Ende“. Sie begann vor mehr als 150 Jahren, als Conrad Dietrich Magirus 1866 seine eigene Firma gründete und 1873 die erste Feuerwehr-Drehleiter auf den Markt brachte.

Gönner hofft jetzt um so mehr, dass gerade die traditions-trächtige Brandschutz-Sparte möglichst viele Arbeitsplätze von Iveco in Ulm retten kann. „Ich hoffe sehr, dass ein Großteil der Beschäftigten aus der Lkw-Produktion in den Brandschutz wechseln kann“, sagte Gönner am Abend zur Schwäbischen Zeitung. Dies habe die Konzernleitung zugesichert. Laut Firmenmitteilung sollen Produktionskapazitäten aus anderen Iveco-Brandschutz-Standorten „sukzessive nach Ulm verlagert werden“.

Die Stadt will ihren Teil dazu beitragen und Iveco das inzwischen geräumte ehemalige Areal der Brandschutzsparte in der Magirusstraße abkaufen. Gönner: „Damit stützen wir den Brandschutz“. Auch wenn das Aus für die Lkw-Fertigung „für uns sehr traurig ist“, gelte es nun, das Beste aus der Situation zu machen und nach vorne zu blicken, demonstrierte Gönner trotzigen Optimismus.

Der Betriebsrat von Iveco Ulm und die IG Metall haben am Montagabend in einer gemeinsamen Pressemitteilung ihre Bereitschaft erklärt, an einer Umstrukturierung der Aktivitäten von Iveco in Deutschland mitzuarbeiten. Ziel müsse es sein, zukunftsfähige industrielle Strukturen in Verbindung mit der Marke Iveco Magirus in Ulm zu sichern. „Dies beinhaltet auch die Stärkung von Entwicklungsaktivitäten“, heißt es in der Mitteilung.

Betriebsrat und Gewerkschaft verfolgen zudem das Ziel, dass kein Beschäftigter, insbesondere in einem Alter von über 50 Jahren, durch die Umstrukturierung arbeitslos werde. Im Vordergrund stehe, „möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten und eine verbindliche Zukunftsperspektive für die Iveco-Beschäftigten zu vereinbaren“, heißt es abschließend in der Pressemitteilung.

Schwäbische

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