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Oö: FF Steyr 2011: Kosten für Feuerwehr stehen freiwilliger Arbeit gegenüber

Steyr (Oö): Bei der 133. Vollversammlung der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Steyr am 20. April 2012 wurde Bilanz über das Jahr 2011 gezogen.

54.213 Stunden wurden von den 295 Mitgliedern der FF Steyr geleistet, nicht eingerechnet darin die Unterstützung durch die vier im Stadtgebiet von Steyr ansässigen Betriebsfeuerwehren. Bezirks-Feuerwehrkommandant Oberbrandrat Robert Lumesberger konnte dazu die höchsten Würdenträger der Stadt Steyr, angeführt von Bürgermeister Gerald Hackl, begrüßen. Von Seiten der Landesregierung war Landtagsabgeordneter Franz Schillhuber erschienen. Von der langen Liste der Ehrengäste sind besonders zu nennen der stellvertretende Landesfeuerwehrkommandant Robert Mayer, Militärkommandant Mag. Kurt Raffetseder und der Polizeidirektor von Steyr, Hofrat Dr. Johann Steininger.
In seiner Ansprache ging OBR Lumesberger dann auf die Kostenrechnungen durch den Landesrechnungshof ein, der die Feuerwehren als zu viel und zu teuer kritisierte und stellte dem die unbezahlte Arbeit gegenüber, die von den Mitgliedern der Feuerwehr auf Knopfdruck geliefert würde. Eine Studie der Universität Wien hätte demnach ergeben, dass durch verhinderte Schäden bei Katastrophen und anderen Schadensfällen für jeden in die Feuerwehren investierte Euro mehr als 10 Euro zurückkämen, eine Rendite von über 1000 % also, für die jede Firma mehr als dankbar wäre! Dennoch sei sich die Freiwillige Feuerwehr Steyr des harten Finanzjahres für die Stadtgemeinde Steyr bewusst und hätte nur das Allernotwendigste in das Budget eingegeben, Neuanschaffungen von Fahrzeugen seien beispielsweise um jeweils ein Jahr verschoben worden. Dennoch gäbe es Lichtblicke bei den Investitionen: ein Löschfahrzeug für den Löschzug 2 Steyrdorf stünde kurz vor der Auslieferung, für 2014 sei die Anschaffung eines neuen Hubrettungsgerätes geplant, und im vergangenen Jahr konnten nicht nur neue Einsatzuniformen für den Technischen Zug beschafft, sondern auch die Alarmierungsanlage inklusive neuer Rufempfänger erneuert werden, was sich in effektiverer und schnellerer Alarmierung der 228 aktiven Feuerwehrmänner bemerkbar mache
Die Mitgliederwerbung wurde auch im Jahr des Ehrenamtes weiter betrieben, wobei sich auch Frauen und Mädchen zur Feuerwehr meldeten. Nach eingehenden Gesprächen im Kommando wurde daher erstmals die Aufnahme weiblicher Mitglieder in die Freiwillige Feuerwehr Steyr beschlossen.

Der Kommandant schloss seine Ansprache mit Dankesworten und guten Wünschen an seine Funktionäre, Ausbilder und Mannschaften, das Landesfeuerwehrkommando, die anderen Blaulichtorganisationen und das Bundesheer, den Steyrer Bürgermeister Hackl und den Vizebürgermeister sowie Feuerwehrreferenten Hauser, Stadtsenat und Gemeinderat; sowie mit dem Ausblick auf ereignisreiche kommende Jahre, wenn die Steyrer Feuerwehr 2014 sowohl ihr 150. Gründungsjubiläum feiern als auch den Landes-Feuerwehrleistungsbewerb für OÖ veranstalten würde. 2013 steht davor außerdem die Neuwahl des Bezirks-Feuerwehrkommandos an.

Zu Beginn der Jahreshauptversammlung wurde der im Jahr 2011 verstorbenen Mitglieder der FF Steyr gedacht: Leopold Schirghuber (60), Walter Wimmer (79), Franz Schützenhofer (77), Robert Egelmayr (47), Johann Nebauer (70) und Karl Hochrather (84).

Der Bezirks-Kassenführer Hauptamtswalter Franz Forsthuber legte seinen Rechenschaftsbericht über das Jahr 2011 vor und wurde nach Bericht der Rechnungsprüfer von der Vollversammlung einstimmig entlastet. Im Anschluss daran lieferte Abschnitts-Feuerwehrkommandant Brandrat Gerhard Praxmarer harte Zahlen und Fakten zum Einsatzgeschehen im Jahre 2011:
Der Mitgliederstand betrug mit 31.12.2010 295 Mann, davon 228 im Aktivstand, 45 Reservisten und 22 in der Jugendgruppe. Die Feuerwehr musste 110 Brandeinsätze bestreiten, zusätzlich 53 Brandmeldealarme ohne tatsächlichen Brand. Dazu gab es 64 Alarmierungen wegen Brandverdacht, fingierte Anrufe etc. Der Technische und der Wasserzug bewältigten 170 technische Einsätze, davon 18 Verkehrsunfälle. Im Ganzen musste die FF Steyr demnach 397 Mal ausrücken. Weiters wurden 136 Dienste verschiedener Art geleistet. Es gab glücklicherweise nur einen größeren Brand zu verzeichnen, sowie – dank der guten Ausbildung und Ausrüstung – keine größere Verletzungen der Feuerwehrkameraden. Die Freiwillige Feuerwehr Steyr erbrachte im Berichtsjahr 2011 Leistungen in der Höhe von 54.213 Gesamtstunden.
Praxmarer bedankte sich weiters bei den Betriebsfeuerwehren von MAN, BMW Motoren, SKF und des Landeskrankenhauses Steyr mit ihren insgesamt 230 Mann, die einen unverzichtbaren Bestandteil des Feuerwehrwesens in Steyr darstellten, und ohne die die FF Steyr ein Vielfaches an Ausrückungen zu bewältigen hätte, für ihre Unterstützung und die gute Zusammenarbeit.

In weiterer Folge wurden verdiente Mitglieder der Feuerwehr ausgezeichnet, beginnend bei der Feuerwehrjugend. Das Abzeichen für den Wissenstest in Bronze erhielten die Jungfeuerwehrmitglieder Stefan Schnurpfeil, Sebastian Biegel, Jan Weichselbaumer und Christoph Presenhuber. Mit dem silbernen Abzeichen für ihre Leistungen belohnt wurden Markus Oberrather und Marcel Oberstrass. Klaus Eglseer und Michael Leyerer wurden mit dem Wissenstestabzeichen in Gold ausgezeichnet.
Für 15-jährige Mitgliedschaft in der FF Steyr ausgezeichnet wurden Bernhard Auer, Manuel Brunner, Markus Gollnhuber und Christian Leitner sowie von der Betriebsfeuerwehr LKH Hubert Tempelmayr.
Für 25 Jahre Dienstzeit ausgezeichnet wurde Berthold Himmelbauer für 40 Jahre Josef Amon, Franz Brunner, Franz Klinger sen. und Heinz Niedl. Eine Ehrenurkunde für 60 Jahre Dienst in der Feuerwehr erhielt Erwin Hasenleithner.
Das Oberösterreichische Verdienstkreuz III. Stufe wurde überreicht an Bernhard Sallocher. Mit dem Oberösterreichischen Verdienstkreuz II. Stufe geehrt wurden Franz Forsthuber, Gerhard Praxmarer jun., Ernst Schwarzmüller und Ferdinand Stecher. Das Verdienstkreuz III. Stufe des Österreichischen Bundes-Feuerwehrverbandes erhielten Roland Holzner, Herbert Mekina, Thomas Schurz, Matthias Strasser und Michael Strasser. Mit der II. Stufe desselben Ehrenzeichens ausgezeichnet wurden Ernst Kronberger, Karl Mörtenhuber, Robert Palk sen. und Walter Tagini.
Die Medaille des Bezirks-Feuerwehrkommandos wurde an den Militärkommandanten des Landes OÖ, Generalmajor Mag. Kurt Raffetseder, stellvertretend für die Unterstützung des Militärkommandos bei Einberufungen, Dienstzuteilungen und Versetzungen verliehen. Dieselbe Medaille erhielten Vizebürgermeister und Feuerwehrreferent Wilhelm Hauser, Oberbrandmeister Darko Zupanic und von Seiten der Polizei Steyr Kontrollinspektor Gerhard Toros, Bezirksinspektor Heinz Schmirl und Gruppeninspektor Peter Stögbauer. Herrn Ing. Horst Baumgartner vom Magistrat Steyr wurde die Florianiplakette der FF Steyr für die wertvolle Unterstützung in bautechnischen Angelegenheiten überreicht. Und schließlich erhielt Kurt Membir von der Firma Möbel Leiner eine Stele in Form eines Y, dem Symbol der Stadt Steyr, für seine wertvolle Unterstützung der Feuerwehr.

Dem früheren Bezirks-Feuerwehrkommandanten, Ehren-Oberbrandrat Gottfried Wallergraber, der 2 Tage vor der Versammlung seinen 80. Geburtstag gefeiert hatte, wurde mit Standing Ovations gehuldigt, und vor der Versammlung wurden ihm Geschenke des Bezirks-Feuerwehrkommandos sowie der Stadt Steyr überreicht.

Im Anschluss wurden Feuerwehrmänner angelobt, die mindestens 12 Monate bei der FF Steyr im Aktivstand waren. Es sind dies Steffen Eglseer, Peter Herzenberger, Simon Leyerer, Christoph Praxmarer, Michael Reiter, Ewald Rolinek, Felix Schnaubelt, Manuel Silvestri und Martin Spatt. Nach der von Abschnitts-Feuerwehrkommandant Praxmarer vorgetragenen Gelöbnisformel bekräftigten sie ihr Versprechen dem Bürgermeister und dem Bezirkskommandanten mit Handschlag.

Es folgten die Ansprachen der höchsten anwesenden Ehrengäste. Der Bürgermeister der Stadt Steyr Gerald Hackl stellte den Skandalen und der verständlichen Kritik an der Politik das Gute im Menschen gegenüber, das sich im Ehrenamt zeigte. Das Geld wäre enorm knapp, nicht nur in Steyr, dennoch gäbe es, obwohl es sehr schwierig wäre, einstimmige Beschlüsse für den Ankauf notwendiger Geräte, selbst wenn dafür große Summen bewegt werden müssten. Alle Fraktionen im Gemeinderat wären einstimmig der Ansicht, dass Investitionen in die Feuerwehr notwendig wären, auch wenn es schwer fiele. Die Feuerwehr verdiente dies durch ihre Freiwilligkeit und Hilfsbereitschaft, die die Stadt stark machten, auch in anderen Organisationen.

Der Landes-Feuerwehrkommandant-Stellvertreter, Robert Mayer, sprach in seinen Worten drei Themen an: die Zukunft der oberösterreichischen Feuerwehren bis 2030, die Prüfung des Landesrechnungshofes und die Wertschöpfungsanalyse der Universität Wien. Zur Zukunft der Feuerwehr legte er den aktuellen Stand der Dinge dar, dass gerade mit dem Land OÖ die notwendigen gesetzlichen Veränderungen verhandelt würden. Für die Feuerwehr gäbe es dabei folgende Grundsätze, von denen nicht abgewichen werden könne: ein flächendeckendes, qualitativ gleichwertiges System; Schutzziele für Gesundheit, Eigentum und Umwelt; das Gefühl der Sicherheit dürfte nicht verlorengehen und die Vorbereitung auf Großereignisse. In jeder Gemeinde müsste eine Mindestausstattung der Feuerwehren erhalten bleiben, die Einheiten dürften nicht zu groß werden, sonst ginge die Führungsfähigkeit und Überschaubarkeit verloren. Zusätzlich würden gefahrenbezogene Schwerpunkte geschaffen. Der Landesrechnungshof würde im Landes-Feuerwehrkommando in Gespräche eingebunden, um Entwicklungsprozesse zu optimieren. Die Wertschöpfungsstudie der Uni Wien, einer absolut unabhängigen Stelle, ginge von Schadensereignissen ohne Eingreifen der Feuerwehr aus und hätte eine Summe der geretteten Werte und verhinderten Schäden von 1,5 Mrd. Euro errechnet, bei Investitionen in die Feuerwehr von 149 Mio. Euro, was eine Wirkung des Feuerwehrwesens um den Faktor 10,2 ergäbe.

Der Bürgermeister von Wolfern Franz Schillhuber, als Landtagsabgeordneter Vertreter der Landesregierung, erinnerte sich an einen Einsatz als junger Feuerwehrmann, bei dem der jetzt 80-jährige ehemalige Bezirks-Feuerwehrkommandant Wallergraber die Einsatzleitung führte. Er lobte die Gemeinschaft und den Willen zu helfen der Feuerwehr und erinnerte an die Ehre, die die Zugehörigkeit bedeutete.

Nachdem es keine weiteren Wortmeldungen mehr gab, schloss Bezirks-Feuerwehrkommandant Lumesberger die 133. Vollversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Steyr. Mit einem gemeinsamen, vom Bürgermeister gestifteten Abendessen klang die Versammlung aus.

Freiw. Feuerwehr der Stadt Steyr

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