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Deutschland: Feuerwehr stellt bei Großübung Radioaktivität fest

Büchen (Deutschland): Am Rande einer groß angelegten Katastrophenschutzübung am Samstag, 21. April 2012, bei Büchen haben Experten des „Löschzugs Gefahrgut“ der Feuerwehr radioaktive Strahlung festgestellt. Die Herkunft und das Gefahrenpotenzial sind noch unklar.

Routinemäßig hatten die Einsatzkräfte ihr Erkundungsfahrzeug für Störfälle im Kernkraftwerk Krümmel in die Übung eingebunden – mit einem erstaunlichen Ergebnis. Das Messfahrzeug registriert während der Fahrt automatisch die vorhandene Strahlung und zeigt sie mit farbigen Punkten auf einer elektronischen Landkarte an. In Büchen reihten sich nach Informationen unserer Zeitung zahlreiche dunkelrote Punkte aneinander. Sie deuten auf die höchste messbare Strahlungseinheit hin. Was genau gemessen wurde, darüber gibt es bisher keine Erkenntnisse.

Eigentlich wollten mehr als 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei auf dem Gelände nördlich des Heidewegs, das sonst die Bundespolizei für Übungen nutzt, den Einsatz nach einem Flugzeugunfall trainieren. Doch dann brachte der Einsatz des „Löschzugs Gefahrgut“ einiges im Ablauf durcheinander. „Da war die Aufregung plötzlich groß, als die roten Punkten auftauchten“, berichtet ein beteiligter Feuerwehrmann unserer Zeitung. Erst dachten die Gefahrgutexperten noch an einen Baustein des Übungsszenarios, doch dafür war die Strahlung einfach zu stark.

„Ja, wir haben da etwas gemessen, was da so eigentlich nicht hingehört. Das Ergebnis muss aber noch bestätigt werden, wir werden deshalb noch Kontrollmessungen durchführen“, erklärte Kreiswehrführer Michael Raddatz gestern auf Nachfrage. Raddatz: „Man weiß bisher nicht, woher die angezeigten Strahlenwerte stammen.“ Es wurden eindeutig stärkere Kontaminationen als sie natürlich vorkommen gemessen.

Das 80 Hektar große Areal am Rande von Büchen ist in Besitz der Bundesanstalt für Immobilien-Aufgaben (BImA). Seit einiger Zeit ist das naturnahe Heidegebiet als Fauna-Flora-Habitat (FFH-Gebiet) klassifiziert, damit steht es unter besonderem Schutz. Doch was sich auf dem Gelände, das in den 60er-Jahren die Bundeswehr für ihre in Lanken und Wentorf stationierten Truppen als Schießplatz genutzt hatte, verbirgt, ist vermutlich unklar. „Wir haben ja kein Ortungsgerät in der Tasche, wir können so etwas nicht messen“, sagt Büchens Bürgermeister Uwe Möller: „Vielleicht sollte die Feuerwehr ihre Informationspolitik überdenken.“ Auch Karsten Steffen, Sprecher der Kreisverwaltung, zeigte sich überrascht, als er am Sonntag von den Messwerten erfuhr. Dabei waren sowohl Möller wie auch Steffen während der Übung vor Ort.

Der Messtrupp hatte seine Erkenntnisse umgehend an die Technische Einsatzleitung vor Ort gemeldet, die Mitarbeiter hatten dann den Kreiswehrführer informiert. „Eine sofortige Überprüfung der Messungen hat der Übungsrahmen nicht zugelassen“, verteidigt Raddatz die Tatsache, dass den überraschenden Messdaten nicht sofort auf den Grund gegangen wurde.
Wie gefährlich die Strahlung für Menschen ist, die das Gelände gern für Spaziergänge nutzen, müssen nun weitere Messungen zeigen. Allgemein hängt die Gefährdung durch radioaktive Strahlung von der Aufenthaltsdauer in dem betroffenen Bereich ab.

Bergedorfer Zeitung

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