Österreich: Präsidentschaftskanzlei nimmt zum „falschen Lebkuchen“ Stellung
Österreich: Hohe mediale Wellen -positiv wie negativ- schlug der Besuch des österreichischen Bundespräsidenten, Dr. Heinz Fischer, bei einer Atemschutzübung einer Freiwilligen Feuerwehr in der Steiermark.
Bundespräsident Dr. Fischer erhielt im Zuge des Steirerfestes in Wien Geschenke wie Äpfel, Buchteln, Wein und eben den besagten Lebkuchen der Musikkapelle Mitterndorf.
Lebkuchen mit „falschem“ Schriftzug: Fireworld fragt nach
Aufgrund zahlreicher Rückmeldungen an die Fireworld.at Redaktion sowie Leserkommentaren beim urspünglichen Bericht der Kronenzeitung, hat Fireworld.at bei der Pressestelle des Bundespräsidenten nachgefragt:
„Als der Bundespräsident am Samstagmittag unmittelbar nach dem Besuch beim Steirerfest nach Mürzsteg fuhr, hielt die Mürzsteger Freiwillige Feuerwehr unmittelbar genau vis-a-vis der Sommerresidenz des Bundespräsidenten eine Übung ab. Der Bundespräsident erinnerte sich des Lebkuchengeschenkes, überquerte die Straße und übergab den Lebkuchen dem Feuerwehrkommandanten mit folgenden Worten: „Ich habe das heute Vormittag am Steirerfest von der Musikkapelle Mitterndorf geschenkt bekommen (was ja auch auf dem Lebkuchen schriftlich festgehalten ist) ich kann das mit meiner Frau unmöglich aufessen, während ihr nach der Übung das mit Leichtigkeit wegputzen könnt. Es soll Euch schmecken“, so Astrid Salmhofer, Pressesprecherin des Bundespräsidenten in einer Stellungnahme an Fireworld.at
Hätte der Bundespräsident den geschenkten Lebkuchen selbst gegessen, hätte man gesagt, er lasse sich „anfüttern“ oder beschenken, wenn er es aber für einen guten Zweck weiterschenkt (was der Bundespräsident übrigens häufig tut) finde ich kritische Äußerungen dazu nicht fair, so Salmhofer weiters.
Einsparungen bei der Freiwilligen Feuerwehr: Ein Fall für Fischer?
Vermehrt kam es in den vergangenen Wochen zu Berichten, wonach Einsparungen bei den Freiwilligen Feuerwehren in Oberösterreich geplant seien. Sogar Experten der Wirtschaftsuniversität Wien belegten in einer Studie, dass es kein (Kosten-)effizienteres Hilfeleistungssystem als das der österreichischen Feuerwehren gäbe. Die Befürchtungen, dass Einsparungsmaßnahmen die ohnehin von zahlreichen Aufgaben geforderten Feuerwehrmitglieder in ganz Österreich betreffen werden, scheinen daher durchaus berechtigt. Die Sicherheit der Bevölkerung darf daher kein Spielball der Politik werden, sondern bedarf einer seriösen -durchaus auch aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten- Betrachtung, die den Nutzen jeder einzelnen Feuerwehr im Sinne der Bevölkerung im Katastrophenfall eindeutig klarstellen muss. Es kann nicht angehen, dass der ohnedies nicht vorhandene Kostenfaktor Personal tausender Mitglieder gegen den -im Vergleich- marginalen Finanzfaktor von vorhandenen oder künftig benötigten Fahrzeugen und Geräten für den Katastrophenfall aufgewogen wird.
Wie auch immer – Österreichs Feuerwehrleute stehen zu der Aufgabe, der die sich freiwillig und unentgeltlich gestellt haben: Dort zu helfen, wo Hilfe dringend benötigt wird! Zur Straße, zu Wasser und zu Land. Wer die Feuerwehr ruft, kann nicht nur professionelle Hilfe erwarten, sondern erhält diese auch ohne Rückfrage. Rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, in einem fast einzigartigen Sicherheitsgefüge in Europa.
Fireworld.at hat im Zuge der Rückfrage zur „Causa Lebkuchen“ in der Pressestelle von Dr. Heinz Fischer zum Thema Einsparungen nachgefragt. Eine Antwort wurde uns für die nächsten Tage versprochen.
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