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Oö: Jahresbericht der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Wels

Wels (Oö): Nachfolgend der Tätigkeitsbericht der Freiwilligen Feuerwehr Wels für das Jahr 2011, …

… die Zahlen in Klammern sind jeweils Vergleichszahlen zu den Jahren 2010 und 2009.

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Wels leistete im vergangenen Jahr 2.226 (2.253; 2.361) Gesamteinsätze, das sind im Schnitt ca. 6,1 (6,2; 6,5) Einsätze pro Tag; hier eingerechnet sind auch die 63 (56; 114) Brandsicherheitswachdienste, die für Veranstaltungen aller Art geleistet werden mussten sowie 6 (11; 8) Einsatzübungen bzw. Schauvorführungen im Rahmen diverser Veranstaltungen. Die Arbeitsbelastung unserer Feuerwehr liegt im Schnitt der vergangenen drei Jahre nun bei etwa 2.280 Hilfeleistungen/ Jahr bzw. ~ 6,2 (6,2; 6,5) / Tag. Die Bezirkswarnstelle FLORIAN WELS alarmierte mittels Funksirenensteuerung in 406 (477; 516) Fällen Feuerwehren des Bezirkes Wels-Land, mit Funkalarm in je 2 Fällen die FF Marchtrenk (6; 1), Sipbachzell und Lambach, Weißkirchen, Kappern und in je einem Fall die FF Schleißheim, Offenhausen (1), Sattledt (1; 2), Edt-Winkling (1), Thalheim (4; 3), Geisensheim, Krenglbach, Neukirchen und Stadl-Paura. Übermittlungen mit Funk bzw. mit Telefon sind in 330 (241; 241) Fällen durchgeführt worden. Diese Hilfeleistungen wurden der Gesamteinsatzzahl zugezählt. Die Anzahl der Interventionen zu Brandalarmen und Technischen Hilfeleistungen selbst betrug 1.402 (1.418; 1.471), das sind ~ 3,8 / Tag. Gegenüber dem Vorjahr ergibt sich wieder eine Abnahme dieser Hilfeleistungen um 16 Fälle, das sind ~1,6 %. Unter anderem sind angefallen:

Großbrände: 3 (3; 2) davon einer (0; 3) außerhalb des Stadtgebietes
Mittelbrände: 13 (5; 7) davon drei (1; 2) außerhalb des Stadtgebietes
Kleinbrände: 177 (148; 159) davon zwei (2; 2) außerhalb des Stadtgebietes
Kaminfeuer: 2 (2; 1)
Ausrückungen wegen Brandverdachtes: 238 (270; 256)
Blinde Alarme 178 (173; 186), davon 20 (12; 13) böswillige Alarmierungen

Bei den Brandausrückungen galten sechs (3; 1) Ausfahrten der Nachbarschaftshilfe. Von den Alarmierungen wegen Brandverdachtes bzw. Blinder Alarme wurden 385 (443; 442) Fälle durch automatische Brandmeldeanlagen hervorgerufen. Bei dieser Gegenüberstellung fällt besonders auf, dass die Zahl der Groß-, Mittel- und Kleinbrände mit 195 im Vergleich zum Vorjahr 2010 (158) erheblich zugenommen hat (+ 24 %). Die Zahl der böswilligen Alarmierungen ist mit 20 (12; 13) Fällen leider ebenfalls wieder nicht unerheblich angestiegen! Von den 195 (158; 169) „echten“ Brandfällen waren 42 (37; 40), das sind 21,4 (23,4; 23,7) %, bei Eintreffen der Feuerwehr bereits gelöscht, in den übrigen Fällen musste die Feuerwehr den Brand bekämpfen. Bei 56 (36; 44) Brandfällen, das sind rund 28,6 (22,8; 26,0) % mussten insgesamt 184 (95; 142) Schwere und 12 (26; 7) Leichte Atemschutzgeräte eingesetzt werden. Besonders hervorzuheben ist in diesem Berichtsjahr wieder die „Erfolgsquote“ der automatischen Brandmelder: Von den 177 Kleinbränden wurden 47 (47) von diesen Brandwächtern entdeckt, das ergibt eine Quote von ~25 % gegenüber ~ 32 % im Jahr 2010 zuvor: Auf die gesamte Anzahl der Alarmierungen durch Brandmelder (433) bezogen sind dies 10,8 % zu 10,6 % im Vorjahr!

Nach der Art der Brandobjekte ergibt sich folgende Reihung:

Wohngebäude (einschl. 2 (2; 1) Kaminfeuer):54 (45; 43)
Müll: 34 (28; 13)
Gewerbebetriebe: 29 (31; 40)
Öffentliche Gebäude:19 (14; 25)
Industriebetriebe: 19 (10; 11)
Flurbrände: 16 (4; 8)
Kraftfahrzeuge: 9 (15; 17)
sonstige Objekte: 12 (11; 8)
Landwirtschaftliche Anwesen: 2 (0; 0)
Wald: 1 (0; 2)
Schienenfahrzeuge: 0 (0; 2)

SUMME: 195 (158; 169)

Neben den Brandeinsätzen erfolgten 791 (817; 860) Technische Hilfeleistungen bzw. Einsätze im Rahmen des Katastrophenhilfsdienstes, davon 3 (13; 10) als Nachbarschaftshilfe. Im Zusammenhang mit den oben angeführten Einsätzen wurden 138 (189; 213) Menschen, die in steckengebliebenen Liftanlagen eingeschlossen, nach Bränden, Unfällen verletzt bzw. hilflos, nach Verkehrsunfällen eingeklemmt waren oder sich sonst in einer Notlage befunden haben, gerettet bzw. befreit. Weiters wurden 10 (14; 18) Tiere gerettet. In acht (6; 9) Fällen mussten Tote und in sieben (10; 11) Fällen verendete bzw. bei Unfällen getötete Tiere geborgen werden.

Wesentliche Einsätze bzw. Aktivitäten im abgelaufenen Jahr 2011 waren:

Jänner
Feuriger Jahresbeginn, drei Kleinbrände am Neujahrstag, und zwar in Wels, Traunaustraße 10, in der Christian-Hinderhofer-Straße 12 und am Welser Lokalbahnplatz.
Großbrand einer Betriebshalle der Fa. Molin Montage GesmbH., Wels, Lerschstrasse 7, am 14. Jänner: Eingesetzt waren 41 Feuerwehrmitglieder der FF der Stadt und der BTF Fritsch Drehleiter und 13 Schwere Atemschutzgeräte.
Wohnungsbrand mit Menschenrettung in Wels, Ebenhochstrasse 1, Erdgeschoss, am 19. Jänner: Unmittelbar nach Eintreffen der Wehr rettete ein Atemschutztrupp einen nicht gehfähigen Bewohner aus der Brandwohnung.

Februar
Mittelbrand in Wohnung am 12. Februar in Wels, Camillo-Schulz-Straße 6: Zwei Katzen gerettet.

März
Ausgedehnter Balkonbrand am 16. März im 2. Obergeschoss des Mehrparteienhauses Wels, Lärchenstraße 38: Flammenüberschlag in das darüber liegende Geschoss konnte mit einem Schnellangriff vom Boden aus verhindert werden.

April
Holzschuppen in Vollbrand in Wels, Oberhart 9, am 2. April: Beim Eintreffen der Feuerwehr stand das Brandobjekt in Vollbrand, konnte jedoch mittels zweier C-Strahlrohren (CAFS), zum Teil unter Schwerem Atemschutz, binnen weniger Minuten nach Eintreffen unter Kontrolle gebracht und binnen dreißig Minuten völlig gelöscht werden.

Mai
Großbrand Fa. Rübig in Marchtrenk am 11. Mai: Nachbarliche Löschhilfe der Wehren Wels und BTF Fritsch mit 30 MdF und 9 Einsatzfahrzeugen, darunter Großtanklöschfahrzeug, Atemschutzfahrzeug und Hubrettungsfahrzeug 42 m. Nach Verkehrsunfall auf der Osttangente am 21. Mai eingeklemmte Person gerettet. Pferd aus Swimming-Pool in Wels, Mühlstraße 104 am 29. Mai gerettet.

Juni
Gartenhütte in der Kleingartenanlage Noitzmühle in Vollbrand am 17. Juni: Gelöscht mit zwei C-Strahlrohren unter Schwerem Atemschutz. Großbrand im Dachstuhl des Wohnhauses Wels, Prielstraße 22, am 28. Juni: Umfangreicher Löscheinsatz (7 C-Strahlrohre und Wenderohr der Drehleiter, insgesamt 27 Schwere und 3 Leichte Atemschutzgeräte) für 47 Feuerwehrmitglieder der Wehren Wels, Thalheim und BTF Fritsch. Drei Arbeiter einer Dachdeckerfirma nach eigenen Löschversuchen verletzt.

Juli
Brand eines mit Strohballen beladenen Anhängers auf der Innkreisautobahn A 8, Fahrtrichtung Suben, vor der Abfahrt Pichl, am 15. Juli.

August
4 km Ölspur auf Landesstrasse nach Buchkirchen in Wels, Stadtteil Oberfeld, am 15. August: Aufgrund eines defekten Hydraulikschlauches war aus einem PKW Hydrauliköl ausgetreten, das wegen der regennassen Fahrbahn auf der rechten Fahrspur der Strasse nach Buchkirchen, beginnend auf Höhe der Fa. Baumax, auf eine Länge von ca. 4 km und in der gesamten Breite der Fahrspur einen gefährlichen schmierigen Ölfilm gebildet hatte. Im Gemeindegebiet Buchkirchen war es wegen der rutschigen Fahrbahn bereits zu einem VU gekommen. Von der FF Wels wurde in drei Einsatzabschnitten unter Verwendung von 48 (!) Säcken Bindemittel die Ölspur abgestreut.

September
Brand in Kirchturm der Welser Herz-Jesu-Kirche in Wels, Eferdinger Strasse 76, am 8. September anlässlich von Renovierungsarbeiten im damals eingerüsteten Kirchturm. Gefährlicher LKW- Brand – mit Strohballen beladener LKW-Zug – in Wohngebiet Wels, Hinterschweigerstrasse 49, am 29. September.

Oktober
Fünf Personen bei Vollbrand eines Schlafzimmers in der Wohnhausanlage Wels, Schießstättenstrasse 55, am 19.Oktober gerettet.

Dezember
Sturmfronten haben am 7. (ab 17.49 Uhr) und am 8. (bis 10.19 Uhr) Dezember und dann wieder am 16. (ab 19.18 Uhr) und 17. (bis 10.03 Uhr) Dezember insgesamt 13 Feuerwehreinsätze notwendig gemacht, im Wesentlichen Sicherung abgehobener Dächer mit Sandsäcken und Schaltafeln, entwurzelte Bäume, darunter eine 12 m hohe Tanne auf der Stadthalle, verwehte Plakatwände, Bauzäune, Baugitter uam. Zur Schadenbehebung eingesetzt waren dabei 67 Feuerwehrmitglieder mit 24 Fahrzeugen.

Im abgelaufenen Jahr konnten 21,4 % (23,4 %; 30 %) der Brände von Privatpersonen noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr gelöscht werden, im Schnitt der letzten fünf Jahre waren dies 22,5 % (24 %; 26 %). Diese sehr positive Tatsache kommt jedoch nicht von ungefähr und ist somit keinesfalls zufällig! Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Wels führt ab dem Jahr 1982, also seit nunmehr 30 Jahren alljährlich Brandschutzschulungen für Zivilpersonen (MitarbeiterInnen von Betrieben, Angehörige von Vereinigungen und Instituten, Hausfrauen usw.) durch. Während 2011 bei elf (2010= 14; 2009= 15) Schulungsterminen 261 (2010= 306; 2009= 323) Personen in Theorie und Praxis über das richtige Verhalten im Brandfall unterrichtet wurden, sind von 1982 – Ende 2011 insgesamt 24.381 Personen, das sind immerhin in etwa 40 % der Welser Bevölkerung, in zusammen 653 Schulungsveranstaltungen betreut worden! Erwähnenswert ist schließlich wiederum das Interesse, das unsere (nach 27 Jahren Nutzungsdauer offenbar noch immer attraktive) Hauptfeuerwache auch 2011 in weiten Bevölkerungskreisen gefunden hat. Sie wurde im Berichtszeitraum von 840 (935; 801) Personen aus dem In- und Ausland in 42 (46; 38) Führungen besichtigt. Unter den Besuchern waren 114 (273; 302) Mitglieder von Feuerwehren aus dem In- und Ausland, 663 (620; 408) Schüler, 7 (15; 0) Angehörige von Vereinen und 56 (27; 91) sonstige Privatpersonen. Nicht uninteressant ist in diesem Zusammenhang, daß seit der feierlichen Eröffnung der HFW (14.9.1985) bis Jahresende 2011 nunmehr 47.676 Personen, darunter 19.099 Schüler und 13.284 Feuerwehrmitglieder, unser Feuerwehrhaus besichtigt haben.

Freiw. Feuerwehr Wels

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