W: Kältemittel explosionsartig entwichen -> Wohnhaus evakuiert
Wien (W): Am Freitag, den 13. Jänner 2012, kam es um 11.22 Uhr im einer Filiale eines Supermarktes im 16. Wiener Gemeindebezirk zu einen Gebrechen an einer Kühlanlage.
Beim gegenständlichen Objekt handelt es sich um ein viergeschoßiges Eckhaus, wobei sich im Erdgeschoß eine Filliale eines Supermarktes befindet, darüberliegend durchgehend Wohnungen. Im hinteren Gebäudeteil befindet sich der Lieferanteneingang mit Lager sowie die Kühlhäuser.
Aus bislang unbekannter Ursache platzte eine Kühlleitung im Deckenbereich des Lagerbereichs, worauf infolge des hohen Drucks in der Leitung das Kältemittel explosionsartig entwich. Die Fillialleiterin hörte den Knall, worauf sie sich in den Lagerbereich begab, beim Öffnen der Türe vom Verkaufsraum ins Lager kam ihr eine weiße Staubwolke entgegen. Nach dem Verschließen der Türe begann sie mit der Evakuierung der Filliale und verständigte die Feuerwehr.
Vom 1. Hilfeleistungsfahrzeug Hernals wurde der betroffene Bereich über den Lieferanteneingang unter Atemschutz sowie mit dem Mehrgasmessgerät begangen und eine Erkundung durchgeführt. Zu diesem Zeitpunkt strömte noch weiterhin unter großem Druck das Kältemittel aus den Rohrleitungen.
Da unmittelbar nach Betreten der Lagerräume ein Ex-Wert auf 18 % UEG sowie ein CO-Wert von 22 ppM gemessen wurde, die genaue Art des Kältemittels aber noch nicht feststand, wurde vom Bereitschaftsoffizier die Evakuierung des betroffenen Gebäudes und des benachbarten Gebäudes durch die Gruppen Universallöschfauhrzeug Hernals und 3. Rüstlöschfahrzeug Hernals angeordnet.
Die Evakuierung wurde durch den Melder Hernals, zwei Beamten des Fahr- und Maschinendienstes sowie durch die Sicherheitswache unterstützt. Weiters wurden noch zwei weitere Löschgruppen angefordert. Insgesamt wurden 63 Wohnungen durchsucht, die darin befindlichen Personen wurden an den K-Zug der Rettung übergeben. Im Zuge der Evakuierung wurde vom Univerallöschfahrzeug Hernals festgestellt, dass sich im ersten Obergeschoß des Gebäudes im Fußbodenbereich auf einer Fläche von 0,5m² der Fußboden eingebrochen ist, weiters war im 2. OG auf mehreren Stellen im Gangbereich der Fußboden mehrere cm eingesunken. Aus diesem Grund wurde der Perm.-Ing sowie der WBA Hernals angefordert.
In der Zwischenzeit konnte vom Hilfeleistungsfahrzeug Hernals der Austritt des Kühlmittels durch Abklemmen einer Rohrleitung vermindert werden, ebenso wurde, da am Kompressor der Kälteanlage kein Hauptschalter vorhanden war, die Stromversorgungsleitung gekappt. Nach weiteren 10 Minuten war das Kältemittel gänzlich ausgetreten. Der betroffene Bereich wurde ständig durch Öffnen der Lagertüre gelüftet. Vom UMF Donaustadt konnte durch Messungen mittels GCMS das Kühlmittel R507 festgestellt werden, welches nicht Brennbar und nicht giftig ist. Somit ging zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr durch das Gas aus. Die Anfänglichen Messwerte vom XAM 2000 dürften auf Querverbindungen zurückzuführen sein.
Vom Perm.Ing. wurde festgestellt, dass die unregelmäßigkeiten im Fußboden nicht von der Explosion hervorgegangen sind, und auch keine Gefährdung für die beiden Gebäude herrscht. daraufhin konnten die Wohnungsinhaber die Wohnungen wieder gefahrlos betreten.
Während des Einsatzes war die an dem Geschäftslokal vorbeiführende Straße für knapp 15 Minuten gänzlich für den
Verkehr gesperrt, die Quergasse war für knapp 30 Minuten sowohl für den Verkehr als auch für Passanten gesperrt.
