Oö: Gefängniszellenbrand in Ried -> Zwei Personen gerettet

Ried im Innkreis (Oö): Zu einem nicht alltäglichen Einsatz wurden die Einsatzkräfte der Feuerwehr Ried am Sonntag, den 26. November 2011, alarmiert. Aufgrund des Einsatzstichwortes „Brand in der Justizanstalt Ried – mehrere Personen eingeschlossen“ …
… rückten insgesamt 35 freiwillige Feuerwehrmänner zu diesem gefährlichen Brand aus. Beim Eintreffen des ersten Löschfahrzeuges stand eine Gefängniszelle im dritten Stockwerk in Vollbrand. Laut Meldung der Justizwachebeamten waren zu diesem Zeitpunkt zwei Häftlinge in der Zelle eingeschlossen.

Erste Löschversuche der Beamten zeigten leider nur mehr wenig Wirkung. Außerdem konnte die Stahltür aufgrund der enormen Hitze und der darausfolgenden Verformung von den Wachbeamten nicht mehr geöffnet werden. Mit einem Trennschleifer öffnete ein Atemschutztrupp die Tür darauf gewaltsam.

Zeitgleich wurde über die Drehleiter ein Außenangriff durch das Fenster vorgenommen. Nachdem der Zutritt zur Zelle möglich war, wurden die Häftlinge in Zusammenarbeit mit den Justizwachebeamten gerettet und dem Roten Kreuz übergeben.

Abschließend lässt sich feststellen, dass ein Brand in derartigen Objekten eine enorme Herausforderung an alle beteiligten Rettungskräfte darstellt. Einerseits ist ein Zugang zu den betroffenen Gebäudeteilen durch die hohen Sicherheitsvorkehrungen nur äußerst schwer möglich. Andererseits ist auch psychische Belastung der Einsatzkräfte nicht zu unterschätzen, da das Handeln der Häftlinge nicht abzuschätzen ist.
Freiw. Feuerwehr Ried im Innkreis

Bericht der OÖ Nachrichten:
In ihrer Zelle haben sich Sonntagmittag zwei Häftlinge der Justizanstalt Ried verbarrikadiert und ein Feuer gelegt. Anschließend versteckte sich das Duo im Bad und musste von der Feuerwehr befreit werden. Beide kamen ins Spital.
Die Gefängniszelle im dritten Stock stand in Vollbrand, als die alarmierte Freiwillige Feuerwehr Ried eintraf. Die Stahltür wurde durch die enorme Hitze verformt und musste aufgeschnitten werden.
Dann die nächste Überraschung: „Die Häftlinge hatten ihre Zelle verbarrikadiert und uns den Zutritt erschwert. Die beiden verschanzten sich im Klo und auch da war der Eingang verräumt“, sagt Feuerwehr-Einsatzleiter Josef Leherbauer. Das Duo konnte schließlich in Sicherheit gebracht werden. Unterstützt wurden die 35 Mann der Feuerwehr von der Brandschutztruppe der Justizanstalt: „Alleine in die Zelle zu gehen, wäre zu gefährlich für uns gewesen, man weiß nie, wie die Häftlinge reagieren.“
Ein weiterer Trupp löschte zur gleichen Zeit von außen über eine Drehleiter. „Die beiden Insassen erlitten eine Rauchgasvergiftung und wurden in die Krankenhäuser Schärding und Ried gebracht. Das Motiv ist noch völlig unklar, wir konnten sie dazu noch nicht befragen“, sagt ein Polizist.
Fest stehe, dass die 32 und 23 Jahre alten Männer – die wegen Eigentums- und Gewaltdelikten in Haft sind – die Matratzen ihrer Zelle anzündeten und dann die Alarmklingel zum Wachzimmer betätigten.
