Tirol: 61-Jährige rettete sich vor Brand durch Sprung aus dem Fenster
Kirchbichl (T): Die Geistesgegenwart des 28-jährigen Christian Künzli hat seiner 61-jährigen Nachbarin das Leben gerettet.
Als gestern, am 22. November 2011, der zum Wohnhaus mit zwei Parteien umfunktionierte Hanserlhof in Kirchbichl in Flammen aufging, ergriff der junge Mann sofort die Initiative und half der eingeschlossenen Frau. Dabei hatten er und seine Nachbarin großes Glück. „Ich bin Türsteher von Beruf und schlafe normalerweise am Nachmittag. Nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn ich am Abend nicht frei gehabt hätte und statt zu schlafen, am PC gesessen wäre“, erzählte der noch sichtlich unter dem Eindruck der dramatischen Minuten stehende Kirchbichler am Brandort der TT. „Plötzlich hörte ich das laute Prasseln und Krachen eines Feuers“, erinnerte sich Künzli. Als er vor die Türe seiner Wohnung im Parterre ins Freie trat, „stand bereits der hölzerne Stiegenaufgang in Flammen und ich hörte meine Nachbarin laut um Hilfe schreien“. Die Frau war im Obergeschoß vom Feuer eingeschlossen. Über die Stiege gab es für sie kein Entrinnen mehr vor den Flammen, die bereits auf die leere Tenne überzugreifen begannen. Künzli zögerte nicht lange, er stellte sein Auto unter eines der Fenster und kletterte auf dessen Dach. „Und dann haben ich und die Nachbarin vom Nebenhaus laut geschrien: ‚Spring, spring!‘“ Der kräftige junge Mann konnte die aus dem Fenster springende Frau auffangen und in Sicherheit bringen. Sie erlitt eine Rauchgasvergiftung und musste von den Rettungsmannschaften in das Krankenhaus nach Kufstein gebracht werden.
Keine Rettung gab es trotz des beherzten Einsatzes der 60 Feuerwehrmänner aus Kirchbichl und Söll für den Hanserlhof. Das Feuer zerstörte die Tenne und machte das Gebäude unbewohnbar. Die Ursache für den Brand ist noch nicht bekannt. Als sicher gilt, dass er im Bereich der Stiege ausgebrochen ist und sich rasend schnell ausbreitete. Die Brandermittler der Polizei haben noch gestern die Ermittlungen aufgenommen.
