Oö: Großübung „Busunfall“ in St. Roman
St. Roman (Oö): Am Samstag, 10. September 2011 um ca. 13.00 Uhr fährt ein Pkw, besetzt mit vier Personen, von St. Roman in Richtung Au.
Bei der Kreuzung in der Ortschaft Au übersieht dieser den vor ihm nach rechts abbiegenden Traktor, welcher einen mit Langholz beladenen Anhänger zieht, und fährt hinten auf. Der Lenker eines nachfolgenden, mit 20 Personen besetzten Reisebusses kann nicht mehr rechtzeitig abbremsen. Er versucht nach links an der Unfallstelle vorbei auszuweichen und prallt frontal in zwei entgegenkommende Pkw. Auf Grund des Zusammenstoßes gerät der Bus außer Kontrolle, schlittert über eine Böschung und kommt auf der Seite zu liegen. Einer der beiden Pkw bleibt stark beschädigt am Straßenrand stehen, der zweite wird einige Meter zurückgeschleudert und beginnt auf Grund eines Kurzschlusses zu brennen.

Weitere Fahrzeuge halten an der Unfallstelle an, beginnen mit der Absicherung und leisten Erste Hilfe. Ein Verkehrsteilnehmer setzt über die Nummer 144 den Notruf an das Rote Kreuz ab und bringt so den Einsatz ins laufen.

Alarmierung
Auf Grund des Notrufes 144 werden seitens der Rot-Kreuz-Leitstelle die Einsatzkräfte des Roten Kreuzes alarmiert und die Einsatzmeldung an die Zentrale der Feuerwehr weitergeleitet, welche die Feuerwehren St. Roman und Kopfing zu diesem Verkehrsunfall alarmiert. Die Feuerwehr St. Roman, unter Einsatzleiter Thomas Auinger, trifft zuerst am Einsatzort ein und beginnt mit einer ersten Lageerkundung. Auf Grund des vorgefundenen Szenarios entscheidet der Einsatzleiter über die Bezirkswarnstelle die Feuerwehren Aschenberg, Kössldorf, Rain, Münzkirchen und St. Ägidi zu alarmieren. Zusätzlich werden die beiden Stützpunktfahrzeuge „Schweres Rüstfahrzeug“ der FF Schärding und „Kranfahrzeug“ der FF Ried alarmiert. Auch der Einsatzleiter des Roten Kreuzes – Bezirksrettungskommandant Josef Hamedinger – lässt auf Grund des Szenarios Großalarm auslösen, aus allen Ortsstellen des Bezirks Schärding werden Kräfte alarmiert.
Maßnahmen
Als Erstmaßnahme wurde seitens der Feuerwehr eine detaillierte Lageerkundung durchgeführt. Die Feuerwehr St. Roman begann mit dem hydraulischen Rettungsgerät die Personenrettung im Bus durchzuführen. Die in weiterer Folge eintreffenden Feuerwehren wurden jeweils einem Unfallfahrzeug zugewiesen und arbeiteten die dort gestellten Aufgaben ab. Gleichzeitig wurde auch der brennende Pkw gelöscht, wobei bei den Löscharbeiten leider bemerkt werden musste, dass eine Person darin verbrannt war. Seitens der Polizei wurden Dokumentationsaufnahmen durchgeführt und die Unfallursache bzw. der Unfallhergang ermittelt.

Verletztenversorgung
Die Personen wurden von Einsatzkräften der Feuerwehr geborgen und dem Roten Kreuz übergeben. Die Notärzte, Dr. Theresia Dantler und Dr. Franz Berger, begutachteten die verletzten Personen und begannen mit ihrem Team mit den weiteren Notfallmaßnahmen, bevor diese – gereiht nach Dringlichkeit – abtransportiert wurden. Bei jenen verletzten Personen, welche eingeklemmt waren, musste schon im Fahrzeug teilweise eine notfallmedizinische Erstversorgung durchgeführt werden, bevor die Bergung vorgenommen werden konnte. Die Leicht- und Unverletzten wurden durch das Kriseninterventionsteam betreut. Jene Person, welche unter dem Reisebus zum Liegen kam, konnte nur mehr tot geborgen werden, ebenfalls war es traurige Aufgabe der Feuerwehr die in einem Pkw verbrannte Person zu bergen.
Aufräumarbeiten
Für die Aufräumarbeiten wurde das Kranfahrzeug der FF Ried angefordert. Der auf der Seite liegende Bus musste zuerst aufgestellt und im Anschluss auf die Straße gehoben werden. Die Bergung der weiteren Fahrzeuge sowie die Fahrbahnreinigung wurden durch die jeweiligen Feuerwehren durchgeführt.

Übungsbeobachter, Nachbesprechung und Sponsoren
Nach Übungsabschluss wurde eine kurze Nachbesprechung mit Verköstigung im Gemeindesaal St. Roman durchgeführt. Bei der Übungsnachbesprechung konnten alle Teilnehmer auf eine Jause eingeladen werden. Ohne zahlreiche Sponsoren wäre die Durchführung dieser Übung nicht möglich gewesen:
• Gemeinde St. Roman
• Raiffeisenbank St. Roman
• Nah und frisch Goldberger
• Spar Markt Manfred Scheuringer
• OÖ Versicherung
• Bäckerei Feichtinger
• Fa. KWB
• Fa Gahleitner
• Fa. Josko
• Elektro Schmid
• Tankstelle Biergeder
• Fa. Tritscheler
• Baumeister Stern
Ihnen allen gilt dein großes DANKESCHÖN.
Die Übungsbeobachter sowie die Einsatzleiter treffen sich jedoch zu einem späteren Zeitpunkt, um die Übung detailliert nachzubesprechen und Schlüsse daraus zu ziehen, wie die Erkenntnisse in den weiteren Übungs- und Schulungsbetrieb eingebaut werden können.

Übungsvorbereitung
Die Übungsvorbereitung wurde durch die FF St. Roman unter der Leitung von Thomas Auinger durchgeführt. Es hat über ein Jahr gedauert, um dieses Szenario so durchzuführen. Angefangen von der Suche nach den Übungsobjekten, über die Organisation von den verletzten Personen bis hin zur Straßensperre und der Koordination mit den anderen Einsatzorganisationen.
Eingesetzt waren:
• Neun Feuerwehren mit 15 Fahrzeugen und 91 Kräften
• Rotes Kreuz mit sieben Fahrzeugen, Notärzten und 30 Sanitätern incl. Mitarbeiter des Kriseninterventionsteams
• Polizei mit zwei Fahrzeugen und vier Beamten
• Team Öffentlichkeitsarbeit des Bezirksfeuerwehrkommandos Schärding
• Fünf Übungsbeobachter
• Feuerwehr Engelhartszell mit Hubsteiger zur Dokumentation
Hinweis des Roten Kreuzes
Gerade bei einem solchen Szenario ist es wichtig, dass der Notruf rasch und richtig abgesetzt wird und die Maßnahmen der Ersten Hilfe rasch eingeleitet werden. Genau diese Tätigkeiten lernt man bei einem 16-Stunden-Erste-Hilfe-Kurs, welcher am 22. September in allen Ortsstellen des Roten Kreuzes beginnt. Eine Anmeldung ist telefonisch unter der Telefonnummer 07712/2131 oder im Internet unter http://www.roteskreuz.at/schaerding erforderlich.
