Stmk: Salpetersäure: Sechs Personen nach Chemieunfall im Spital
Steiermark: Beim Verladen eines mit bis zu 1.000 Liter ätzender Salpetersäure gefüllten Behälters ist am Montag, 5. September 2011, in einer obersteirischen Fabrik ein Unfall passiert, wodurch das Gefäß leck und die Flüssigkeit freigesetzt wurde.
Sechs Mitarbeiter, die die giftigen Dämpfe möglicherweise eingeatmet hatten, sind zur Beobachtung ins Spital gebracht worden, hieß es seitens des Einsatzleiters der Bezirkshauptmannschaft Liezen, Christian Sulzbacher.
Gegen 11.20 Uhr hatte ein Mitarbeiter vermutlich mit einem Gabelstapler den Behälter im unterirdischen Chemikalienraum der Maco Mayer und Co. Beschläge in Trieben (Bezirk Liezen) fallen lassen. Dabei dürfte das Gefäß mit der Oberseite nach unten gestürzt und kaputt gegangen sein. Sofort trat die Salpetersäure aus und bedeckte den Boden des Raum zwei bis drei Zentimeter hoch. Nach dem Alarm wurde das gesamte Betriebsgelände evakuiert, rund 550 Mitarbeiter mussten ihre Arbeitsplätze verlassen, so Sulzbacher.
Während drei Mitarbeiter, die im Keller oder nahe des Chemikalienraumes arbeiteten, sowie drei Mitarbeiter aus dem Obergeschoß ins LKH Rottenmann gebracht wurden, rückte die Feuerwehr und Spezialisten mit Atemschutz an. Mit Bindemittel soll die ätzende Flüssigkeit aus dem Raum geschafft werden. Lüftungsschlitze wurden mit sogenannten Hydroschildern – die vereinfacht beschrieben eine Wasserwand erzeugen – versehen, um ein Austreten der Dämpfe zu verhindern.
Alle Mitarbeiter würden nun einzeln befragt, ob sie mit den Dämpfen in Berührung gekommen sein könnten, denn auch wenn gleich nach dem Einatmen keine Symptome auftreten, könne sich bis zu 24 Stunden danach ein Lungenödem bilden. Dieses kann tödlich enden. Laut Einsatzleiter war zu Mittag die Situation unter Kontrolle. Ein Dekontaminationszug aus dem Bezirk Bruck sei ebenfalls bereits eingetroffen, damit die Helfer keine ätzenden Dämpfe oder Flüssigkeit aus dem betroffenen Kellerraum an die Oberfläche bringen.
Sulzbacher erklärte, dass die Salpetersäure im Produktionswerk der Firma Maco zur Neutralisation in der Abwasserreinigungsanlage verwendet werde. Andere Behälter im Chemikalienraum seien vorerst nicht betroffen.(
Der Standard
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